Zum Lachen in den Keller

Zum Lachen in den Keller

Kurt Tucholsky sagte 1919, also vor genau 100 Jahren: Wenn einer bei uns einen guten politischen Witz macht, dann sitzt halb Deutschland auf dem Sofa und nimmt übel.
Die diesjährige Karnevalszeit zeigte, dass der Mainstream in Gestalt von Politikern und Journalisten in die Richtung tendiert, den Leuten vorschreiben zu wollen, worüber sie lachen dürfen.
Diejenigen, die das aushecken, gehen zum Lachen wohl in den Keller. Anders ist das nicht mehr zu erklären.
Satire ist wohl nur noch dann lustig, wenn die richtigen Leute durch den Kakao gezogen werden. Aber wehe, es trifft jemanden von den eigenen, dann ist das Geschrei groß!
Deutlich wurde das in der Karnevalszeit, als eine Bemerkung des Komikers Bernd Stelter die linksgrüne Sprachpolizei auf den Plan rief. Sein Humor sie in den 80er-Jahren stehen geblieben, ereiferte man sich in Medienkommentaren, und das sei überhaupt nicht witzig.
Den Zuschauern wird da keine Wahl gelassen, ob sie das witzig finden, oder nicht. Es wird einfach behauptet: Nicht witzig, also weg mit Bernd Stelter!
Der „alte weiße Mann“, wie es in linksgrünen Kreisen immer so schön heißt, hatte sich erlaubt, Doppelnamen aufs Korn zu nehmen. Da gibt es so einige Konstellationen, über die man staunen kann. Der absolute Doppelnamen-Klassiker, der uneinholbar an der Spitze liegt, dürfte der der FDP-Politikerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger sein.
Aber es gibt auch Frauen, die ähnliche sperrige Doppelnamen haben. Dazu gehört auch die nächste Wunschkanzlerin der CDU, namentlich Annegret Kramp-Karrenbauer.
Als Bernd Stelter sich über diesen Namen lustig machte, eilte eine Frau auf die Bühne und erklärte ihm, dass das überhaupt nicht lustig sei. Stelter sagte daraufhin, es sei ein Witz gewesen. Hallo! Nur ein Witz!
Später sagte er, dass er nicht mehr wisse, was er überhaupt noch machen könne, wenn ihm nun auch noch Witze über Namen verboten werden.
In der Presse hagelte es danach Kritik an Stelter, wie er es nur wagen könnte, sich über Doppelnamen lustig zu machen. Das umstrittene Nachrichtenmagazin Der Spiegel wunderte sich ebenfalls darüber, welche Art von Humar an Karnevalstagen an die Oberfläche tritt.
Da kann man sich nur fragen, was das wohl für Leute sind. Wenn sie es nicht witzig finden, dann sollen sie doch einfach nicht hinhören. Aber es wird sofort ein Vorwurf daraus kreiert, der in Richtung Frauenfeindlichkeit geht. Und wenn man da schon dabei ist, wird sicherlich auch ein Rassismusvorwurf daraus gestrickt.
Laut linksgrüner Lesart sollte nicht mehr Mutter oder Vater gesagt werden, weil allein durch das Wort Mutter eine Frau schon zum Sexobjekt degradiert wird. Daher soll man nur noch von Elter1 und Elter2 sprechen. Wer denkt, das ist Karnevals-Satire: Nein, das ist ernst gemeint.
Satire ist, wenn ein Komiker sich über unaussprechliche Doppelnamen wie Annegret Kramp-Karrenbauer mokiert, der sogar in den Medien als Abkürzung zu lesen ist, die an ein russisches Schnellfeuergewehr erinnert, weil das einfach schneller geht.
Doch da hat Stelter die Rechnung ohne die fortschrittlichen Feministinnen gemacht, die ihn darauf aufmerksam machen, dass der Doppelname das gute Recht einer Frau ist. Früher seien Frauen gezwungen gewesen, den Namen des Mannes anzunehmen. Jetzt könnten sie einen Doppelnamen annehmen.
Sie können sogar viel mehr: Sie könnten ihren Mädchennamen behalten, und so wird aus Annegret Kramp-Karrenbauer ein schlichten Annegret Kramp. Das klingt vielleicht nicht so toll, aber sicherlich ein wenig besser.

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