Zu oft das Geld gezählt

Zu oft das Geld gezählt

Bangkok ist so teuer … als ich Ende des Jahres zwei Wochen und dann noch mal im April einen Monat in Deutschland Urlaub machte … Nicht zu fassen! Da kann man ja zu Hause, also in Deutschland, billiger leben. Nun, es sei denn, in Bangkok ernährt man sich nur von Streetfood. Ob das Essen auf der Straße so sauber ist?

Sogar die Miete in Eigentumswohnungen wird immer teurer. Ich weiß nicht, wo da noch ein Unterschied zur Heimat ist, wenn ich in Bangkok pro Monat 35.000 Baht Miete zahle. – Das sind ja mehr als 1.000 Euro! Meine Ex, mit der ich zusammenlebte, bezahlte 10.000 Baht monatlich für ein klitzekleines Zimmer, so um die zehn Quadratmeter. Zu klein. Billig ... aber bin ich nach Thailand gezogen, um in so einer Absteige zu leben und meinen Lebensstandard zu senken? Ich will niemandem auf die Füße treten, aber warum sollte jemand in Bangkok leben wollen? Vielleicht einfacher, jemanden abzuschleppen? Aber woanders gibt es auch Frauen. Zum Drink einladen, zum Essen und dann …

Für Leute über 65 ist das sicherlich eine tolle Sache. Bis das Geld aufgebraucht ist, und da der Wechselkurs jetzt so viel schlechter ist, geht das auch viel schneller als noch vor ein paar Jahren.

Meine Ex hat immer darauf hingewiesen, dass ich zu oft mein Geld zähle und es nicht aus den Augen lasse. Und das in Anbetracht dessen, dass wir jedes dritte Wochenende an den Strand gingen, wenn sie nicht arbeitete, und nach Kambodscha reisten (tolles und billiges Hotel) oder nach Vietnam und Malaysia. Und ich sie sogar mit nach Deutschland nahm, damit sie meine Familie kennenlernt.

Nach alledem würde ich sagen: Wer sein Geld nicht dauernd zählt und ein Auge darauf hat, dem geht irgendwann die Puste aus. Sie verstand nicht, dass Geld nicht auf Bäumen wächst, und was ist dann wohl passiert, was glauben Sie? Weg war sie! So hocke ich nun alleine in meinem 35.000-Baht-Condo. Aber nicht mehr lange. Ich habe aufgegeben und werde bald aus Bangkok wegziehen. Vielleicht nach Pattaya. Da ist es doch sehr schön.

Steffen Schwartz, Bangkok

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