Zimmer mit Aussicht

Zimmer mit Aussicht
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Zimmer mit Aussicht

Bengt machte sich auf den Weg nach Bangkok. Er wollte eine kleine Pause einlegen, was die Dauerfreuden im wunderbaren Seebad betrifft.
Die Wahl des Hotels fiel leicht: Er kannte das Hotel im Viertel Silom Road bereits, hatte dort schon ein paar Mal übernachtet. Es war nicht umwerfend großartig gewesen, aber das Preis-Leistungs-Verhältnis bei rund 1.000 Baht pro Nacht war in Ordnung gewesen. Zwei Nächte für 2.000 Baht. Da konnte selbst Bengt nicht meckern.
Jetzt also wieder zur Silom Road. Oh, welch Überraschung!
Als ob der tolle Umtauschkurs nicht schon alle Schönrechnerei zunichte machen würde, kam auch noch eine saftige Preiserhöhung hinzu. Eine Nacht kostete inzwischen 1.500 Baht. Länger als ein Jahr war es nicht her, dass Bengt zuletzt hier gewesen war. 50 Prozent Preisaufschlag innerhalb von zwölf Monaten? Nun gut.
Dafür bekam Bengt auch ein exquisites Zimmer mit zwei Fenstern, die beide eine unterschiedliche Aussicht boten.
Der Blick aus dem ersten Fenster richtete sich auf eine Feuertreppe in einem Innenhof. Der Innenhof war sehr schmal, die Feuertreppe noch schmaler. Leute, die die Treppe hinuntergingen, hätte Bengt mit Handschlag begrüßen können.
Der Blick aus dem zweiten Fenster toppte noch die Aussicht aus dem ersten Fenster. Direkt vor dem Fenster stand ein Trumm, das aus einem Science-Fiction-Film hätte stammen können. Ein riesiger Blechhaufen, der viel Krach
machte.

Zimmer mit Aussicht
Zimmer mit Aussicht

Vermutlich wurde hierdie Abluft aus einem Fast-Food-Restaurant im Erdgeschoss abgepumpt. Das Trumm war recht geräuschvoll. Und wenn man das Fenster aufgemacht hätte, wäre es wohl auch nicht ganz ohne diesen typischen Geruch nach heißem Fett abgegangen, der alle Fast-Food-Läden so einladend umhüllt. Bengt ließ das Fenster verschlossen. Das Zimmer war einigermaßen sauber und diente lediglich der Übernachtung.
Ein kleiner Trost: Immerhin war das Frühstück im Preis inbegriffen. Dich das spottete leider jeder Beschreibung und war sehr schlecht. Das merkte Bengt schon nach ein paar Bissen. Das Frühstück war nach der tollen Aussicht also doch kein Trost.
So ganz umsonst war sein Aufenthalt in Bangkok nicht gewesen: Er hatte sich am Abend bei Hooters köstlich amüsiert und gut gegessen.
Noch eine Nacht wollte Bengt in dem schrecklichen Zimmer jedoch nicht verbringen. Er verkürzte seinen Aufenthalt in Bangkok und reiste nach nur einer Übernachtung ab.
Wieder im Seebad stellte er fest, dass dort gewiss nicht alles schlecht ist, auch wenn Miesepeter das behaupten!

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