Zentralbank Facebook

Zentralbank Facebook

Facebook stellt seine eigene digitale Währung her und könnte die größte Bank der Welt werden.
Laut New York Times arbeitet Facebook an seiner eigenen digitalen Währung. Die könnte beispielsweise bei WhatsApp benutzt werden, das zu Facebook gehört, wenn sich User dort Geld überweisen wollen.
Facebook wehrt sich gegen die Bedrohung von anderen Messenger-Rivalen. Ein Mittel sei, wie die New York Times berichtete, die Schaffung einer eigenen Kryptowährung.
Messenger, WhatsApp und Instagram – alle gehören zu Facebook – nutzen um die 2,7 Milliarden Menschen. Wenn Facebook entscheidet, seine eigene digitale Währung mit einer Reihe von ausländischen Währungen abzusichern, dann würde Facebook wohl die größte Zentralbank der Welt werden – weil es genau das ist, was Zentralbanken machen: Sie drucken Geld, das durch ausländische Währungen abgesichert ist (oder zumindest abgesichert sein sollte).
Das wäre nicht nur ein wichtiger Moment in der Wirtschaftsgeschichte der Welt, es wäre vor allem auch eine ernsthafter und nicht zu unterschätzende Bedrohung für existierende Giganten der Finanzindustrie.

Abschied von MasterCard und Visa

Die beiden größten Kreditkartenunternehmen der Welt sind Visa und MasterCard. Sie ermöglichen es den Leuten, bargeldlose Transaktionen durchzuführen. Diese Transaktionen werden dann über die Banken abgewickelt.Wenn Facebook seine eigene digitale Währung herausgibt und alle User von Facebook eine „Facebook-Geldbörse“ mit Münzen darin hätten, dann würden Kreditkarten plötzlich sehr uninteressant werden.
Man kauft Online etwas ein und zahlt via Facebook mit Facebook-Währung. In vielen Programmen ist bereits die Möglichkeit integriert, sich dort via Facebook anzumelden. Eine Zahlung wäre nur einen Schritt entfernt.
Man kauft in einem Café einen Kaffee und anstatt mit Apple Pay oder Google Wallet zu bezahlen, zahlt man mit Facebook. Man kann sicher sein, dass Facebook ganz bestimmt einen Anreiz schaffen wird, dass die Leute mit Facebook-Währung bezahlen. Das ist nichts Neues, denn so kämpfen existierende Unternehmen um Marktanteile.
Und wenn Facebook den Wert des Facebook-Geldes mit richtigem Geld abdeckt, dann wird der weitere Aufstieg von Facebook nicht zu bremsen sein. Facebook wird dann bei E-Commerce eine wichtige Rolle spielen.

E-Commerce Facebook

Wenn es eine Facebook-Währung gibt, wird der E-Commerce auf eine komplett neue Ebene gehoben.
Facebook wird dann seinen Traum erfüllen, dass Händler Produkte posten und verkaufen können, inklusive des Bezahlens auf derselben Seite. Es wird nicht mehr nötig sein, auf Seiten von Dritten wie Kreditkartenanbietern oder PayPal zu gehen, sondern alles spielt sich innerhalb von Facebook ab. Online-Shopping besteht dann nur noch aus drei Schritten auf der Facebook-Seite: Sehen, klicken, Kauf bestätigen.
Da es sich um die Facebook-Währung handelt, wird es keine Umtauschkurse geben, die Überweisungskosten bleiben zudem niedrig. Soziale Netzwerke wie die Messenger-Dienste werden integriert.
Konsumenten werden sich freuen, dass sie nur noch zweimal klicken müssen, um ein Produkt zu erwerben. Existierende E-Commerce-Plattformen werden sich etwas einfallen lassen müssen, um gegen diese Konkurrenz zu bestehen.

Aufstieg der Facebook-Währung

Zentralbank Facebook

Die New York Times berichtete, dass das Kryptowährungs-Projekt bereits so weit fortgeschritten sei, dass man Gespräche darüber führe, wie man die Facebook-Währung an Konsumenten verkaufen könne.
Die Plattform könnte dann der größte Privatwährungsmarkt der Welt werden. Allein WhatsApp hat 1,5 Milliarden Nutzer. Wenn man noch Facebook Messenger und Instagram dazu zählt, sind es 2,7 Milliarden. Das Land mit den meisten Einwohnern ist China: 1,4 Milliarden, das heißt, dass Facebook dann immer noch die am meisten benutzte Währung hätte.
Hier würde ein Markt für ausländische Währungen entstehen, den die Welt noch nicht gesehen hat. Facebook hätte damit das Potential zu einer Zentralbank aufzusteigen und wäre mächtiger als jede andere Bank der Welt.
Die New York Times schätzt, dass noch in der ersten Hälfte dieses Jahres mit einer Ausgabe der Facebook-Währung zu rechnen sein könnte. Dann wird sich zeigen, ob sich das Szenario, wie es hier erklärt ist, auch bewahrheitet.

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