Wo leben die Amerikaner?

Wo leben die Amerikaner?

Möchten Sie die deutschen Städte kennenlernen, in denen es am einfachsten ist, ein gutes Bier zu finden, Eiskaffee zu trinken und Englisch zu sprechen, um die Sprachkenntnisse zu vervollkommnen?
Wir schauen uns an, wo die US-Bürger in Deutschland zu Hause sind, dazu gehören auch einige Flecken des Landes, in denen man das nicht erwartet hätte.
Laut „Destatis“-Statistiken vom Dezember 2018 leben derzeit fast 120.000 Amerikaner in Deutschland. Hinzu kommt, dass mehr als 50.000 US-Soldaten im ganzen Land stationiert sind und die Gesamtzahl der Amis in Deutschland eine halbe Million überschreitet.
Kein Wunder dürfte sein, dass Berlin mit knapp 20.000 Einwohnern die bevölkerungsreichste Stadt der amerikanischen Expats ist. Das wohlhabende Südbayern beheimatet fast 25.000 Amerikaner und ist damit das Bundesland mit den meisten Amerikanern. Das benachbarte Baden-Württemberg liegt auf Rang drei: Gut 17.215 Amerikaner zählen zu seiner Bevölkerung.
Wie sehen die Zahlen bei den größten Städten Deutschlands aus? In Frankfurt am Main leben mehr als 3.000 Amerikaner. Insgesamt gibt es in der Stadt nach offiziellen Angaben fast 225.000 Ausländer. München hat mehr als das Doppelte: Knapp 7.000 Amerikaner von etwa 415.000 Nicht-Deutschen, in Hamburg sind es etwas weniger: rund 4.500 Amerikaner von über 300.000 Ausländern. Köln zählt etwa 2.500 Amerikaner von insgesamt fast 235.000 Ausländern.

Amerikanische Kultur in Deutschland

Die Amerikaner brachten nicht nur den Sieg über die Nationalsozialisten, sondern auch ihre Kultur, die sich nach wie vor immer weiter ausbreitet. Selbst in deutschen Städten, in denen es nur wenige Amerikaner gibt, macht sich die amerikanische Kultur bemerkbar.
Im März gab die amerikanische Fast-Food-Kette Kentucky Fried Chicken bekannt, dass sich die Zahl der Hühner-Restaurants in Deutschland in den nächsten fünf bis sieben Jahren verdreifachen und von 163 auf 500 steigen wird.
Amerikanische Burger-Ketten sind ebenfalls auf dem Vormarsch. Burger King hat kürzlich angekündigt, die Anzahl seiner Läden bis 2023 von 700 auf 1.000 zu erhöhen. McDonald‘s ist nach wie vor Deutschlands Riese der Bulettenbratereien mit über 1.500 Läden.

Wo leben die Amerikaner?
Wo leben die Amerikaner?

Amerikanische Unternehmen

Die drei größten US-amerikanischen Unternehmen in Deutschland sind die Ford-Werke in Köln mit rund 18.000 Beschäftigten, Opel Automobile in Rüsselsheim (bei Frankfurt) mit 20.619 Beschäftigten und Amazon mit 12.000 Beschäftigten. Während Ford ankündigte, einen strikten Sparkurs zu fahren, was Auswirkungen auf die Zahl der Mitarbeiter hat, teilte Amazon mit, bis Ende dieses Jahres 2.000 zusätzliche Stellen schaffen zu wollen.
Laut Elizabeth Boshold von der amerikanischen Handelskammer in Frankfurt beschäftigen in Deutschland 2.200 US-Unternehmen – oder Unternehmen mit Sitz in den USA – insgesamt 700.000 Mitarbeiter. Viele von ihnen rekrutieren Amerikaner, die die im Gegensatz zu den Vereinigten Staaten höhere Lebensqualität in Deutschland schätzen, sagte Boshold.
„Die Amerikaner wissen es zu schätzen, dass sie in Deutschland mehr Urlaub haben“, sagte sie. Mit vier bis fünf Wochen Urlaub könne man Berufs- und Privatleben in der Regel besser vereinbaren als mit nur zwei Wochen Urlaub wie in den USA.
Sie wies auch auf die in Deutschland obligatorische Krankenversicherung hin. In den USA ist das anders, daher fühlten sich Leute, die in Deutschland arbeiten, wohler als in der Heimat.
Andere wichtige Faktoren für Amerikaner – die nach Deutschland ziehen – sind gute Schulen und die Infrastruktur (diese beiden Punkte dürften inzwischen der Vergangenheit angehören), die Möglichkeit, kostengünstig in andere europäische Länder zu reisen, und die Tatsache, dass Englisch die Verkehrssprache in vielen großen internationalen Büros ist.

Studium und Militär

Nach Angaben des Institute for International Education („IIE“) waren im Studienjahr 2016/2017 mehr als 10.000 amerikanische Studenten an deutschen Universitäten eingeschrieben. Das sind neun Prozent mehr als im vorangegangenen Studienjahr und 25 Prozent mehr als im Studienjahr 2008/09.
Berlin ist auch das beliebteste Reiseziel für Universitätsstudenten. Über 1.000 davon verteilen sich auf die drei Universitäten. Die Zahlen sind auch in Baden-Württemberg hoch, wo es erstklassige Institutionen wie die Universität Heidelberg gibt.
Anders als in den USA, wo die Kosten für einen BachelorAbschluss im sechsstelligen Bereich liegen, können viele US-amerikanische Studenten ihre Ausbildung in Deutschland fast kostenlos erhalten.

Amerikaner im Osten

Während Potsdam ein beliebter Tagesausflug für amerikanische Touristen aus Berlin ist, sind von 15.000 Ausländern nur 275 Amerikaner. Noch weniger sind es in Cottbus, der Stadt mit der zweitgrößten Universität Brandenburgs: Hier gibt es nur 70 Amerikaner, aber über 12.500 Ausländer.
In Görlitz an der polnischen Grenze wurde in den letzten Jahren eine Reihe von amerikanischen Filmen gedreht. In „Görliwood“ leben jedoch nur 80 Amerikaner.

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