Wo ist der Tourismus hin?

Wo ist der Tourismus hin?

Irgendwie ist der Baht-Kurs plötzlich ziemlich spannend geworden. Der Wechselkurs gehörte schon immer zu den Lieblingsthemen der Expats und Überwinterer – nur Krankheits- und Frauengeschichten sind wohl noch interessanter.
Aber dann kommt das Gespräch schnell auf den Wechselkurs. Das sieht man auch an dieser Kolumne. Ich bespreche sicherlich auch andere Themen, aber in letzter Zeit habe ich immer mit dem Baht-Kurs angefangen.
Aus gutem Grund!
Wie wird der Baht an der Wechselbude gehandelt? – Natürlich immer ein wenig schlechter als im Internet. Nach der nicht nur für mich überraschenden Senkung des Leitzinses, von der sich viele dann einen tollen Kurs versprachen, ist fast nichts passiert. Vor der Senkung waren es 1:33 und danach ebenfalls 1:33. Aber gut, vielleicht dauert das noch etwas und der Baht verliert noch ein wenig an Wert. Oder die thailändische Zentralbank senkt die Zinsen noch einmal um 0,25 Prozent.
Ansonsten ist es, wie es ist: Thailand ist nicht nur wegen des Wechselkurses ganz schön kostspielig geworden.
Ob es dem neuen Tourismusminister gelingt, etwas zu unternehmen, um das Abflauen der Touristenzahlen aufzuhalten?
Er hatte doch tatsächlich das Thema der „doppelten Preisgestaltung“ aufgegriffen. Was wurde berichtet? Es hieß:
Thailand könnte den Anfang vom Ende eines Themas erleben, das viele Besucher und Bewohner des Königreichs verärgert. Doppelte Preise für Ausländer und Touristen. Thailands neuer Minister für Tourismus und Sport, Pipat Ratchakitprakarn, sprach mit Reportern darüber, was getan werden muss, um den Tourismussektor anzukurbeln. Er sagte, dass die Preise für Thais und Touristen an historischen Stätten wie den Ruinen von Sukhothai und Ayutthaya gleich sein sollten.
Ob sich hier etwas ändert? Ehrlich gesagt glaube ich das erst, wenn ich es sehe. Es geht ja nicht nur um die antiken ehemaligen Hauptstädte. Es geht vor allem um die Nationalparks – und zwar alle. Hier müssen Ausländer in der Regel das Zehnfache des Eintrittspreises berappen, den ein Thai zahlt. Da helfen häufig keine Diskussionen oder thailändische Führerscheine. Und da Nationalparks eine staatliche Einrichtung sind, bedeutet das nichts anderes, als dass der Staat propagiert, es bei Ausländern mal so richtig vom Lebendigen zu nehmen.
Warum also sollte ein Privatunternehmer von Ausländern denselben Betrag für eine Leistung nehmen wie bei einem Thai? Wenn denn der Staat vormacht, was in den Augen des Staates richtig ist.
Natürlich hat sich das längst herumgesprochen, und Thais wollen diese Abzocke oftmals nicht mehr ganz so offensichtlich betreiben. Daher ließen sie sich allerlei einfallen. Zum Beispiel steht bei den thailändischen Eintrittspreisen auf
Thai, dass es sich um die thailändischen Preise handelt. Daneben stehen dann die thailändischen Zahlen, nicht die arabischen.
Und weil es schlaue Farangs gibt, denen es nicht schwerfällt, mal eben die Zeichen für die Zahlen zu lernen, gibt es Thais, die es noch schwieriger machen: Die schreiben den thailändischen Preis auf Thai aus. Da steht dann so was wie: Ausländer 100 Baht, Thais zwanzig Baht.
Da gibt es nichts schön zu reden: Das ist Vorsatz und kein Versehen. Diese Preispolitik dann noch so zu tarnen grenzt bald schon an Betrug. Wäre es da nicht besser, offen dazu zu stehen? Man kann argumentieren, dass Ausländer Geld haben, weil sie sich sonst das Flugticket nach Thailand gar nicht leisten könnten. Sie haben Geld, weil sie Urlaub machen können. Sie haben Geld, weil sie mehr verdienen. Sie müssen mehr Geld ausgeben, weil sie in Thailand keine Steuern zahlen. Ach, was soll die ganze Argumentation: Ausländer haben alle Geld, weil alle Ausländer reich sind! Wie oft ich das schon gehört habe.
Aber passt mal auf, vielleicht wollen die reichen Ausländer ihre Reichtümer lieber woanders ausgeben. In einem anderen Land, zurzeit ist Vietnam immer wieder im Gespräch. Man muss ja nicht gleich für immer dortbleiben. Man kann
mal hinfahren und sich umsehen. Es spricht nichts dagegen, da einmal einen Urlaub zu riskieren. Wieder eine andere Sprache? Das ist aber auch eine Herausforderung. Außerdem benutzen Vietnamesen lateinische Buchstaben. So schwierig kann der Rest dann gar nicht mehr sein.
Aber zurück zu Tourismusminister Pipat. Was hat er sich denn noch so einfallen lassen, um den Tourismus in Thailand anzukurbeln? Es wurde wie folgt berichtet:
Ganz oben auf der „To-Do“-Liste steht die Bewerbung internationaler Sportereignisse wie des Moto-GP-Motorradrennens in Buriram. Er sagte, dass die Ausrichtung internationaler Sportveranstaltungen nicht nur Besucher anlockt, sondern das Land den Wettbewerbern und ihren Teams vorstellt.
Ähnliches könnte auch für den Medizin-Tourismus gelten, da nicht nur Kranke nach Thailand kommen würden, sondern auch deren Familien und Freunde, die in Hotels übernachten, in Restaurants gehen und Touristenattraktio-
nen besuchen.
Pipat ist auch daran interessiert, die sogenannte „thailändische Riviera“ oder Küstengebiete zu fördern, die von Hua Hin nach bis Narathiwat im äußersten Süden verlaufen.
Pipat ist der Ansicht, dass es wichtig ist, Touristen in der Hochsaison von bereits überfüllten Gebieten fernzuhalten. Sie könnten an weniger bekannte Orte reisen.
In Chiang Mai zum Beispiel sollten Touristen ermutigt werden, Orte wie Lampang, Lamphun und Phayao zu besuchen.
Umweltfragen sind auch wichtig, um die natürliche Schönheit Thailands zu bewahren und den Gebrauch von Plastik einzuschränken. Er hat sich zum Ziel gesetzt, den Kunststoffanteil um 50 Prozent zu senken.
Online-Bewerbungen müssen ebenfalls vorrangig aktualisiert, verbessert und für die Nutzung vorbereitet werden, um sicherzustellen, dass Thailand mit der modernen Technologie in Bezug auf den Tourismus Schritt hält.
Der Minister hat sich also viel vorgenommen. Wir wünschen ihm viel Erfolg!

Euer
Walter Weiß

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