Wenn es doch regnet

Wenn es doch regnet

Die Bürger in Ubon Ratchathani und anderen von Überschwemmungen heimgesuchten Provinzen im Nordosten leiden und trauern. Das Mindeste, das sie vom Premierminister erwarten können, ist die Sensibilität für ihre Notlage. Sie sollten auch in der Lage sein, angemessene Nothilfemaßnahmen von seiner Verwaltung aus zu erwarten.

Aber General Prayut Chan-ocha hat in beiden Punkten versagt. Stattdessen war der Premier damit beschäftigt, sich zu verteidigen und diejenigen zurechtzuweisen, die die langsame Reaktion seiner Regierung kritisiert haben.

Eine solche Führung ist eine traurige Angelegenheit in einer Zeit, in der die Regierung glaubwürdigen Vorwürfen ausgesetzt ist, dass sie nicht wachsam genug ist und die Überschwemmungskrise durch nicht erfolgte rechtzeitige Warnungen der Öffentlichkeit verschärft hat.

Als den Hochwasser-Opfern im Isan Mitte September das Wasser bis zum Hals stand, besuchte General Prayuth ein Touristenfestival auf der Ferieninsel Koh Samui im Süden des Landes. Dort stellte er sich an einen Herd und kochte. Beobachter stellten seinen Sinn für Prioritäten in Frage und wiesen darauf hin, dass er sich an den Katastrophenschauplätzen in von Überschwemmungen betroffenen Gebieten hätte aufhalten sollen. Nur wenn er das Ausmaß der Krise persönlich miterlebe, könne er wirksame Gegenmaßnahmen ergreifen, sagten sie.

Rund eine Woche später prasselte die Antwort des Premiers in Form von Wut auf seine Kritiker nieder. Er schlug verbal auch auf diejenigen ein, die die Regierung für die Überschwemmung mitverantwortlich machten.

Die Lage verschlimmerte sich, als der seinen Zorn auch auf die Opfer der Flutkatastrophe und andere Personen richtete, die Geld von der Regierung forderten. Er wie sie zurecht, weil sie die bürokratischen Abläufe der Fondsauszahlung nicht verstünden und von Geschenken des Staates abhängig seien.

Weiterhin pochte er darauf, dass Hilfsgelder nicht sofort ausgezahlt werden könnten, da Vorschriften eingehalten werden müssten. Der Premierminister demonstrierte damit, dass er die Bürokratie über die Bedürfnisse der von Flutkatastrophen betroffenen Bürger stellt.

Es ist klar, dass der Premierminister nicht über den Tellerrand hinaus gesehen und nicht begriffen hat, dass die Opfer sofortige Hilfe benötigen. 32 Personen sind gestorben und bis zu 400.000 Haushalte standen Mitte September unter Wasser. Seit Ende August wurden 32 Provinzen von Überschwemmungen heimgesucht. Das Leiden ist groß und weit verbreitet. Die Opfer haben keine Lebensmittel, kein Trinkwasser und keine Decken. Wie es mit sanitären Verhältnissen bei Überschwemmungen aussieht, kann sich jeder ausmalen. Das Kabinett hätte den staatlichen Notstandsfonds nutzen können, um das Hilfsbudget aufzustocken, hat dies jedoch unterlassen.

Die schlechte Reaktion des Staates inspirierte den Schauspieler Bin Bunluerit dazu, als Privatperson von der Öffentlichkeit Spenden einzufordern, und schon nach kurzer Zeit hatte er mehr als 230 Millionen Baht gesammelt. Seine Tat spornte die Regierung an, eine eigene Spendenaktion im Fernsehen zu organisieren.

Wenn das Hochwasser endlich sinkt, muss die Regierung Ausgleichsprogramme und andere Maßnahmen ausarbeiten. Um dies richtig zu machen, muss General Prayuth genau verstehen, was seine Regierung falsch gemacht hat. Und er könnte deshalb damit beginnen, den Kritikern zuzuhören.

Viele wiesen darauf hin, dass der Staat keine rechtzeitigen Warnungen übermittelte und den Menschen nicht genügend Zeit blieb, sich vorzubereiten und/oder ihre Häuser zu evakuieren.

Die Reaktion auf die Flut wurde auch als stark zentralisiert kritisiert, was es den lokalen Verwaltungsorganisationen schwer machte, zu helfen. Darüber hinaus haben unterschiedliche Botschaften der Regierung Verwirrung in der Öffentlichkeit ausgelöst.

Viele beschuldigen auch das staatliche Nationale Amt für Wasserressourcen, den Wasserstand nicht überwacht, Warnungen herausgegeben und Hilfsmaßnahmen durchgeführt zu haben. Eine Überprüfung der Funktionsweise dieser Behörde während der jüngsten Überschwemmungen ist dringend erforderlich.

Die wichtigste Lehre aus diesem Unglück ist jedoch, dass die Leute in den von Überschwemmungen heimgesuchten Gebieten einen effizienten Premierminister brauchen, der weder wütend noch defensiv ist.

Beitragsquelle : https://www.bangkokpost.com/opinion/opinion/1752629/pms-flood-of-anger

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