Wabenzäune schützen vor hungrigen Elefanten

Wabenzäune schützen vor hungrigen Elefanten

Das beste Mittel gegen auf Landwirtschaftsflächen eindringende Elefanten könnte ein einfacher Zaun aus Bienenwaben sein.

Farmer in ganz Thailand beschweren sich, weil sich Elefanten seit Jahrzehnten an den Produkten bedienen, die auf Agrarflächen wachsen. Das hat einerseits damit zu tun, dass der Lebensraum der Elefanten immer weiter eingeschränkt wird, andererseits wächst die Elefantenpopulation wieder.

Es gibt unterschiedliche Maßnahmen, um Elefanten vom Eindringen auf diese Flächen abzuhalten. Dazu gehören auch elektrische Zäune, die um die gesamte Fläche gebaut werden. Allerdings sind diese kaum dazu geeignet, die Jumbos aufzuhalten.

In den letzten Jahren verschärfte sich das Problem zusehends, weil es in den Wäldern zu wenig Nahrungsmittel für die Dickhäuter gibt, die Elefantenpopulation anwuchs und den Tieren nichts anderes übrig bleibt, als über Farmen zu streifen und dort nach Essbarem zu suchen.

Leider kommt es hier allzu oft zu Verletzungen und Todesfällen, sowohl bei Menschen als auch bei den Elefanten.

Behörden arbeiten daran, bessere Lösungen zu finden. Die neueste Erfindung ist ein sogenannter Wabenzaun, der auf die Instinkte von Elefanten anspielt, Bienen zu meiden.
Das Projekt wurde in der Phu Luang Wildlife Research Station in nordöstlichen Provinz Loei getestet, und Nationalparks in ganz Thailand wurden aufgefordert, den „Wabenzaun“ einzusetzen und zu testen. Eine ökologisch zufrieden stellende Lösung, die sowohl Tierschützer als auch Grundeigentümer überzeugt.

Zu den Nationalparks, die die neue Methode einsetzen, gehört auch Kuriburi in Prachuap Khiri Khan.

Elefanten spielen in der Region eine große Rolle, weil ihretwegen viele Touristen kommen, die der Gegend dann Geld einbringen. Die Besucher wollen die Dickhäuter in der Wildnis sehen. Doch der Konflikt mit den Farmern bleibt, die regelmäßig über eindringende Elefanten klagen, die in der Nähe des Nationalparks Kautschuk- oder Ananasplantagen niedermachen.

Aus diesem Grunde wurden in mehreren Gemeinden des Unterbezirks Kuriburi kürzlich die Wabenzäune aufgestellt. Den Farmern wurde gezeigt, wie sie sich um die Bienenstöcke kümmern und den Honig aus den Waben entnehmen können, während die Wabenzäune gleichzeitig die eigentlichen Landwirtschaftsflächen schützen. Die Ergebnisse in diesem Pilotprojekt werden von der Nationalparkbehörde (DNP) kontrolliert und aufgezeichnet.

Das Wabenmodell wurde von den Anwohnern gut aufgenommen, nicht nur, weil sie die Elefanten in Schach halten, sondern auch, weil sie hoffen, dass sie mit dem Honig, den sie verkaufen können, gleichzeitig einen Nebenverdienst haben, berichtete Rachaya Arkhachak, eine DNP-Forscherin.

Sie fügte hinzu, dass Farmer aus anderen Gegenden bereits anfragten, wann sie denn Wabenzäune bekommen könnten, um ihr Land entsprechend zu schützen.

Rachaya sagte, die Meinung der Anwohner würde eingeholt, und dann werde die DNP Budgetvorschläge machen, damit im kommenden Jahr mehr Wabenzäune gebaut werden können.
Der Chef des Nationalparks Kuriburi, Kanchanapan Khamhaeng, sagte, der Park habe auch auf anderen Gebieten seine Bemühungen intensiviert, um der „Invasion der Elefanten“ Herr zu werden, worunter der Bezirk seit Jahren leidet.

So habe der Park mit der Telekommunikationsfirma True sowie mit der Tierschutzorganisation World Wide Fund (WWF) eine gemeinsame Absichtserklärung unterzeichnet, um ein Elefantenfrühwarnsystem zu bauen. Kuriburi wird der erste Park des Landes sein, der über so ein System verfügt.

Auf 25 Straßen, die zu Farmland von Anwohnern führen, werden Überwachungskameras installiert. Sobald eine Kamera ein Tier erfasst, werden Foto und Örtlichkeit an das Parkbüro übermittelt, das rund um die Uhr besetzt ist.

Ranger werden dann ausrücken und versuchen, die Elefanten bzw. die Herde zurück in den Wald zu jagen, damit die Landwirtschaftsflächen verschont bleiben.

Kanchanapan sagte, der Park und beide Organisationen installierten gerade die Kameras. Das System soll in diesem Monat in Betrieb gehen.

Mit Hilfe der Kameras kann aber auch festgestellt werden, ob die Wabenzäune tatsächlich Elefanten aufhalten.

Wenn dem so ist, dann soll das Projekt in allen Wäldern im ganzen Land ausgebaut werden.

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