Verfahren eingestellt

Verfahren eingestellt

Der ehemalige Rothemden-Anführer Suporn „Rambo Isan“ Atthawong lief zur anderen Seite über und arbeitet jetzt als Politiker für die Palang Pracharat Party von Premierminister General Prayuth Chan-ocha. Ein Strafverfahren gegen Suporn, in dem es um die Störung des ASEAN-Gipfels 2009 in Pattaya ging, wurde nun auf mysteriöse Weise eingestellt.
Die Polizei lehnte es ab zu erklären, warum sie es versäumt hatte, den Pro-Junta-Politiker zu verhaften und die Anklage vorzubereiten, bevor die Verjährung eintreten konnte.
Die Frist zur Anklage gegen den jetzt 55-jährigen Suporn „Rambo Isan“ Atthawong wegen Störung des Gipfeltreffens im Jahr 2009 in Pattaya, was zu dessen Abbruch führte, lief Anfang Juni ab, weil er sich nicht rechtzeitig bei Gericht gemeldet hatte.

Verfahren eingestellt
Verfahren eingestellt

Staatsanwälte sagten, die Polizei habe es versäumt, den zum Junta-Anhänger mutierten Rothemden-Anführer zu verhaften und zwangsweise zum Gericht zu bringen. Jetzt ist die Verjährung eingetreten.
„Ich kenne die Einzelheiten nicht“, sagte der Polizeichef von Chonburi, Nanthachart Supamongkol, dessen Truppe mit der Festnahme von Suporn beauftragt war.
Ende Juni wurde bekannt, dass die Verjährung eingetreten ist. Suporn ist bislang der einzige Angeklagte in dem Fall, der um eine Anklage herumkommt. Andere Rothemden-Anführer müssen sich vor Gericht verantworten.
„Ich beneide Suporn nicht, dass er von der Angel gelassen wurde“, schrieb Rothemden-Anführer und Mitangeklagter Nattawut Saikua. „Aber ich fühle mich erbärmlich, wenn so ein juristisches Wunder geschieht.“
Die Anklage wegen Volksverhetzung geht auf den Monat April 2009 zurück, als Suporn noch einer der Anführer der Rothemden-Bewegung war. In dem Versuch, die damals an der Macht befindliche Regierung der Demokratischen Partei unter Premierminister Abhisit Vejjajiva herauszufordern, marschierten Suporn und andere Rothemden-Demonstranten zum ASEAN-Gipfel in Pattaya ein und zwangen die ausländischen Delegation in die Flucht.
Suporn wechselte nach dem Militärputsch von 2014 die Seiten.
Die Staatsanwaltschaft sagte, dass Suporn vor Ablauf der Anklagefrist vor Gericht erscheinen sollte, aber der Verdächtige konnte nicht ausfindig gemacht werden. Die Staatsanwaltschaft alarmierte daraufhin die Polizei. Die sollte Suporn aufspüren, festnehmen und bei Gericht vorführen. Doch es kam zu keiner Festnahme.
„Ich möchte Sie alle darüber informieren, dass die Staatsanwälte ihre Pflichten nicht vernachlässigt haben“, sagte der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft, Prayut Phetkhun.
„Die Schreiben, die wir an alle relevanten Abteilungen sandten, enthielten sogar fett gedruckte Texte“, betonte der Sprecher.
Der Polizeichef von Chonburi wollte keine weitere Stellungnahme abgeben und verwies an den stellvertretenden Polizeikommandanten Srivara Ransibrahmanakul, der für nationale Sicherheitsfragen zuständig ist. Srivara konnte jedoch für einen Kommentar nicht erreicht werden. Der nationale Polizeisprecher Krissana Pattanacharoen sagte auch, er habe keine Informationen über Suporn.
Auf die Frage, ob die Polizei eine Untersuchung anstrengen werde, weshalb die Beamten in Chonburi den Haftbefehl nicht ausgeführt haben, verwies Krissana die Frage an Srivara.
Suporn selbst sprach er nicht über die Umstände der Verjährung, und meinte lediglich, er wolle sich nicht „in die bürokratischen Prozesse einmischen. „Was auch immer die Staatsanwälte sagen, so möge es sein“, wurde Suporn zitiert.
Er ging auch seine ehemaligen Rothemden-Verbündeten an, weil sie die Behörden der Bevorzugung beschuldigten. Suporn bestand darauf, dass er keine besondere Unterstützung von der Junta erhielt.
„Unser Land kann wegen Leuten wie Nattawut nicht friedlich sein“, sagte Suporn. „Sie rühren ständig die Dinge auf. Ich möchte die Vergangenheit nicht ausgraben, weil dies ein laufendes Verfahren war … jeder ist vor dem Gesetz gleich.“
Bekannt als Rambo Isan für seine aggressive Sprache, die manchmal an einen Aufruf zum Bürgerkrieg grenzte, trat Suporn vor dem Militärputsch 2014 hauptsächlich mit den Rothemden im Isan auf.
Nach dem Putsch schwor Suporn öffentlich der Politik ab, nur um seinen Eid 2018 zurückzuziehen, als er der die Militärs unterstützenden Phalang Pracharath Party beitrat. Bei den Wahlen im März kandidierte er für einen Sitz in Na
khon Ratchasima, erhielt diesen jedoch nicht.

Ähnliche Beiträge