Upgrade auf Glasfaser

Upgrade auf Glasfaser

Meine Nachbarin war erst bei TOT, dann bei 3BB. Mit dem staatlichen Telekommunikationsanbieter war sie total unzufrieden, mit 3BB ziemlich unzufrieden. Sie wechselte zu True.
Anfangs lief alles prima. Die Internetverbindung war recht schnell, das Fernsehprogramm lief ebenfalls gut. Man konnte nicht meckern, würde der Berliner sagen. Fast die ganze Straße mit Einfamilienhäusern rüstete auf Anraten meiner Nachbarin auf True um. Alle meckerten über ihre Verbindungen, dann kam der Mann von True, und alles war gut.
Ich rüstete nicht um, denn ich war schon längst bei True. Ebenfalls ein zufriedener Kunde. Manchmal kam es zu Ausfällen, aber lange dauerten die nicht.
Das änderte sich eines Tages, als mehrmals hintereinander das Internet tagelang ausfiel. Das war eine harte Zeit. Erst da merkte man, wie abhängig man vom Internet ist, obwohl es sich doch noch um ein relativ junges Medium handelt. Dennoch mag ich mir nicht mehr vorstellen, wie das früher ohne Internet war. Das ist schon wichtig, vielleicht das Wichtigste.
Und dieser Meinung sind meine Nachbarn auch. Die riefen alle der Reihe nach immer wieder bei True an, aber viel nutzte das auch nicht.
Das ist alles schon eine Weile her, zuletzt lief es mit True wieder ganz gut. Irgendwann letzten Monat tauchte dann ein True-Mann in der Straße auf und sprach meine Nachbarin an. Er fragte, ob denn True zu ihrer Zufriedenheit funktioniere.
Der lange Netzausfall steckte ihr noch in den Knochen und sie sagte, nein, sie sei nicht zufrieden, und wenn er schon so dämlich frage: sie kündige!
Daraufhin sagte er, dass sie das doch lieber nicht tun solle, denn True habe ein Superspitzenangebot, das sie keinen Baht kosten würde. Weder die Installation, noch die Geräte noch fortlaufende Gebühren. True werde die gesamte Straße, demnach auch alle anderen True-Kunden vor Ort, auf Glasfaser updaten. Was sie, meine Nachbarin, davon halte?
Sie hielt sehr viel davon. Die Herrschaften machten sich sogleich an die Arbeit. Und tatsächlich: Am nächsten Tag kamen drei junge Burschen tatsächlich auch zu mir.
Der eine stieg auf den Mast und legte ein neues, zusätzliches Kabel. Das ist das Glasfaserkabel und etwa halb so dick wie das herkömmliche, das aber immer noch gebraucht wird. Der zweite Bursche baute den alten Router ab und brachte dafür zwei neue. Einen für das herkömmliche Kabel und einen weiteren für das Glasfaserkabel. Der dritte im Bunde schloss die Router an und vergab ein neues Passwort.
In der Computeranzeige wird die alte Verbindung als 2,4G und die neue Verbindung als 5G angezeigt.
5G gibt es in Thailand noch nicht, aber die Glasfaserverbindung ist ungeheuer schnell.
Selbst ein Laie merkt da den Unterschied. Sicher kommt es auch auf die einzelnen Websites an, insgesamt ist aber festzustellen, dass das Internet rasend schnell geworden ist.
Und das zum Nulltarif. Das muss nochmals betont werden. Die neuen Router hat True kostenlos geliefert. – Es gab keine Anschlussgebühren und die monatlichen Kosten – inklusive Fernsehen ca. 800 Baht – sind ebenfalls gleich geblieben. Der einzige Unterschied ist, dass das Glasfaser-Internet so schnell ist wie die Lichtgeschwindigkeit.
In anderen Ländern kann man von solchen Dingen nur träumen. – Zum Beispiel in Deutschland. Kürzlich sah ich eine Sendung über das Internet. Abgesehen davon, dass es in ländlichen Gebieten offenbar arg schwierig ist, überhaupt einen Internet-Empfang zu haben, ist der Empfang in Städten oft eine lahme Kiste. Die Provider versprechen auch mehr als sie halten. Die versprochene Geschwindigkeit wird in den seltensten Fällen eingehalten. Teuer ist es außerdem.

Upgrade auf Glasfaser
Upgrade auf Glasfaser

Der Bericht beschäftigte sich auch explizit mit Glasfaser. Das gibt es schon, nur ist es meistens so, dass das Glasfaserkabel, wenn es denn überhaupt existiert, nur bis zum Hauseingang reicht. An dieser Stelle ist es mit einem Kupferkabel verbunden, und dann nutzt die ganze Geschwindigkeit nichts, weil hier alles ausgebremst wird.
Deutschland ist ein Entwicklungsland und Thailand ist fortschrittlich, weil viel Wert auf eine digitale Infrastruktur gelegt wird. So kann man es vielleicht zusammenfassen.
Vielleicht sollten die deutschen Entscheidungsträger mal Urlaub in Thailand machen und sich vor Ort umsehen. Sie können etwas lernen. Wie Glasfaser verlegt wird, wie ein flächendeckendes Handynetz funktioniert und wie ein Flughafen gebaut wird.
Stattdessen koppeln sich die Deutschen vom Rest der Welt ab und sind der Meinung, sie machten alles richtig und alle anderen Länder würden ihnen nacheifern, weil sie, die Deutschen, alles so gut können. Können sie aber nicht, und niemand will so einen Unfug machen wie die Deutschen.
So ein kleiner Thailand-Urlaub dürfte nicht schaden und denen mal die Augen öffnen.
Natürlich gibt es nicht nur Positives zu vermelden. Letztens kam in den Nachrichten die Meldung, dass Mitarbeiter der Elektrizitätswerke bei Bauarbeiten auf der Central Road in Pattaya ein wichtiges Kommunikationskabel von TOT durchtrennt haben.
Der Staatsbetrieb nahm Stellung und sagte, man brauche drei Wochen, um dieses Kabel zu reparieren. So lange müssen TOT-Kunden auf das Internet eben verzichten.
Diese Nachricht gehört in die Kategorie: Ich habe schon viele Geschichten gehört, aber die ist neu.

Euer
Walter Weiß

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