Unsichere Bahnübergänge

Unsichere Bahnübergänge

Kürzlich stieß in Lopburi ein Zug mit einem Kleinbus zusammen. Eine Hauptursache für die Unfälle auf Bahnübergängen ist die Einstellung: Es interessiert mich einfach nicht.

Sechs Insassen, unter ihnen ein Kind, wurden getötet und neun weitere verletzt, als der Kleinbusfahrer im Bezirk Phatthana Nikhom über den Bahnübergang fuhr und von einem Zug gerammt wurde. Der Unfall ereignete sich gegen drei Uhr morgens.

Der Unfall geschah am ersten Tag der sogenannten „sieben gefährlichen Tage“ über die Songkran-Feiertage.

Der Kleinbus aus Bangkok war auf dem Weg nach Ubon Ratchathani.
Der Fahrer überlebte den Unfall. Er sagte, es habe keine Schranken gegeben, keine Warnlichter, überhaupt keine Lichter. Daher sei er auf den Bahnübergang gefahren ohne zu ahnen, dass es sich um einen solchen handelt. Er merkte das erst, als er das Warnsignal des herannahenden Zuges hörte. Aber da war es schon zu spät. Er versuchte zu beschleunigen, schaffte das aber nicht mehr.

Eine andere Tragödie ereignete sich in Surat Thani. Dort wurden eine Frau und ihr Sohn von einem Zug gerammt, der von Yala nach Bangkok fuhr. Auch hier handelte es sich um einen unbeschrankten Bahnübergang.

Seit Jahrzehnten sind solche unbeschrankten Bahnübergänge im Gespräch, weil sie eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit darstellen.

2013 gab es fast 130 Unfälle auf Bahnübergängen. 27 Menschen starben und beinahe 100 wurden verletzt. Rund 8o Prozent dieser Unfälle ereigneten sich auf unbeschrankten Bahnübergängen. Diese hohe Zahl führte zu einem öffentlichen Aufschrei. Die staatliche Eisenbahngesellschaft SRT solle doch endlich etwas unternehmen.

Die SRT weigerte sich aber und unternahm gar nichts. Die Behörde stellte sich auf den Standpunkt, dass die Bahnübergänge von Leuten vor Ort gebaut wurden – vor allem, damit Motorräder über die Gleise fahren können. Diese Bahnübergänge seien ohne Absprache mit der SRT entstanden und daher illegal. Und aus diesem Grund sei die SRT dafür gar nicht zuständig.

Als die Gemeinden sich ausdehnten, wurden auch die Straßen und die Bahnübergänge verbreitert. Es passierten nicht nur Motorräder, sondern auch größere Fahrzeuge. Technisch gesehen sind diese Bahnübergänge aber nach wie vor illegal.

Die SRT machte deutlich, dass sie kein Budget habe, um jeden Bahnübergang mit Schranken oder Warnlichtern auszustatten. Das Geld reicht noch nicht einmal, um Warnschilder aufzuhängen, obwohl die Leute diese Bahnübergänge ständig benutzen müssen. Stattdessen würde das Staatsunternehmen die Bahnübergänge lieber sperren.

In den meisten Fällen gibt es keine rechtliche Grundlage, dass die SRT Entschädigung für den Verlust eines Menschenlebens leisten muss. Die Unfälle werden in Anbetracht der Geschwindigkeit der Züge als unbeabsichtigt und unvermeidbar eingestuft.

Doch so ein Standpunkt ist nicht nur herzlos, sondern ist auf Seiten der SRT auch eine Fahrlässigkeit, die kritikwürdig ist.

Es ist nicht bekannt, ob die SRT überhaupt versucht hat, das Problem zu lösen, doch die Unfälle in Lopburi und Surat Thani zeigen, dass es wohl bestenfalls bei dem Versuch blieb.

Es ist natürlich richtig, dass es auf Seiten der Fahrer Fahrlässigkeiten gibt und einige von ihnen für diese Unfälle verantwortlich gemacht werden müssen. Da gibt es beispielsweise einige, die vor einem herannahenden Zug noch schnell versuchen, die Gleise zu überqueren. Das ist lebensgefährlich!

Man kann aber auch nicht bestreiten, dass einige der provisorischen Bahnübergänge vor scharfen Kurven liegen. Das macht es für Fahrer schwierig, einen Zug zu erkennen, selbst wenn sie langsam fahren.

Die Angelegenheit verschlimmert sich weiter, wenn Reisende keine Anwohner sind und ihnen nicht bekannt ist, wo sich ein Bahnübergang ohne Schranken, Warnlichter oder Schilder befindet.

Die SRT sollte ihren Stanpunkt ändern und sich mehr auf Sicherheit kümmern als auf das Recht berufen und ihre Zuständigkeit ablehnen.
Es muss nicht erst darauf hingewiesen werden, dass der Tod unschuldiger Menschen völlig inakzeptabel ist.

Laut Verkehrsministerium gibt es in Thailand 2.517 Bahnübergänge. Von den legalen sind 877 sind mit Schranken ausgestattet, weitere 755 legale müssen noch entsprechend ausgebaut werden.

2014 plante die SRT, 130 Bahnübergänge mit Schranken auszustatten und bei weiteren 118 Straßentunnel zu bauen.

Was die illegalen Übergänge betrifft, versprach die SRT mit lokalen Organisationen enger zusammenarbeiten zu wollen. Letztere sollen dann für die Schranken bezahlen, die die SRT anbringen würde.

Es kann aber nicht zu viel verlangt sein, im Falle von zu wenig Geld zumindest Warnschilder aufzustellen, die Fahrer darüber informieren, dass sich vor ihnen ein Bahnübergang befindet.

Beitragsquelle : https://www.bangkokpost.com/opinion/opinion/1661320/rail-crossings-remain-unsafe

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