Thailand zahlt den Preis

Thailand zahlt den Preis

Die Welt ist inzwischen so vernetzt, dass sich Veränderungen der thailändischen Umwelt – und damit der Zustand des Ökosystems – nicht mehr unabhängig vom Rest der Welt gesehen werden können.

Im letzten Jahr tauchten eine ganze Reihe von Umweltproblemen auf, die zeigen, wie Thailand mit dem Rest der Welt verbunden ist.

In zwei Fällen ging es um die Jagd nach Trophäen, hier reagieren die Leute immer sehr emotional, vor allem, dann wenn es sich bei den Jägern um „einflussreiche Personen“ handelt.

Premchai Karnasuta ist so eine Person. Er ist der Chef der Baufirma Italian-Thai Development, und war vor genau einem Jahr Anfang Februar im Naturschutzgebiet Thung Yai Naresuan in der Provinz Kanchanaburi verhaftet worden. Ihm und seinen Begleitern wird vorgeworfen, geschützte Tierarten getötet zu haben, darunter ein Schwarzer Leopard.

Es gibt sicherlich Leute in Behörden, denen es am liebsten gewesen wäre, wenn man den Mantel des Schweigens über die Angelegenheit hätte legen können, doch Premchais Verbindungen zu Politik und Geschäftswelt führten dazu, dass die Öffentlichkeit hier ganz genau hinsah.

Der Fall ist sehr kontrovers, auch weil die Frage gestellt wird, ob vor Gericht alle gleich sind.

Umweltschützer Sasin Chalermlarp, Präsident der Seub Nakhasathien Foundation, sagte, dass das Gericht ungewöhnlich schnell arbeite. Mit einem Urteil wird in Kürze gerechnet.

Das nächste Thema, das kurz nach dem Schwarzen Leoparden die Schlagzeilen beherrschte, zeigte wieder einmal, welche Ungleichheit in der Gesellschaft herrscht. Hier geht es um Pa Waeng oder „den verdorbenen Wald“.

Das Berufungsgericht, Region 5, baute Eigenheime für Richter und Gerichtsangestellte am Fuße von Doi Suthep, einem Berg, der in Chiang Mai als heilig gilt. Wertvoller Wald wurde für das Projekt abgeholzt.

Anwohner stellten sich gegen das Projekt, da waren die Häuser so gut wie bezugsfertig. Sie argumentierten, dass neben den katastrophalen Auswirkungen auf das Ökosystem die Häuser den Berg verschandelten, was wiederum Konsequenzen bei der Anerkennung als Weltkulturerbe habe.

Je länger sich die Proteste hinzogen, umso stärker wurde der Widerstand. Schließlich wurde das Projekt aufgegeben, die Richter wohnen jetzt in Chiang Rai. Das hielt die Richter aber nicht davon ab, Gegner des Projekts mit Verleumdungsklagen zu überziehen, um diese zum Schweigen zu bringen. Was aus den so gut wie fertigen Häusern werden soll, ist ungewiss.
Die Verbindung Thailands zum Rest der Welt wurde zu etwa derselben Zeit deutlicher, als eine mehr als zehn Kilometer lange Insel aus Plastikmüll im Golf von Thailand vor Chumphon auftauchte. Vom Pazifischen Ozean und anderen Gewässer her kennt man dieses Problem, jetzt gibt es das auch in Thailand.
Tatsächlich gehören Thais zu den größten Umweltverschmutzern der Welt. Thailand steht auf Platz sechs einer Liste mit Ländern, die den meisten Plastikmüll im Meer entsorgen.

Dieser Vorwurf tut weh, wurde aber von Meerestieren untermauert, die an Land gespült wurden. Bei der deren Untersuchung wurde festgestellt, dass ihre Mägen voller Plastik waren, vermutlich sind einige von ihnen sogar am Plastikmüll erstickt. Wieder gab es negative Schlagzeilen über Thailand, und vielleicht ist es nun tatsächlich bald soweit, dass die Behörden versuchen, das Plastikmüllproblem in den Griff zu bekommen. Geplant ist bereits, dass Plastikstrohhalme verboten werden sollen. Diese mögen nur einen Bruchteil des Mülls ausmachen, aber ein Schritt in die richtige Richtung ist das allemal.

Und wieder fand Thailand den Weg auf eine Liste, diesmal ging es um Elektroschrott, der nach Thailand importiert wurde. Der Sondermüll muss irgendwo entsorgt werden, China wollte ihn nicht mehr, also wurde er nach Thailand mit den laxen Kontrollen importiert. Ein gutes Geschäft für alle Beteiligten – zu Lasten der Umwelt und der Gesundheit.

Und noch eine Liste tauchte auf. Diesmal von einer Umweltschutzgruppe namens Germanwatch, die Thailand in die Top 10 der Länder setzte, die vom Klimawandel am meisten bedroht sind.

Falls der Meeresspiegel ansteigt, kommt die See gleich von zwei Seiten, und die Provinzen am Golf von Thailand und an der Andamanensee werden im Wasser versinken.

Thailand zahlt den Preis
Thailand zahlt den Preis

Es gibt aber auch gute Nachrichten. Die Umweltthemen, die immer dringender nach einer Lösung verlangen, wurden schon angepackt. Zum Beispiel an der berühmten Maya Bay, die von täglichen Tausenden von Touristen zu Tode getrampelt wurde. Der Strand aus dem bekannten Film „The Beach“ wurde komplett gesperrt, damit er sich wieder erholen kann.

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