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Thailand könnte sich die Finger verbrennen

Thailand könnte sich die Finger verbrennen

In den letzten zehn Jahren hat Thailand immer wieder versucht, die Zahl der Raucher zu beschränken. Es gab Preiserhöhungen für Zigaretten oder auch die Vorschrift, auf den Schachteln riesige Warnhinweise und Horrorfotos anzubringen. Diese Bilder wurden immer größer und nehmen jetzt 85 Prozent der Fläche einer Zigarettenpackung ein. Doch die Anzahl der Raucher steigt.

Diese Inkongruenz sollte dazu führen, dass die thailändischen Behörden überlegen, wie sie weiter vorgehen wollen.

Die meist erfolgreichen Maßnahmen weltweit bestehen darin, die Öffentlichkeit ständig über die Gefahren des Rauchens zu informieren, während die Kosten bzw. die Steuer für Tabak immer weiter angehoben werden. In den letzen 20 Jahren ging man jedoch langsam dazu über, nicht nur zu versuchen, die Gesundheitskosten fürs Rauchen zu reduzieren, sondern ging auch direkt gegen die Tabakindustrie vor.

So kann weitestgehend erklärt werden, weshalb es nicht nur um die Aufklärung der Öffentlichkeit geht, bei der Raucher das Rauchen aufgeben oder Nichtraucher gar nicht erst mit dem Rauchen anfangen sollen. Es geht vielmehr um die „Denormalisierung“ des Rauchens. Natürlich kann eine Aktivität nicht denormalisiert werden, man kann nur Leute denormalisieren. Raucher werden in vielen Teilen der Welt wie Aussätzige behandelt.

Dann gibt es noch Maßnahmen, die die Packung betreffen, die zuerst 2012 in Australien eingeführt wurden. Thailand überlegt, ob das hier auch so gehandhabt werden soll. Diese Maßnahme sieht vor, dass es gleichzeitig zwei Änderungen gibt. Zum einen wurden in Australien die Warnhinweise weiter vergrößert und zum anderen gibt es auf der Zigarettenpackung keine Logos mehr. Die wurden verboten und durch eine standardisierte Schrift und Farbe ersetzt. Nach 2012 folgten Frankreich und Großbritannien, Singapur überlegt, ob dies im Stadtstaat eingeführt wird.

Es gibt zwei Fragen, die sich hierbei stellen: Funktioniert das und ist das legal?
Was die zweite Frage betrifft, so haben sowohl in Australien als auch in Großbritannien Gerichte geurteilt, dass diese Maßnahmen legal sind. Es scheint, dass geistiges Eigentum in beiden Ländern problemlos und ohne Entschädigung enteignet werden kann. Investoren wurden hellhörig. Die Welthandelsorganisation (WTO) hat entschieden, dass diese Maßnahmen nicht gegen internationale Vereinbarungen zum Urheberrecht verstoßen. Gegen diese Entscheidung wurde Rechtsmittel eingelegt.

Die wichtigere Frage ist, ob solche Maßnahmen überhaupt funktionieren. Nur weil etwas legal ist, muss es noch lange nicht effektiv sein.

Die Antwort auf diese Frage zeigt sich in australischen Statistiken, die regelmäßig erhoben werden. Demnach ging die Anzahl der Raucher zwischen 2013 und 2016 nicht signifikant zurück. Weil die Bevölkerung anwuchs, wuchs mit der Zeit auch die Zahl der Raucher.

Die australische Regierung erhob ihre eigene Erhebung und teilte der WTO mit, dass die Maßnahmen sehr wohl funktionieren würden. Doch die WTO wischte diese Ausführungen als Unsinn beiseite. Die Statistik weist sogar darauf hin, dass die Maßnahmen genau das Gegenteil auslösten und es mehr Raucher gibt als zuvor.

Die australischen Daten im Gesundheitswesen weisen darauf hin, dass die Gesundheitsprobleme, die auf das Rauchen zurückgeführt werden können, seit 2013 anstiegen. Die Anzahl jugendlicher Raucher stieg zwischen 2010 und 2013. In einer Studie von 2017 gibt es keinen Hinweis, dass weniger Jugendliche rauchen.

Während sich die australische Regierung nicht damit abfinden will, dass seit der Einführung der neuen Packungen die Anzahl der Raucher stieg, macht die französische Regierung keinen Hehl daraus, dass seit Einführung in Frankreich mehr geraucht wird als vorher. Auch in Großbritannien stieg seitdem die Zahl der Raucher an.

Zigaretten immer weiter zu verteuern, ist auch nicht das Ei des Kolumbus, weil dann immer mehr Raucher bereit sind, geschmuggelte Zigaretten zu kaufen. Normalerweise kämen diese Leute nie auf die Idee, sich mit Schmugglern einzulassen.

Der einzige Weg bei einer gescheiterten Politik ist, den Kurs zu ändern. Raucher könnten beispielsweise dazu ermuntert werden, auf E-Zigaretten umzusteigen, weil diese weniger schädlich sind als herkömmliche Zigaretten. Wenn Raucher weniger oder schließlich gar kein Nikotin zu sich nehmen, ist es auch einfacher, mit dem Rauchen aufzuhören.
In Thailand sind E-Zigaretten indes verboten.

Nicht nur darüber sollte die thailändische Regierung nachdenken, sondern sollte die Statistiken der anderen Länder in ihre Entscheidungsfindung einbeziehen. Es ist offensichtlich, dass neue Verpackungen nicht die Lösung sind.

Der richtige Weg wäre, dass wie in Japan schon Kinder über die Gefahren des Rauchens aufgeklärt werden. Das führt natürlich nicht zu schnellen Ergebnissen. Doch wenn Thailand etwas gegen das Rauchen unternehmen will, sollte es nicht dieselben Fehler machen wie Australien, Frankreich und Großbritannien.

Beitragsquelle : https://www.thaivisa.com/forum/topic/1062790-why-thailand-risks-getting-its-fingers-burned-in-combating-rise-in-smoking/

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