Thai-Lösung für Südkore

Thai-Lösung für Südkore

Südkorea ist ein beliebtes Reiseziel für thailändische Touristen, genau wie Thailand für Südkoreaner. Leider wurde die Tourismusbeziehung zwischen den Ländern durch den anhaltenden Zustrom von thailändischen Besuchern beeinträchtigt, die in Südkorea zu Weltmeistern illegaler Beschäftigung wurden.
Um das Problem an der Wurzel zu packen, muss Südkorea einen neuen Ansatz in Betracht ziehen und nach Südostasien blicken, um zu sehen, wie Thailand versucht, ein ähnliches Problem zu lösen. Genauer gesagt geht es um die hohe Anzahl illegaler Migranten aus Burma, Laos und Kambodscha.

Thai-Lösung für Südkore
Thai-Lösung für Südkore

Im vergangenen Jahr wurde rund 26.400 Thais die Einreise an südkoreanischen Flughäfen verweigert. Alleine im ersten Quartal dieses Jahres konnten 10.000 thailändische Reisende die Immigration nicht passieren, da Südkorea strengere Maßnahmen ergriffen hat.
Im vorvergangenen Monat trafen sich thailändische und koreanische Beamte in Seoul, um das Problem zu erörtern. Sie wollen thailändische Reisende filmen. Die südkoreanischen Behörden werden außerdem eine elektronische Reisegenehmigung (Electronic Travel Authorization) für thailändische Besucher einführen. Dies ist ein neuer Versuch, nachdem mit mehreren anderen Maßnahmen in den letzten Jahren das Problem nicht gelöst werden konnte.
Illegale thailändische Arbeiter reisen als Touristen in Reisegruppen nach Südkorea ein. Sobald sie das Land betreten, verschwinden sie aus den Reisegruppen. Die meisten von ihnen arbeiten auf Farmen. Viele Frauen finden Arbeit als Masseusen und in Bars. Viele werden zur Sexarbeit angehalten oder gezwungen.
Zuvor hatte die südkoreanische Regierung illegalen thailändischen Overstayern eine Nachfrist von sechs Monaten eingeräumt, um sich bis März dieses Jahres bei den Behörden zu melden. Falls dies geschah, wurden sie nach Thailand abgeschoben ohne angeklagt und von der Rückkehr nach Südkorea ausgeschlossen zu werden. Allerdings meldeten sich nur etwa 15.200 illegale thailändische Arbeitnehmer oder gut zehn Prozent der geschätzten 143.000 Illegalen bei den Behörden. Infolgedessen hat die koreanische Einwanderungsbehörde kürzlich die Kontrolle der thailändischen Besucher verschärft.
Der Zustrom von thailändischen Arbeitern nach Südkorea ist hauptsächlich auf die Verlockungen des höheren Einkommens zurückzuführen. So werden in Südkorea bis zu 50.000 Baht oder mehr pro Monat gezahlt. In Thailand liegt der monatliche Mindestlohn bei schlappen 9.000 Baht.
Der Mangel an ungelernten Arbeitskräften in Südkorea hat auch die Nachfrage nach legalen und illegalen Arbeitsmigranten angekurbelt. Arbeitgeber können Kosten sparen, indem sie illegale Arbeitskräfte Gehälter zahlen, die unter dem Standardlohn liegen.
Die Situation ist ähnlich wie in Thailand. Die Nachfrage der thailändischen Wirtschaft nach ungelernten Arbeitskräften hat eine große Anzahl illegaler Arbeitskräfte aus den Nachbarländern angezogen. In der Vergangenheit haben Beamte das Problem ignoriert und illegale Arbeitsmigranten in Ruhe gelassen, um die Wirtschaft voranzutreiben. Die schlechten Arbeits- und Lebensbedingungen der Arbeiter setzen Thailand jedoch unter Druck. Die Kritik wegen Menschenrechtsverletzungen wurde lauter.
2017 beschloss die Regierung, mehr als 770.000 illegale Arbeitsmigranten zu registrieren und ihnen dann zu erlauben, legal zu arbeiten.
Thailand sichert sich dadurch ausländische Arbeitnehmer, die die Wirtschaft unterstützen, während die Nachbarländer Vorteile daraus ziehen, dass eine große Anzahl ihrer im Ausland lebenden Bürger Geld nach Hause schickt.
Thai-Lösung für SüdkoreSüdkorea sollte erwägen, die thailändische Lösung durch die Registrierung und Legalisierung von rund 360.000 illegalen Arbeitsmigranten einzuführen. Diese Politik kann zusammen mit anderen strengen Maßnahmen umgesetzt werden, beispielsweise Maßnahmen zur Bekämpfung des Menschenhandels.
Dieser Ansatz würde dazu beitragen, die Beziehungen zwischen Thailand und Südkorea zu vertiefen und den Tourismus zu fördern.

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