Südostasien wird mit Yaba geflutet

Südostasien wird mit Yaba geflutet

Obwohl die Behörden in Thailand und Südostasien verstärkt gegen Methamphetamine vorgehen, ist es nicht gelungen, die großen Akteure des Handels zu verhaften, heißt es in einem kürzlich veröffentlichten UN-Bericht.
„In den letzten Jahren hat sich auf dem südostasiatischen Drogenmarkt ein tief greifender Wandel vollzogen, da in Burmas Norden immer mehr synthetische Drogen, insbesondere Methamphetamine (Meth), hergestellt und von dort aus gehandelt wurden“, erklärte das Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) in einem Bericht mit dem Titel „Transnationale organisierte Kriminalität in Südostasien: Entwicklung, Wachstum und Auswirkungen“.
Thailand und ein Großteil Südostasiens sind das globale Zentrum für den Konsum von Meth, in Thailand bekannt unter dem Namen „Yaba“.
Steigende Einkommen und eine junge Bevölkerung gehören zu den Hauptgründen des Konsums, erklärte Jeremy Douglas, UNODC-Regionalvertreter für Südostasien und den Pazifik, der den Bericht im Foreign Correspondents‘ Club of Thailand vorstellte.
Die Drogenhersteller treiben den Verkauf voran, „indem sie absichtlich die Preise senken“, sagte Douglas, der hinzufügte, der Meth-Markt in Südostasien sei 61 Milliarden US-Dollar wert. In Bangkok kann man Yaba für nur 60 Baht pro Tablette kaufen, ein Preis, der mit einer Packung Milch vergleichbar ist. Noch vor fünf oder sechs Jahren kostete eine Yaba-Pille um die 100 oder 200 Baht. Allein daran wird deutlich, welcher Preisverfall hier eingesetzt hat.
Aufgrund der Leichtigkeit, mit der Konsumenten auf Drogen zugreifen können, fordert Douglas die Behörden nachdrücklich auf, das Meth-Problem eher durch Abschneiden der Nachfrage als durch Abschneiden des Angebots anzugehen. Selbst wenn die Hälfte der in der Region produzierten Methamphetamine beschlagnahmt würde, würde es immer noch genug geben, um die Straßen Südostasiens zu überfluten, argumentierte er.
Im vergangenen Jahr wurden in Südostasien 120 Tonnen Meth konfisziert, ein starker Anstieg im Vergleich zu 2017, da waren es 80 Tonnen gewesen.
„Wir müssen wirklich auf den Wachstumsmarkt und die Nachfrage eingehen“, sagte der UNODC-Regionalvertreter.
Darüber hinaus entgehen große Akteure, die „Milliarden von Dollar“ verdienen, oft der Justiz, sagte Douglas.
Im Jahr 2008 stufte der UNODC-Jahresbericht Thailand, Laos und die Philippinen als die einzigen südostasiatischen Länder ein, in denen Meth das Hauptproblem darstellt. Gut ein Jahrzehnt später wird in dem Bericht ganz Südostasien mit Ausnahme von Vietnam als Meth-Hauptproblemregion eingestuft.
Das Goldene Dreieck (gebildet durch die Grenzen von Thailand, Laos und Burma), einst ein berüchtigtes Zentrum für die Opium- und Heroinproduktion, ist heute ein bedeutendes Meth-Produktionszentrum, erklärte Douglas.
Der Shan-Staat in Burma, in dem die separatistischen Kämpfe gegen die Zentralregierung in Naypyidaw fortgesetzt werden, ist eine besonders wichtige Region für den Drogenhandel.
„Der Shan-Staat grenzt an China, Laos und Thailand und ist eine bedeutende Quelle für den Methamphetaminhandel von Burma aus in die drei Länder Südostasiens und in andere Regionen, darunter Australien, Japan, Neuseeland und Südkorea“, heißt es in dem Bericht.

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