Stellenabbau nicht nur in der Automobilindustrie

Stellenabbau nicht nur in der Automobilindustrie

Der US-Autobauer Ford gab bekannt, dass im Rahmen einer bereits angekündigten Umstrukturierung europaweit insgesamt 12.000 Stellen abgebaut werden sollen. Allein in Deutschland soll es knapp die Hälfte sein: 5.400 Arbeitsplätze fallen hier weg.
Ford baut einen Großteil seiner Autos für Europa in Deutschland und beschäftigt dort rund 24.000 Mitarbeiter. Am Hauptsitz in Köln sind es rund 18.000 Mitarbeiter.
Das Unternehmen plant, in den Jahren 2019 und 2020 sechs Werke in Großbritannien, Frankreich, Russland und der Slowakei zu schließen oder zu verkaufen.
„Fords Produktionsstandort in Europa wird bis Ende 2020 auf 17 Standorte reduziert, von 24 zu Beginn des Jahres 2019“, sagte der Konzern. In Wales werden insgesamt 1.700 Arbeitsplätze abgebaut.
Es ist das erste Mal, dass Ford die Auswirkungen seiner Pläne auf die Beschäftigung öffentlich bekannt gibt.
„Dies könnte der erste Schritt in Richtung eines vollständigen oder teilweisen Verkaufs des Ford-Autogeschäfts in Europa sein“, sagte Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer vom CAR-Institut der Universität Duisburg-Essen.
Der Stellenabbau werde „hauptsächlich durch freiwillige Trennungsprogramme“ erfolgen, sagte das Unternehmen, das rund 51.000 Mitarbeiter beschäftigt und 24 Fabriken in ganz Europa betreibt.
Konzernchef Jim Hackett kündigte im vergangenen Herbst eine massive Umstrukturierung des amerikanischen Unternehmens an, mit dem Ziel, elf Milliarden US-Dollar einzusparen und Ford zu einer „agileren“ Gruppe mit schnelleren Entscheidungsprozessen zu machen.
Ziel des Unternehmens ist es, mit den weltweit führenden Unternehmen bei der Umstellung der Branche auf autonomes und elektrisch angetriebenes Fahren sowie bei Diensten wie Carsharing und Mitfahrgelegenheiten Schritt zu halten.
Ford sagte, dass man „in Europa auf dem Weg sei, die Finanzen für das gesamte Jahr 2019 signifikant zu verbessern“, und fügte hinzu, dass man sich in Zukunft auf Elektromobilität konzentrieren wird.
Ford ist keine Ausnahme, denn die Automobilindustrie in Deutschland hat keine Chance gegen Abgashysterie und Klimawahn. Fast zeitgleich mit Ford hatte Audi Alarm geschlagen. Finanzvorstand Alexander Seitz sprach von einem „schlechten Wirkungsgrad“. Das bedeutet, dass es einen harten Sparkurs geben wird. Das wiederum bedeutet laut Insidern, dass bis zum Jahre 2025 von den jetzt 60.000 Arbeitsplätzen um die 10.000 wegfallen. Betroffen wären die Standorte Neckarsulm und Ingolstadt.
Die Produktion ging stark zurück. Diese liegt laut Seitz nur noch bei 64 Prozent. Die Kapitalrendite, die vor ein paar Jahren noch bei 35 Prozent lag, ist jetzt bei zehn Prozent angelangt. Investitionen und Gewinn passten nicht mehr zusammen, sagte Seitz mehr als deutlich.
Gekündigt werden soll allerdings niemand. Freie Stellen werden einfach nicht mehr besetzt, bis 2025 soll die Beschäftigung garantiert werden. Nicht nur der Betriebsrat fürchtet sich davor, was danach kommt.
In Baden-Württemberg sieht es nicht anders aus. Da ist sogar jeder zweite Arbeitsplatz in der Automobilindustrie gefährdet. Politiker machen allerdings nicht die Politik und damit sich selbst verantwortlich, sondern die Automobilindustrie. Diese habe den Fehler begangen, nicht jetzt schon mehr Elektroautos anzubieten.
Dabei wird jedoch vergessen, dass Elektroautos bei Autofahrern nicht wirklich beliebt sind. Was würde es nützen, mehr dieser Fahrzeuge herzustellen, wenn es nicht sehr viele Leute gibt, die diese dann kaufen. Unverdrossen sprechen die Politiker weiterhin von einer „Transformation“, von der weit und breit nichts zu sehen ist.
Ingenieure wissen, dass der Absturz der Automobilindustrie in Deutschland bevorsteht, weil in zehn Jahren nie und nimmer 50 Prozent aller Autos auf Deutschlands Straßen batteriebetrieben sind.
Zuletzt die Hiobsbotschaft. Nicht nur in der Automobilindustrie werden Arbeitsplätze abgebaut. BASF kündigte an, 6.000 Stellen streichen zu wollen, die Deutsche Bank sogar 18.000 Stellen. Es knirscht im System. Lange wird das nicht mehr gut gehen.

Ähnliche Beiträge