Road Rage

Road Rage

Stress und Angst können an jedem Tag und unter allen Umständen auftreten. Jeder, der in einer Großstadt lebt, weiß, wovon die Rede ist. Wie in einem vertrauten Szenario können Sie den Tag mit einem meckernden Familienmitglied beginnen oder Ihr Chef beschwert sich über Ihre Arbeitsleistung. Ganz zu schweigen davon, dass Sie täglich einen halben Tag am Steuer sitzen und sich durch die Hauptverkehrszeit und die Hitze des Tages kämpfen müssen. Diese Art von Dingen stellen Ihre Geduld auf die Probe.

Warum? Weil Sie sich unter diesen Einflüssen frustriert und wütend fühlen. Tatsächlich könnten Sie das Gefühl haben, explodieren zu müssen, wenn jetzt noch ein Tropfen kommt, der das Fass zum Überlaufen bringt.

Während einige von uns die Fähigkeit haben, ihr Temperament in Bezug auf die Situation zu kontrollieren, gibt es leider viele, die dies nicht können. Aus irgendeinem Grund brodelt es ständig in diesen wütenden Menschen, und es besteht immer die Gefahr, dass sie explodieren, wenn die Dinge nicht so laufen, wie sie es sich wünschen.

Im Straßenverkehr fallen solche Leute besonders schnell auf. Sie beschleunigen, um bei dunkelorange oder sogar rot über die Ampel zu fahren, sie hupen ständig, weil sie denken, dass ihr Vordermann zu langsam fährt, und sie zögern nicht, andere Fahrer mit dem Mittelfinger zu begrüßen das ist gelinde gesagt unhöflich. Und ja, es gibt dafür einen Namen: Road Rage. Einen eigenen deutschen Begriff gibt es dafür nicht, nur Umschreibungen wie „aggressives Verhalten im Straßenverkehr“ oder „Gewalt im Straßenverkehr“.

Nach Angaben des Verkehrsministeriums wird Road Rage wie folgt definiert: Aggressives oder gewalttätiges Verhalten aufgrund unkontrollierter Wut eines Fahrers wegen der Handlungen eines anderen Kraftfahrers.

Road Rage gilt als eine der Hauptursachen für Verkehrsunfälle, und über gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen wütenden Fahrern, wird die fast täglich in den Nachrichten und sozialen Medien berichtet.

Einer der Road-Rage-Champions ist Rachata Wangitcharoensuk, ein junger Mann, der als „der vieräugige Hitzkopf“ bekannt wurde. Er sorgte vor ein paar Wochen auf der Bangkoker Aksa Road für Schlagzeilen.

Rachata wurde an einem Tag zum meistgehassten Mann der Nation, nachdem der andere Autofahrer, Nanthawat, Aufnahmen von Ratchata veröffentlicht hatte, auf denen er mit dem Herumschreien gar nicht mehr aufhörte. Rachata war nicht nur beleidigt und griff den anderen Autofahrer körperlich an, er ging sogar darüber hinaus, indem er angeblich negative Bemerkungen über alle Thais und das Land machte. Niemand entging seinen Beleidigungen. Die beiden Clips, die Nanthawat veröffentlicht hatte, gingen viral, wie es so schön heißt, und Rachata wurde in den sozialen Medien alsbald heftig kritisiert.

Rachata und sogar seine Eltern entschuldigen sich später öffentlich, sie behaupteten, Rachata leide an Depressionen, er habe am Abend zuvor vergessen, seine Medikamente zu nehmen.
Außerdem habe er lange Zeit im Ausland studiert, was zu einem Mangel an Verständnis für die thailändische Kultur führte. Kurz gesagt: Der Thai erlitt in seinem eigenen Land einen Kulturschock, was zu einem Wutausbruch führte.

Bei dem Vorfall wurde niemand verletzt, und Rachata musste wahrscheinlich eine Geldstrafe von mehreren Tausend Baht zahlen.

Der Vorfall warf jedoch einige Fragen auf, die noch zu beantworten sind, wie zum Beispiel, welche Maßnahme ergriffen werden, um Road Rage und aggressives Fahrverhalten auf der Straße zu bestrafen. Warum erlaubten seine Eltern ihm zu fahren, wenn sie wussten, dass er krank ist? Und ist es immer in Ordnung, psychische Probleme dafür verantwortlich zu machen, wenn jemand auf der Straße die Beherrschung verliert und anderen Leuten Schaden zufügt?

Diese Art von Geschichte erinnert an einen anderen Fall vor vielen Jahren, als Kanpitak „Mu Ham“ Patchimsawat, Sohn eines hochkarätigen Geschäftsmannes und einer Schönheitskönigin, nach einer Auseinandersetzung mit einem Busfahrer seinen Mercedes in eine Menschenmenge an einer Bushaltestelle fuhr. Eine Frau starb, sieben Personen wurden verletzt.

Die Eltern von Mu Ham sagten, ihr Sohn sei psychisch instabil und könne sich nicht beherrschen.

Dusadee Juengsirakulwit vom Rajanagarindra-Institut für Kinderentwicklung, sagte, es sei nicht richtig, Krankheiten verantwortlich zu machen. Psychische Erkrankungen sollten niemals als Erklärung dafür angeführt werden, warum sich jemand schlecht benommen oder gar ein Verbrechen begangen habe. Man müsse jeden Fall und jede Handlung gesondert betrachten und versuchen, Menschen, die an einer psychischen Erkrankung leiden, allein deshalb nicht zu verurteilen, da dies zu Diskriminierung führen könnte.

Während wir also immer noch darauf warten, dass Behörden dem Problem nachgehen, wissen wir, dass es da draußen viele Fahrer gibt, die zu Road Rage neigen. Viele von ihnen wurden nicht als Kranke diagnostiziert.

Wie können diese Szenarien verhindert werden? Natürlich können wir die Gewohnheiten anderer nicht ändern, aber wir können uns auf unser eigenes Fahren konzentrieren.

Es ist wichtig, dass wir uns daran erinnern, dass alles, was auf der Straße passiert, nicht persönlich gemeint ist. Wir können auch versuchen, uns zwei Dinge zu fragen.

Lohnt es sich wirklich, aus dem Auto auszusteigen und andere Fahrer zu konfrontieren? Was sind die Konsequenzen einer solchen Aktion?

Wenn Sie der Meinung sind, dass Sie bei solchen Vorfällen leicht die Kontrolle verlieren, ist es möglicherweise an der Zeit, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen und zu lernen, wie Sie dieses Verhalten kontrollieren können.

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