Plastikfreunde sollen zahlen

Plastikfreunde sollen zahlen

In einem mutigen, drastischen Schritt, der dem Land helfen soll, den Plastikverbrauch zu senken, kündigte eine große Einzelhandelskette an, keine Einweg-Plastiktüten mehr an Kunden zu verschenken, sondern sie vielmehr zu ermutigen, Tragetaschen oder wieder verwendbare Beutel mitzubringen.
Die neue Richtlinie des Mall-Konzerns, Betreiber von The Mall, Paragon, Emquartier, Emporium und anderen Einkaufszentren, trat letzten Monat in Kraft.
Wer keine Einkaufstasche mitbringt und eine Plastiktüte möchte, wird gebeten, einen Baht pro Tüte zu zahlen. Das Geld, sagte der Konzern, wird in eine WWF-Kampagne fließen, um den Plastikverbrauch zu reduzieren.
Die neue Politik des Mall-Konzerns hat bei Internetnutzern gemischte Reaktionen hervorgerufen.
Einige beklagten sich darüber, dass das Bezahlen von Tüten den Kunden die Bequemlichkeit rauben und die Kunden belasten würde. Aber viele haben auch ihre Unterstützung zugesagt und gemeint, dass die Maßnahme zu einer Änderung des Verbraucherverhaltens führen wird, die gut für die Umwelt ist.
Es wird allgemein erwartet, dass andere Einzelhandels- und Supermarktketten an ihrer langjährigen Politik festhalten werden. Das heißt, dass dort weiterhin reihenweise Plastiktüten ausgegeben werden, auch wenn man nur eine Büchse Cola kauft, die in eine pygmäenartige Zwergentüte gepackt wird.
Der Schritt des Mall-Konzerns ist jedoch in einer Zeit bemerkenswert, in der die Regierung die Probleme der Plastikverschmutzung nur schleppend angeht und ein Gesetz ausschließt, weil sie ein Verbot als „unpraktisch“ ansieht.
Andere Einzelhandelsketten halten strikt daran fest, dass Kunden Taschen oder Tüten freiwillig mitbringen können, aber nur, wenn sie wollen. Das zeugt von der Angst, Kunden im harten Wettbewerb zu verlieren.
Die Politik der Regierung zur Entsorgung von Plastikmüll ist zu passiv. Sie zögert, Steuer- oder Geldstrafen einzuführen, die es ermöglichen würden, das Ziel der Reduzierung des Plastikmülls zu erreichen.
2017 begann die Regierung eine Kampagne zur Reduzierung des Gebrauchs von Plastiktüten, allen voran Premierminister General Prayuth Chan-ocha.
Die Kampagne, die in Zusammenarbeit mit Betreibern von Verbrauchermärkten durchgeführt wurde, ermutigt die Menschen, drei Tage in der Woche Stofftaschen zu verwenden: Montag, Mittwoch und Freitag.
Die Regierung behauptete, die Kampagne habe dazu geführt, dass im vergangenen Jahr 166 Millionen Plastiktüten weniger verwendet wurden. Auf den ersten Blick mag diese Zahl als großer Erfolg erscheinen, doch Thais benutzen pro Jahr mehr als 70 Milliarden Plastiktüten.
Thailand ist einer der schlimmsten Verursacher, was den Plastikmüll betrifft, der ins Meer gelangt.
Am 5. Juni, dem Weltumwelttag, prahlte die Umweltkontrollbehörde (PCD), mit einer einjährigen Kampagne den Plastikmüll reduziert zu haben.
Suwanna Tiasuwan, stellvertretende Generaldirektorin der PCD, zeigte sich zufrieden mit dem freiwilligen Verbot von Einweg-Plastiktüten und der „besseren Strafverfolgung in Bezug auf die Entsorgung von Plastikmüll.“
Viele kritisierten ihre Aussage zum Weltumwelttag als zu optimistisch. Zu den von Suwanna angeführten Errungenschaften gehörte eine massive Reduzierung der bei Trinkwasserflaschenverschlüssen verwendeten Kunststoffringe um 80 Prozent.
Sie erwähnte jedoch nicht, welche Maßnahmen es geben könnte, um gegen Einweg-Plastiktüten vorzugehen, die einen wesentlichen Beitrag zur Umweltkrise leisten.
Es wurde berichtet, dass ein Untergremium des Umweltministeriums einen Plan zur Entsorgung von Plastikabfällen für den Zeitraum 2018 bis 2030 ausarbeitete, um die Menge an Plastikabfällen zu verringern und die Wiederverwendung und das Recycling zu fördern.
Die Zielvorgabe lautet, dass alle Plastikabfälle in Thailand bis 2027 vollständig recycelt werden müssen.
Es steht zu befürchten, dass dies nicht erreicht werden kann – falls es keine drastische Änderung des Verbraucherverhaltens gibt oder Einzelhandelsketten eine andere Politik betreiben, die sich am Umweltschutz orientiert.

Beitragsquelle : https://www.bangkokpost.com/opinion/opinion/1705304/make-plastic-lovers-pay

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