Neue Regeln für traditionelle Medizinheilkunde

Neue Regeln für traditionelle Medizinheilkunde

Da Thailand das erste Land in Südostasien ist, das das Betäubungsmittelgesetz ändert und die Verwendung von Cannabis, das immer noch ein Betäubungsmittel ist, für Forschungs- und medizinische Zwecke gestattet, wird ein weiteres Problem aufgeworfen, wenn wir andere Länder in der Region dazu bringen, Cannabis zu legalisieren.
Die Legalisierung von Cannabis wird es den Menschen ermöglichen, Cannabis zur Genesung zu verwenden, und die Regierung in die Lage versetzen, den Konsum und Verkauf von Marihuana wie bei Alkohol und Tabak zu regulieren. Der Legalisierung ging jedoch eine kontroverse Debatte voraus, in der es darum ging, wie Notwendigkeit, Nutzen und Schaden miteinander abzuwägen. Themen waren die öffentliche Gesundheit, der eventuelle Missbrauch, der zu mehr Verbrechen führt, und die Möglichkeit, dass Marihuana von Minderjährigen konsumiert wird.
Cannabis ist seit mehr als drei Jahrhunderten Teil der thailändischen Medizin. Es gibt mindestens 91 Formeln mit Cannabis als Zutat. Im vorvergangenen Monat genehmigte das Gesundheitsministerium 16 Rezepte, die dazu beitragen können, Übelkeit zu heilen, den Appetit zu verbessern, den Schlaf zu fördern und Schmerzen und Angstzustände zu lindern.
Die Legalisierung von Cannabis ist das Ziel, das Befürworter und sogar Parteien wie die Bhumjaithai Party erreichen wollen. Parteichef Anutin Charnvirakul kündigte seine Absicht an, Regierungskandidaten für eine Legalisierung zu unterstützen. Er will die Pflanze als neues Produkt für Farmer fördern.
Die Botschaft wird vom Vorsitzenden des National Farmers Council, Prapat Panyachartrak, begrüßt. Er betrachtet Cannabis als „grünes Gold“. Ohne Legalisierung ist Cannabis ohnehin auf dem Schwarzmarkt erhältlich. Der Preis beträgt 8.000 bis 10.000 Baht pro Kilo, sagte er. Darf Cannabis angebaut werden, profitieren die Farmer vom Verkauf der hochwertigen Pflanze. Die Regierung werde mehr Einnahmen aus der Erhebung von Steuern erhalten und den Schwarzmarkt verkleinern, sagte er.
Beispielsweise hat der US Bundesstaat Colorado seit der Legalisierung von Cannabis im Februar 2014 Einnahmen in Höhe von umgerechnet 31,5 Milliarden Baht aus Marihuana-Steuern, -Lizenzen und -Gebühren erzielt.
Diejenigen, die Marihuana konsumieren, wie Daycha Siripatra und Banthoon Niyamabha, besser bekannt als Lung Tu, unterstützen die Legalisierung voll und ganz. Sie betrachten die Cannabispflanze als Kraut, nicht als Betäubungsmittel.
Daycha, der mehr als 5.000 Patienten kostenlos Cannabisöl verabreicht hat, möchte, dass jeder in seinem Garten Marihuana-Pflanzen anpflanzt, genau wie Chili und Basilikum, damit die Menschen die Krankheit eindämmen und die Notwendigkeit verringern, moderne Medikamente zu kaufen.
Cannabis wird für ihn nicht durch Rauchen, sondern durch Extrahieren des Öls verwendet. Er bringt den Leuten auch bei, wie man es mit einfachen Werkzeugen macht, damit sie das zu Hause tun können.
Modernes, medizinisches Cannabis konzentriert sich auf die Verwendung von Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD) zur Behandlung verschiedener Arten von Krankheiten wie Alzheimer, Autismus, Krebs, chronischen Schmerzen und Multipler Sklerose. Die traditionelle Medizin kümmert sich nicht so sehr um die beiden Hauptverbindungen. Die Kräuterpraktiker wie Daycha und Banthoon mischen einfach das Cannabisöl mit anderen natürlichen Ölen wie Kokos- oder Sesamöl. Die Anzahl der Tropfen variiert je nach Krankheitszustand. Die Methode ist weit entfernt von akademischer Forschung, hilft aber Tausenden von Menschen.
Außerdem hat Daycha eine andere Technik, um mit Cannabisöl für seine Gesundheit zu sorgen. Er trinkt täglich vor dem Zubettgehen zehn Tropfen seines Öls, das aus drei Prozent Cannabisöl und 97 Prozent Kokosöl besteht.
Er behauptet, dass es einen gesunden Schlaf fördert, sein Immunsystem stärkt und seine Gedanken schärft.
Bisher betrachten die Menschen Cannabis als magische Pille, die jede Krankheit heilen kann. Die Idee, Cannabis zu legalisieren, wird daher auch von der breiten Öffentlichkeit unterstützt.
Diejenigen, die gegen die Legalisierung sind, sind besorgt über die Möglichkeit einer Sucht, insbesondere bei Jugendlichen, das Risiko einer psychischen Erkrankung und das Potenzial für weitere Kriminalität.
Zwei Umfragen des Colorado Department of Public Health und Environment ergaben, dass der Marihuanakonsum in Colorado bei jungen Menschen stabil blieb und bei Erwachsenen nach der Legalisierung leicht anstieg. Die kanadische Regierung, das zweite Land, das Marihuana legalisiert, warnte, dass Menschen Cannabis-abhängig werden könnten. Es wird geschätzt, dass eine von elf Personen, die Marihuana konsumieren, eine Sucht entwickelt. Für diejenigen, die seit Teenagerjahren Cannabis konsumieren, steigt die Quote auf 17 Prozent. Wenn eine Person täglich Cannabis raucht, beträgt das Suchtrisiko 25 bis 50 Prozent.

Neue Regeln für traditionelle Medizinheilkunde
Neue Regeln für traditionelle Medizinheilkunde

Das Verbot und die Kriminalisierung des Cannabiskonsums hindern die Menschen jedoch nicht daran, Cannabis zu konsumieren.
Jetzt geht es darum, wann Thailand wieder Geschichte schreiben wird. Die Antwort liegt in den Händen der neuen Regierung.

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