Korruption beeinflusst Politik

Korruption beeinflusst Politik

Dieser Sommer scheint heißer zu sein als normalerweise und bei den Wasserspielen zu Songkran konnte ich mich überhaupt nicht abkühlen, schreibt Patcharawalai Sanyanusin. Der Hauptschuldige ist aber keinesfalls El Niño, sondern vielmehr die politische Spannung, die seit den Wahlen am 24. März eskalierte.

Es war die erste Wahl seit der Machtergreifung des Militärs mittels Putsch vor fünf Jahren. Über 74 Prozent der Wahlberechtigten nahmen an den Wahlen teil.

Wegen der vielen Probleme während der Wahlen war bis zuletzt nicht ganz klar, welche Partei mit der Bildung der nächsten Regierung des Landes beauftragt wird. Entweder die auf Seiten des Militärs stehende Palang Pracharath Party oder die dem ehemaligen Premierminister Thaksin Shinawatra nahe stehende Phuea Thai Party.

Auch wenn ich Politik nicht leiden kann und Politikern kaum Aufmerksamkeit schenke, bin ich neugierig, ob die Partei, die ich gewählt habe, eine Koalition eingehen kann und ob mein favorisierter Premierministerkandidat diesen Top-Job auch bekommt.

Diese Wahl ist ein Wettbewerb zwischen zwei Parteien. Die erste ist die pro-militärische Palang Pracharath, die Premierminister General Prayuth Chan-ocha (Onkel Tu) als Kandidaten für das Amt des Premierministers aufgestellt hat. Auf der anderen Seite stehen die Phuea Thai Party und die Future Forward Party, die geschworen haben, das Land zu demokratisieren, die gegen Onkel Tu und seine Militärregierung sind und ihm vorwerfen, sich an die Macht zu klammern.

Ich glaube, dass es sich viele Leute bei der Entscheidung schwer gemacht haben, wen sie wählen sollen. Ich fühlte mich unwohl, nachdem ich mit einer alten Freundin geredet hatte. Sie hatte mich davor gewarnt, einem Diktator die Chance zu bieten, an die Macht zurückzukehren und versuchte mich davon zu überzeugen, dass das Land einen demokratischen Weg einschlagen sollte.

Ihre Worte führten dazu, dass ich zurückblickte und ernsthafter nachdachte. Schließlich fragte ich mich selbst, ob ich wohl dumm wäre, wenn ich wirklich wollte, dass dieser Diktatur unser nächster Premierminister wird, nur weil ich davon beeindruckt war, wie er Ruhe und Ordnung ins Land brachte – nachdem er mit den Streitkräften geputscht und die damalige politische Krise beendet hatte. Ich fragte mich auch, ob ich aus Gründen der Demokratie für eine der anderen Parteien stimmen sollte.

In unserer Geschichte gab es viele Putsche und Militärregierungen, was zu Aufständen und Blutvergießen führte. Wir hatten auch viele Zivilregierungen, die nicht nur dabei versagten, das Land wohlhabender zu machen, sondern – schlimmer – völlig korrupt waren.

Ich mag keine Politik, weil ich glaube, dass sie aus gierigen und korrupten Politikern besteht, die schwören, dem Volk zu dienen, aber stattdessen sich am Geld des Landes bedienen. Wir haben viele Arten von Korruption gesehen, und ich kann keinem Politiker mehr trauen, vor allem nicht solchen mit einem dubiosen Hintergrund und versteckten Absichten, die das Land bedrohen.

Deng Xiaoping sagte einmal: „Es spielt keine Rolle, ob die Katze weiß oder schwarz ist. So lange sie Mäuse fängt, ist sie eine gute Katze.“ In diesem Sinne werde ich als Thai, die die Nation, Religion und Monarchie liebt, immer jeden unterstützen, von dem ich überzeugt bis, dass er diese drei Säulen unterstützt, unabhängig von seiner Stellung.

Um ehrlich zu sein, hat etwas meine Sicht auf politische Ideologien geändert. Das war etwas, das der verehrte Mönch Buddhadasa Bhikkhu vor 60 Jahren gesagt hat.

Er sagte: „Es ist egal, welcher politischen Ideologie die Herrscher dieser Welt angehören. Es reicht aus, wenn sie gut sind. Gute Diktatoren werden uns nur auf einem guten und gedeihenden Weg führen und zweifellos werden gute demokratische Herrscher nur gute Dinge tun. Aber wenn sie schlecht sind, auch wenn es Demokraten sind, dann werden sie nur an sich selbst denken und schließlich untergehen.“

Seine Ausführungen endeten mit: „Der Punkt ist, dass sie gut sein müssen, und es spielt keine Rolle, ob sie links oder rechts sind. Nur Dhamma kann aus uns gute Menschen machen, nicht irgendwelche politischen Ideologien.“

Es ist ziemlich schwierig festzustellen, wer im Sinne der Lehren gut ist. Meiner Meinung nach sollten sie aber zumindest gegenüber ihrem Land eine tiefe Dankbarkeit empfinden. Ich glaube, dass sie dann nur gute Dinge für das Land tun können.

Beitragsquelle : https://www.bangkokpost.com/opinion/opinion/1661780/corruption-complexities-mar-thai-politics

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