Klimafonds: Deutschland zahlt und China kassiert

Klimafonds: Deutschland zahlt und China kassiert

Am deutschen Wesen soll die Welt genesen, hieß es früher. Heute ist das immer noch aktuell. Ob Migrationspakt oder Klimafonds: Deutschland will die Welt retten und macht sich dabei nur lächerlich.

Der Klimafonds der UNO ist dafür gedacht, armen Staaten unter die Arme zu greifen, wenn diese gegen den Klimawandel kämpfen. Da Deutschland nicht nur mit seinen Windmühlen das Weltklima retten will, sondern auch finanziell, zahlt es kräftig in den Fonds ein und wird dieses Jahr die Summe verdoppeln. Das Geld landet dann nicht nur in armen Ländern, sondern in China und in den reichen Golfstaaten. Ob das im Sinne des Erfinders ist?

Obwohl Deutschland inzwischen mit Windrädern zugepflastert ist, reichen diese nicht aus, den Strombedarf zu decken. Die letzten Atomkraftwerke gehen vom Netz, bleiben nur noch die Kohlekraftwerke, die dann für den Strom sorgen. Daher ist es kein Wunder, dass die Klimaschutzbilanz in Deutschland nicht allzu gut aussieht, denn die Realität hat mit grünen Träumen nun einmal nichts gemein.

Damit Bundesumweltministerin Svenja Schulze überhaupt etwas vorzuweisen hatte bei der Weltklimakonferenz in Polen, kündigte sie an, Deutschland werde den finanziell bedürftigen Green Climate Fund der UNO auffüllen.
Bislang zahlte Deutschland 750 Millionen Euro, in diesem Jahr wird die Summe auf 1,5 Milliarden Euro verdoppelt.

Eingerichtet wurde der Klimafond 2010 auf der Klimakonferenz in Cancun. Die Idee dahinter ist, dass armen Ländern finanziell geholfen wird, damit auch sie etwas gegen den Klimawandel unternehmen bzw. sich diesem anpassen können. Genau so sagte es denn auch Schulze, die meinte, man werde die Entwicklungsländer beim Klimaschutz nicht alleine lassen, auch nicht bei der Anpassung an den Klimawandel. Deutschland, das offenbar wie immer gerne zahlt, würde, so Schulze, ein starkes Zeichen setzen.

Über das starke Zeichen freuen sich andere Länder sehr. Beispielsweise Bahrain. Das steinreiche Öl-Emirat greift gern in die Kasse für hilfsbedürftige Länder, obwohl der Durchschnittslohn in diesem Land über dem von Deutschland liegt.

Bahrain trägt wegen seiner Öl- und Gasproduktion in den Augen von Umweltschützern zum Klimawandel bei, aber das Land beantragt gleichzeitig Geld aus dem Klimafonds zu erhalten. Möglich ist das, weil Bahrain, das auf Rang 15 der reichsten Länder der Welt steht, bei der Klimarahmenkonvention 1992 nicht als ein Industrieland oder OECD-Staat galt.

Aus diesem Grunde kann sich der reiche Golfstaat immer darauf berufen, ein „bedürftiges“ Land zu sein und entsprechende Anträge zur Finanzhilfe stellen. Wer will dem Ölstaat vorwerfen, Geld nicht abzulehnen, wenn er es denn erhalten kann?

Erhalten hat Bahrain zwei Millionen Dollar. Gefordert hatte es rund zehn Millionen Dollar. Man kann es ja versuchen, dürften sich die Leute gedacht haben und haben immerhin ein Fünftel bekommen.

Klimafonds: Deutschland zahlt und China kassiert

Ähnliches gilt für China. Die zweitgrößte Wirtschaftsnation der Welt gilt bei der Klimakonferenz als bedürftiges Land, weil auch hier falsch kategorisiert wurde. Nach den Ursachen und Schuldigen wird nicht gefragt, offenbar kann es niemand mehr ändern.

China ist eine Supermacht, baut Flugzeugträger, schickt Menschen ins All, hat die größten Devisenreserven, baut Kraftwerke im In- und Ausland, Bahnstrecken, leistet Entwicklungshilfe, kauft im Ausland in bar ganze Unternehmen auf. Doch wenn es ums Klima geht, gilt China als armes Land.
China sieht die Angelegenheit daher wie Bahrain und hat ein Darlehen von 100 Millionen Dollar aus dem Fonds beantragt. Damit sollen Boden, Wasser und Luft in dem Industriegebiet Shandong gereinigt werden. Hier wird mehr Energie verbraucht und mehr Auto gefahren als in anderen chinesischen Regionen.

Wegen des Handelskonflikts mit China setzten sich die USA dafür ein, China erst einmal keinen Kredit zu bewilligen. Das gelang, ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass ein theoretischer Anspruch besteht.

Insgesamt jedoch, so wird versichert, soll das Geld aus dem Klimafonds meist bei dem richtigen Adressaten ankommen. 2021 bis 2025 sollen an die ärmsten Länder der Welt 177 Milliarden Euro ausgezahlt werden. Das ist dann das Doppelte der Auszahlungen von 2016 bis 2020. Bei der Summe wird die Welt bestimmt bald kühler sich nicht weiter erwärmen.

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