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Khon Kaen führt in die Smog-Schlacht

Khon Kaen führt in die Smog-Schlacht

Während die Provinzen mit dem gefährlichen Smog kämpfen, zeigt Khon Kaen im Nordosten des Landes, wie man das Problem an der Wurzel anpackt, schreibt Anchalee Kongrut.

Falls erfolgreich, kann die Isan-Provinz eine Vorbildfunktion einnehmen, wenn es darum geht, die Feinstaubpartikel in der Luft zu reduzieren.

Anfang Februar litten die Einwohner unter einer hohen Konzentration von Feinstaubpartikeln, deren Menge 100 Mikrogramm pro Kubikmeter überstieg. Das ist mehr als das Doppelte des thailändischen Grenzwertes, der bei 50 Mikrogramm/Kubikmeter liegt und damit das Doppelte des WHO-Standards von 25 Mikrogramm/Kubikmeter beträgt.

Doch es gibt einen Hoffnungsschimmer, weil die Verwaltung von Khon Kaen ein Strategiepapier ausgearbeitet hat, wie mit der Krise umgegangen werden soll.

Die Entstehung des Feinstaubs ist in jeder Provinz unterschiedlich. In Bangkok haben die Fahrzeuge einen großen Anteil an der Luftverschmutzung. Autofahrer sollten ermuntert werden, den Wagen stehen zu lassen und öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen. Sie sollten hochqualitativen Kraftstoff tanken und die Motoren ihrer Fahrzeuge regelmäßig überprüfen lassen. Ideal wäre es natürlich, wenn so wenige Fahrer wie möglich in die Stadt fahren.

Doch in Khon Kaen ist der Hauptschuldige die Praxis der Farmer, ihre Felder abzubrennen, hier ist es vor allem Zuckerrohr.

Die Provinz gehört zu den Hauptanbaugebieten von Zuckerrohr in Thailand, es gibt hier so einige Zuckermühlen. Jahrelang haben die Einwohner der Provinz – wie andere Leute in anderen Gebieten mit großen Zuckerrohrfeldern – gelitten, wenn die Felder abgebrannt wurden.

Diese Ursache für die Luftverschmutzung in der Region gibt es schon seit ca. zehn Jahren. Aus irgendeinem Grund wurde über das Problem in den Medien nicht berichtet, auch die Politik kümmerte sich nicht. Das Augenmerk der Öffentlichkeit lag auf Berichten über brennende Felder in Provinzen wie Nakhon Ratchasima, Kalasin, Kanchanaburi, Suphanburi und Phetchabun. Es gab Nachrichten über Farmer, die wegen der Brände kaum noch Luft bekamen – einige starben sogar.

Schließlich berichteten die Medien doch über Khon Kaen, nämlich als der Gouverneur der Provinz, Somsak Jangtrakul, auf die Idee kam, Farmer auf die schwarze Liste zu setzen, wenn sie Zuckerrohrfelder anzündeten. Ebenfalls auf der schwarzen Liste landeten Mühlen, die Produkte dieser Felder annahmen.

Eine 34 Jahre alte Zuckerrohrfarmerin wurde festgenommen, weil sie ihre Plantage in Brand gesteckt hatte und das Schauspiel live auf Facebook übertrug. Sie musste eine Geldstrafe von 1.000 Baht bezahlen und wurde, nachdem sie ihre Tat bereut hatte, freigelassen. Sie sagte, sie habe weder gewusst, dass das Abbrennen von Feldern die Luft belastet noch, dass diese Feuer ungesetzlich sind.

Spätestens an diesem Punkt fragt man sich, weshalb Zuckerrohrfarmer ihre Felder abbrennen.

Mit dem Abbrennen von Zuckerrohr vor der Ernte wurde vor etwa zehn Jahren begonnen. Früher wurden für die Ernte sachkundige Arbeiter benötigt, der Vorgang wurde als „Erntesäuberung“ bezeichnet. Die Farmer schnitten das Rohr, schnitten von diesen das Laub ab und banden die Rohre zu Paketen zusammen, bevor sie diese Bündel auf Laster verluden. Eine langwierige Knochenarbeit.

Die Art der Ernte veränderte sich dann, als die Zuckerrohrproduktion eine große Industrie wurde, sowohl auf dem inländischen als auch ausländischen Markt. Die Farmer kämpfen gegen die Zeit. Die Plantagen wurden größer, sachkundige Farmer wurden älter und arbeiteten nicht mehr, und man begann, die Felder abzubrennen, weil das Zeit und Arbeitskosten spart. Verbranntes Zuckerrohr ist weitaus einfacher zu ernten, und das half Farmern, ihr Zuckerrohr pünktlich zu den Mühlen zu bringen. Die Mühlen ihrerseits bekommen rechtzeitig Nachschub, um die Nachfrage auf dem Weltmarkt bedienen zu können.

Im Falle von Khon Kaen bot der Gouverneur den Farmern auch eine Lösung an, indem er die Mühlen darum bat, den Zeitraum für die Annahme von Zuckerrohr um drei Monate bis Ende April zu verlängern. Diese Fristverlängerung der Zuckermühlensaison soll den Farmern Zeit geben, das Zuckerrohr auf althergebrachte Weise zu ernten.

Unterdessen haben der Gouverneur und die Zuckerindustrie eine gemeinsame Lösung erarbeitet. Das Komitee des Zuckervorstandes (OCSB), das für die Zuckerindustrie verantwortlich ist, hat versucht, das Problem des Abbrennens der Felder zu lösen, indem es eine Kooperation mit den Fabriken sucht und Farmern sogar mehr Geld bieten, die von der Praxis des Abbrennens Abstand nehmen.

Das OCSB schlug vor, Farmern günstige Kredite in Höhe von insgesamt sechs Milliarden Baht zu gewähren, damit diese Zuckerrohrlaster kaufen können und Gerätschaften, die dabei helfen, Lohnkosten und Zeit zu sparen. Immerhin ging in der Region das Abbrennen der Felder bislang um vier Prozent zurück.

Es muss jedoch noch viel getan werden, da geschätzt wird, dass die Hälfte der Zuckerproduktion in Thailand von Plantagen stammt, die in Flammen aufgehen.

Allerdings glaube ich, dass das Problem nicht nur bei der Regierung und der Zuckerindustrie liegt.
Stattdessen könnten Konsumenten eine Rolle spielen, indem sie umweltbewusster agieren und Zuckerrohr ablehnen. Das OCSB kann mehr tun, indem auf Produkten hingewiesen wird, die von Zuckerrohrfeldern stammen, die nicht abgebrannt wurden.

Falls sich nichts ändert, werden wir „Black Sugar“ essen und verdreckte Luft einatmen.

Beitragsquelle : https://www.bangkokpost.com/opinion/opinion/1630666/khon-kaen-leads-way-in-haze-battle

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