Japaner wollen in Bangkok Parkplätze betreiben

Japaner wollen in Bangkok Parkplätze betreiben

In Bangkok sind Parkplätze nicht sehr zahlreich und lassen die Verkehrsstaus in der Hauptstadt noch schlimmer werden als sie sowieso schon sind. Einige japanische Firmen versuchen, diesem Chaos eine positive Seite abzugewinnen.

Nippon Parking Development (Thailand), eine lokale Tochtergesellschaft von Nippon Parking Development betreibt über 30 Parkplätze in Bangkoker Gebäuden und macht gute Profite.

Das Unternehmen aus Osaka kam 2010 nach Thailand und baute ein System, das Parkgebühren automatisch erfasst, elektronische Wegweiser, die den Autofahrern zeigen, wo ein Parkplatz frei ist, sowie Überwachungskameras und sparte damit erfolgreich Personalkosten ein.

Einige der Parkplätze verzeichnen nach Übernahme durch das Unternehmen und die entsprechende Automatisierung eine Gewinnsteigerung von 90 Prozent.

Neben normalen Parkplätzen gibt es auch welche für VIP und Semi-VIP sowie fahrerfreundliche Dienstleistungen. All das führt zu höheren Profiten.

„In Bangkok hat seit Jahren die Zahl der jährlich zugelassenen Fahrzeuge die 400.000 erreicht, das sind über 1.000 Autos pro Tag“, sagte Kenji Kawamura, Chef der thailändischen Tochtergesellschaft, der gleichzeitig Vizepräsident der Konzernmutter ist.

Er gebrauchte eine Analogie: „Wenn man annimmt, dass ein Auto fünf Meter lang ist, dann sind das pro Tag fünf Kilometer.“

Auf Bangkoks Parkplätzen können laut Kawamura nur 300.000 bis 400.000 Fahrzeuge parken, wenn in der Stadt aber vier oder fünf Millionen Fahrzeuge unterwegs sind.

Auch wenn die Regierung plant, dass bis 2029 entlang der Bahnstrecken 40.000 Autos parken können, wird das kaum ausreichen, um mit der Nachfrage Schritt zu halten.

Ein Grund ist, dass man in Thailand mit Parkplätzen normalerweise nicht viel Geld verdienen kann.
Eigentümer von Bürogebäuden stellen ihren Mietern einen kostenlosen Parkplatz zur Verfügung, wenn diese 100 Quadratmeter Bürofläche mieten. Betreiber von Einkaufszentren verlangen mitten im Herzen Bangkoks nur geringe Parkgebühren. Es wird zudem darüber gesprochen, dass Parkplatzwächter Gelder unterschlagen.

Diese Faktoren führen dazu, dass Grundstückseigentümer eher nicht am Bau von Parkplätzen interessiert sind.

Parkgebühren sollten im Rahmen steigender Einkommen von Fahrzeugeigentümern steigen, damit es bessere Parkplätze gibt, sagte Kawamura.

Unter solchen Bedingungen sind automatisierte Parksysteme in Bangkok häufig anzutreffen, auch wegen des rasanten Baus immer weiterer Condo-Gebäude in den letzten Jahren.

„Ich denke, vor fünf Jahren hatte nur ein von zehn Condos in Bangkok ein automatisches Parksystem, doch jetzt sind es acht von zehn“, sagte Kentari Taki, General Manager von Space Value (Thailand), einem Joint-Venture, das zur japanischen Design- und Baufirma Nissei Build Kogyo gehört.

IHI Asia Pacific (Thailand), ein Ableger von IHI Corp., einer japanischen Schwerindustriefirma, wird in diesem Jahr unter einem Condo unterirdisch ein automatisches Parkplatzsystem errichten.

Das System wird ein flexibles Layout haben und dadurch den Raum effizient nutzen. Es soll das erste Smart-Parkplatz-System in Thailand sein, sagte Kai Miyake, General Manager der Bangkoker Filiale.

Unterdessen ging das thailändische Pendant von Nippon Parking mit TC Car Solution (Thailand), deren Mutterkonzern ein japanischer Autoverleiher ist, eine Partnerschaft ein, um Ende August mit einem Car-Sharing-Service zu beginnen.

Falls die Nachfrage steigt, will der Parkplatzbetreiber Car Sharing an mehreren Orten anbieten. Die Idee dahinter: Leute sollen mit dem Auto fahren, aber nicht unbedingt ein Fahrzeug besitzen.

„Gute Parkplätze zu bauen reicht nicht mehr aus, und wir müssen aus dem Parken eine Informationstechnologie machen und Car Sharing anbieten“, sagte Hiroshi Horiguchi, Managing Director von IHI Thailand.

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