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Groupies und Terroristen

Groupies und Terroristen

Nachdem gut organisierte Terroristen im April 1988 ein Flugzeug von Kuwait Airways auf dem Flug von Bangkok nach Kuwait entführten und zwei Geiseln tötete, gab es eine Ermittlung.

Es ist nur fair zu sagen, dass auch diese Untersuchung sehr gut organisiert war. Zu dieser gehörten Leute aus Behörden mit drei Buchstaben aus unterschiedlichen Ländern, auch Thailand, und niemals wurde der Erfolg heraustrompetet, tatsächlich wird er nach wie vor geheim gehalten.

Die Ermittler bekamen eigentlich alle Antworten, die sie über die Entführung wissen wollten: wer, woher, warum und vor allem wie. Die Entführer waren Libanesen, Mitglieder der vom Iran unterstützten schiitischen Hisbollah, auf Deutsch: Armee Gottes. Die Gruppe war und ist eine Terrororganisation, die oft im Namen Teherans Spezialaufträge außerhalb Irans übernimmt. Die Hisbollah hat auf Terrormissionen auch in Thailand operiert – vor und nach der Flugzeugentführung von 1988.

Das „Warum“ wurde schon während der gewalttätigen 16 Tage lang andauernden Entführung deutlich, während die Entführer im Nahen Osten und in Afrika von Flughafen zu Flughafen flogen. Der Plan war, mit der Flugzeugentführung die Freilassung von 17 Schiiten zu erpressen, die in Kuwait in Haft saßen. Sie waren im Dezember 1983 nach Terroranschlägen auf Botschaften, den Flughafen und andere Ziele in Kuwait verhaftet worden.

(Am Rande: Den Entführern gelang die Freipressung der Gefangenen nicht, weil die Behörden nach der Doktrin „Wir verhandeln nicht mit Terroristen“ handelten.)

Es stellte sich heraus, dass der schwierigste Teil der Ermittlungen die Frage war, wie die Entführer das gemacht hatten. Wie kamen die Entführer als ein halbes Dutzend ganz normale Passagiere in Bangkok an Bord von Flug KU 422, und wurden dann drei Stunden später, als sich das Flugzeug über dem Arabischen Meer befand, zu einem gut funktionierenden Terrorteam mit AK47-Schusswaffen und Granaten?
Lange Geschichte kurz erzählt: Auch wenn die Ermittlungen einen Monat dauerten, war die Antwort ziemlich einfach. So einfach, dass sogar zwei Groupies, die nur an ihren Star dachten, darauf kamen. Wie bei einem Déjà-vu kamen die Groupies darauf, und das amüsierte oder verärgerte so ziemlich jeden in Thailand, ganz zu schweigen von den internationalen Fluggesellschaften und Sicherheitsbeamten in der ganzen Welt.

Die kurze Antwort ist, dass die mörderischen Entführer und die von ihrem Star besessenen Groupies Hilfe von innen hatten.

Die Waffen, die die Entführer auf dem Flug KU 422 benutzten, waren von einer Arbeiterin im Flugzeug versteckt worden, während die Kabine auf dem Flughafen Don Mueang gesäubert wurde. Einer Putzfrau waren mehrere schwere, aber kleine Päckchen übergeben worden, die, davon wusste sie wohl nichts, die Einzelteile für die Gewehre und Granaten enthielten. Während ihrer Arbeit versteckte sie die Päcken in dem Hohlraum über einer der Toilettendecken im Flugzeug. Die Frau, die für ihre Dienste 500 Baht erhielt, kooperierte während des Verhörs mit den Ermittlern.

Genau wie die beiden Groupies, die ihren Schauspielerstar Lee Jong-suk auf dem Flughafen Suvarnabhumi aus der Nähe sehen und begrüßen wollten, brauchten die Terroristen nur ein einziges Werkzeug: einen Flughafenarbeiter, der mit seinem magischen Ausweisen jede Türe öffnen kann, obwohl die eigentlich verschlossen sind.

Natürlich brauch man für das illegale Betreten eines für die Öffentlichkeit nicht zugänglichen Teils des Flughafens mehr als Komplizen, die für Liebe und/oder Geld ihren Arbeitsplatz und noch mehr aufs Spiel setzen. Selbst die beiden Groupies brauchten zunächst einen Plan.

Die Entführer hatten, wie sich herausstellte, sehr viel organisierte Hilfe bekommen, so auch von mindestens einem Angestellten eines bekannten Reisebüros im Bangkoker Siam-Viertel.

Die Männer, die vor 30 Jahre die Sicherheitskräfte auf dem Flughafen Don Mueang befehligten, und die Männer, die im September die Sicherheitskräfte auf dem Flughafen Suvarnabhumi befehligten, sind sich keiner Schuld bewusst.

Der stellvertretende Manager des Flughafens Suvarnabhumi, Kittipong Kittikachorn, sagte, Flughafenangestellte hätten einen Fehler gemacht, was „aber nichts mit den normalen Sicherheitsstandards von Suvarnabhumi zu tun hat.“

Technisch gesehen richtig, jedoch zwei Anmerkungen.

Erstens: Die Öffentlichkeit hat nicht den Eindruck, dass die Sicherheitsstandards auf dem Flughafen internationalen Standards entsprechen, wenn zwei dumme Gänse, die nicht mal halb so schlau sind wie ausgebildete Terroristen, einfach durch Sicherheitstüren latschen und einem VIP-Passagier auflauern können.

Zweitens: Das ist wohl kaum der erste Vorfall, bei denen das Sicherheitspersonal auf dem Flughafen mit heruntergelassenen Hosen erwischt wurde.

Ein Beispiel: Es ist schon drei Jahre her, aber vielleicht erinnern Sie sich noch daran, dass es dem ehemaligen Polizeichef Kamronwit Thoopkrachang gelang, seinen kleinen Freund, einen Revolver, Kaliber.22, durch die Suvarnabhumi-Kontrollen zu schmuggeln.
Im Bericht zur jährlichen Terroranalyse der US-Regierung heißt es über Thailand, das Thailand für internationalen Terrorismus als Transitland anfällig sei, weil das Passagieraufkommen auf dem Bangkoker Hauptflughafen hoch sei.

Beitragsquelle : https://www.bangkokpost.com/opinion/opinion/1544930/devout-groupies-and-a-band-of-terrorists

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