Geschichten aus der Südsee

Geschichten aus der Südsee

Zwischen Surat Thani und Phangnga werden die Wunder eines alten Reiches entdeckt.
Der Strand von Laem Pho im Bezirk Chaiya in der Provinz Surat Thani ist lang und friedlich. Am Tag unseres Besuchs gab es nur eine Handvoll Touristen. Vor Ort waren auch Archäologen. Aber sie machten nicht Urlaub, sondern untersuchten eine alte maritime interkulturelle Handelsroute, die bis ins 7. Jahrhundert zurückreicht.
Laem Pho war zur Zeit des Königreichs Srivijaya (7. bis 13. Jahrhundert) ein Seehafen, der zu einem indonesischen Stadtstaat gehörte. Dieser wuchs zu einer wichtigen Seemacht heran, kontrollierten den internationalen Seehandel und baute Handelsbeziehungen mit China und Indien auf.
„Wir fanden unter dem Meer bei Laem Pho Stücke alter Keramik aus der Tang-Dynastie Chinas [7. bis 10. Jahrhundert], Töpferwaren aus Indien und Glaswaren aus Persien“, sagte Phanuwat Ueasaman, Leiter des archäologischen Forscherteams von der Behörde für Bildende Künste.
„Ähnliche Stücke fanden wir auch auf der anderen Seite der Halbinsel in Phangnga, etwa 200 Kilometer entfernt. Das beweist, dass es eine Überlandroute zwischen Surat Thani im Osten und Phangnga im Westen gab, die Teil der alten Seehandelsrouten im Süden war“, sagte er.
Wegen dieser Überlandroute konnten Händler vermeiden, die Straße von Malakka zu befahren, die voller Piraten war. Die Händler nahmen den Landweg, was zum Austausch einheimischer und ausländischer Güter sowie von Religion und Kultur entlang der Strecke führte.
Ausländische Kaufleute waren oft gezwungen, an Handelsposten zu bleiben, während sie in der Monsunzeit auf besseres Wetter warteten. Dort bauten sie Tempel und Schreine. Khao Phra Narai (oderKhao Srivijaya), ein Hügel, 40 Kilometer südlich von Laem Pho, ist ein typisches Beispiel. Hier ist die Heimat sowohl hinduistischer als auch buddhistischer Stätten, die vor über tausend Jahren errichtet wurden.

Geschichten aus der Südsee
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Khao Phra Narai wurde 1936 unter Denkmalschutz gestellt. Die Ausgrabungen durch Archäologen begannen 1998. Nach mehr als zwei Jahrzehnten schätzt Phanuwat, dass die Arbeiten zu etwa 90 Prozent abgeschlossen sind.
Besucher können auf die Spitze des Hügels gehen, etwa 33 Meter über dem Meeresspiegel, um den Komplex von 19 religiösen Stätten zu besichtigen. Von diesen wird angenommen, dass es sich um Schreine und Tempel handelt. Nach etwa einem Jahrtausend bestehen die meisten Überreste nur noch aus Ziegelsteinfundamenten.
„Während der Ausgrabung und Restaurierung haben wir Artefakte gefunden, die 1.000 bis 1.400 Jahre alt sind“, sagte Phanuwat.
Darunter befanden sich fünf Skulpturen des hinduistischen Gottes Vishnu. Eine dieser noch in gutem Zustand befindlichen Skulpturen ist im Bangkoker Nationalmuseum ausgestellt. Eine Replik wird bei Khao Phra Narai gezeigt.
Andere Artefakte, die auf dem Gelände gefunden wurden, sind ein Shiva-Lingam-Stein und ein buddhistisches Amulett, ein Dhamma-Rad, chinesische Töpferwaren, persisch-türkis glasiertes Geschirr und antike Perlen. Alle Stücke sind im Chaiya National Museum in Surat Thani ausgestellt.
In Phangnga hat inzwischen ein anderes archäologisches Team der Behörde für Bildende Künste ähnliche Artefakte gefunden, darunter in Ban Thung
Tuek im Bezirk Takua Pa.
Ban Thung Tuek war im 9. und 10. Jahrhundert ein Handelshafen. In einem Waldgebiet verbirgt sich ein religiöser Komplex mit hinduistischen und buddhistischen Skulpturen. Dort wurden auch Töpferwaren aus China, Indien und Persien entdeckt.
Heute gibt es nur noch Fundamente und verstreute Keramikscherben.
In der Nähe auf dem Hügel Khao Phra Noe, der am Flussdelta des Takua Pa River steht, befindet sich eine weitere antike Stätte. Auf dem Hügel steht ein hinduistischer Tempel, in dem sich eine gut zwei Meter hohe Skulptur von Vishnu aus dem späten 7. Jahrhundert befand. Die Statue wurde 1927 in das Bangkoker Nationalmuseum gebracht, wo sie noch heute ausgestellt ist. Auf Khao Phra Noe wurden auch Keramiken aus der Tang-Dynastie in China und Karneolperlen aus Indien gefunden.
„Die archäologischen Funde auf beiden Seiten der Halbinsel zeigen deutlich, dass eine alte Seehandelsroute über Land durch den Süden führte. Wie die Seidenstraße führte das Netzwerk zum Austausch von Kultur und religiösen Überzeugungen, die heute Teil unseres Erbes sind“, sagte Phanuwat.

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