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Fernseh-Schwule sind schuld an Aids

Fernseh-Schwule sind schuld an Aids

Es gibt nach wie vor viele Märchen, die über Aids kursieren. Ein stellvertretender Gouverneur in Bangkok verbreitete eine neue Geschichte. Er sagte, dass sich eine steigende Anzahl junger Männer mit Aids infiziert, weil in Fernsehserien öfter Schauspieler zu sehen seien, die einen Homosexuellen spielen.

Selbst die Aussage von Thaweesak Lerprapan, Vizegouverneur in Bangkok, dass die Aidsrate ansteigt, ist schon eine zweifelhafte Behauptung. Noch unhaltbarer dürfte die Aussage sein, dass ein Mann, der fernsieht, salopp gesagt, vor lauter Begeisterung schwul wird, wenn er Homosexuelle im TV sieht. Mitglieder der LGBT-Gemeinde kritisierten demnach auch Thaweesak und sagten, er sei unwissend und seine Behauptungen unbegründet, zumal diese auf Vorurteilen basierten.
Ich empfehle dem stellvertretenden Gouverneur, sich mit dem Thema näher zu befassen, bevor er solche Schlüsse zieht“, sagte Forschungsaktivist Paisarn Likhitpreechakul. „Diese Art negativer Einstellung ist es, die die Ansteckungsgefahr mit HIV steigen lässt.

Nimit Tienudom, Direktor einer Aids-Stiftung, sagte, Thaweesaks Kommentare auf einer staatlichen Gesundheitskonferenz, seien nichts als eine unbegründete persönliche Meinung.
Ich stimme damit nicht überein. Ich glaube, es ist eine Meinung, die von keiner Studie und keinen Forschungsergebnissen untermauert wird.
Die LGBT-Gruppe Trasher griff zu drastischeren Worten und schrieb online, dass der Vizegouverneur mit (geschönt zitiert) „Mist wirft“.
So etwas zu sagen ist wie mit Mist zu werfen und die Schuld einer bestimmten Gruppe zuzuschieben. Kennen Sie überhaupt bildende Thai-Serien wie ‚Hormones’ oder ‚Gay OK’?

Wir haben uns schon oft gewundert, wie solche Leute eine Autorität werden können“, hieß es weiterhin von Trasher. „Es ist wahr, dass die meisten HIV-Infektionen bei Schwulen vorkommen. Das ist ein Problem, dem vorgebeugt werden und das gelöst werden muss. Aber zu sagen, dass Schwulsein von den Medien ausgelöst wird, weil es cool und modisch ist, das ist doch wahrlich überholt.

Thaweesak hatte nicht nur auf der Konferenz seine Meinung geäußert, er war sogar deren Vorsitzender. Das Thema der Tagung war Aids-Verhütung und Behandlung durch die Bangkoker Stadtverwaltung. Er sprach über infizierte Einwohner in verschiedenen Gemeinden, als er sagte, er sei besorgt darüber, dass die HIV-Infektionen bei Männern unter 25 Jahren anstiegen.
Er stellte keine Daten zur Verfügung, die diese Behauptung unterstützen könnten. Die Anzahl der HIV-infizierten Jugendlichen und Männer unter 25 geht laut UNAIDS seit über zehn Jahren jedes Jahr zurück.
Thaweesak fuhr fort und sagte, dass Homosexuelle eine Risikogruppe seien, weil mehr Männer schwul würden, wenn sie Homosexuelle im Fernsehen und in den sozialen Medien sehen. Schwulsein werde so zur Mode und beschleunige den Coming-Out-Prozess bei Teenagern.

Wie man es von thailändischen Zeitungen so kennt, wurden Thaweesaks Ausführungen ohne Nachfrage oder Kommentar 1:1 übernommen. Als schließlich doch bei ihm nachgefragt wurde, sagte Thaweeasak, er könne seine Behauptungen nicht auf Forschungsergebnisse stützen, aber auf der Konferenz habe ihm das jemand erzählt, und er habe das nur wiederholt.

Laut UNAIDS geht die Anzahl der HIV-Neuansteckungen seit 1992 stetig zurück. 2014 gab es 8.700 neue Fälle. 2015 waren es 7.300 Fälle und 2016 gab es 6.400 Ansteckungen mit dem HI-Virus. Die meisten Patienten sind Männer, die entweder Sex mit Männern oder Transgendern hatten.

Beitragsquelle : http://www.khaosodenglish.com/news/bangkok/2017/08/11/deputy-governor-blames-hiv-infections-gay-tv-characters/

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