Eine kulinarische Weltreise

Eine kulinarische Weltreise

Was war das beste Essen, das Sie jemals gegessen haben? Und was war das schlechteste? Die Ernährung ist eines der wichtigsten Themen so lange wir auf dieser Erde herumstapfen. Wir wollen nicht nur Nahrung aufnehmen, wir wollen auch genießen!
Deswegen haben wir uns beim letzten Gesprächskreis im Begegnungszentrum mal über diese Dinge unterhalten. Angeleitet wurden wir von einem, der es wissen muss, von einem Koch aus der Schweiz. Jeder in der Runde kam dran und sollte uns seine prägenden Erlebnisse rund ums Essen schildern.
Es fand sich ein buntes Mosaik von Anekdoten zusammen, wobei sich drei Sachgebiete herausschälten: Erfahrungen mit internationalen Küchen, Erfahrungen mit besonders guten Gerichten sowie leidvolle Erlebnisse mit ausgesucht schlechtem Essen und schließlich – unerwartet aber sehr verständlich – die Kochkunst der Oma.
Fast jeder in der Runde hatte eine Oma, die mit ihrem Kochen sein Leben prägte. Unvergessen, unvergesslich, wie sie in der Nachkriegszeit aus fast nichts umwerfendes Futter herstellen konnte. Nie wieder erreicht, wie sie Kartoffeln mit Soße, Brotsuppe, Klietersuppe, Königsberger Klopse, Kaninchenbraten, Gänsebraten zu Weihnachten, Steckrübengemüse und gebratene Champignons, Pfifferlinge oder auch Steinpilze zustande brachte.
Viele von uns haben in ihrem Leben niemals etwas Besseres zwischen die Kiemen bekommen. Dabei waren es gar nicht ausgefuchste Gerichte der Haute Cuisine wie getrüffelte Gänseleber oder Steinbuttmedaillons an Rieslingschaum, sondern es war gutbürgerliches, gut gewürztes Essen, das nur einen besonderen Pfiff hatte – den Oma-Pfiff.
Es kamen auch Rezepte zur Sprache, die heute fast vergessen sind, wie Lungenhaschee, Hirn mit Ei, Nieren in brauner Soße oder Brennnesselsalat. Manches davon allerdings in weniger guter Erinnerung. Trotzdem: In Omas Sonnenschein mochte mancher sein Leben verflattern.
Zu den Höhen und Tiefen der Essensamplitude gab es originelle Sachen zu hören. Da wurde ein Essen in einem Restaurant in Basel gelobt, wo immer alle Tische ausverkauft sind. Einer war überzeugt, dass es in Bremen die besten Currywürste gibt, ein anderer konnte sich an Kaltem Hund nicht satt essen. Überhaupt, der Kalte Hund! Eine ebenfalls fast vergessene Süßspeise, aber bei seiner Nennung leuchteten die Gesichter auf. Kalter Hund verband Ost und West. Es gab ihn in Karl-Marx-Stadt und Radebeul ebenso wie in Butzbach und Wetzlar. Und wieder war es die Oma, die in DDR und Bundesrepublik dem Kalten Hund mit Butterkeksen, Kakao und Palmin den richtigen Biss verleihen konnte.
Das Unerfreuliche kam auch zur Sprache. Zweimal wurde von einem Essen berichtet, das nur unter Würgen herunter geschlungen werden konnte. Schlimm, wenn man dabei auch noch von vornehmen Leuten eingeladen ist und so tun muss, als würde es schmecken. Eine Lammsuppe, die besonders lammig daherkam, und Klöße mit Kapern wurden erwähnt.
Das Ausland kam gut weg. Natürlich ist die italienische Küche die Beste! Oder doch die französische? Vielleicht eher sogar die deutsche? Manche stimmten der Meinung zu, dass es in Deutschland zumindest die beste Pizza, die beste Paella und die beste Caldeirada gibt. In den entsprechenden Ländern Italien, Spanien und Portugal kommt man allzu oft nur noch an Touristenfraß heran. Ferne Länder wurden auch erwähnt. Die Inder haben wunderbare Gerichte, natürlich auch die Thais und – etwas unerwartet – die Nepalesen.
So gab es von überall viel zu berichten, und als wir auf unserer Weltreise wieder in Pattaya im Begegnungszentrum ankamen, hatte jeder noch den Geruch und Geschmack von Essenserlebnissen in der Nase und auf der Zunge, die er sonst fast vergessen hätte.
Es war ein schönes Gespräch in einem guten Kreis. Nicht immer sind unsere Themen so kulinarisch, aber jedes Mal sind sie spannend.
Also kommen Sie zum Gesprächskreis, immer dienstags um vierzehn Uhr in Naklua, im Begegnungszentrum!

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