Die Energiewende halten weder Ochs noch Esel auf

Die Energiewende halten weder Ochs noch Esel auf

Deutschland ist ein Industrieland. Die Industrie hat an der gesamten Wertschöpfung einen Anteil von 23 Prozent. Dieser Anteil liegt beispielsweise in Großbritannien oder Frankreich bei nur rund zwölf Prozent.
Eines haben alle Industriebetriebe gemeinsam: Sie benötigen Strom. Und der muss zuverlässig und durchaus wettbewerbsfähig aus der Steckdose kommen. Doch genau das wird durch die Energiewende torpediert. Geplantist, dass in schon vier Jahren-das letzte Atomkraftwerk abgeschaltet werden soll. Kernkraftwerke sind allerdings ein Garant für eine sichere Stromversorgung. (CO2-Ausstoß = 0.) Mit den ebenfalls zuverlässigen Kohlekraftwerken soll spätestens Ende der 30er Jahre Schluss sein.
Hilft das dem Weltklima? Da lachen nicht nur die Hühner, sondern auch Ochs und Esel. Die Leute, die das glauben, sollten einmal Urlaub in der frischen Bangkoker Luft machen, die momentan in thailändischen Gazetten täglich Schlagzeilen macht.
Das soll aber nicht das Thema sein, sondern die schwankenden deutschen Stromquel-len, namentlich Wind und Sonne. Der Strom dürfte sich nach der Abschaltung herkömmlicher Kraftwerke wie Kohle und Atom verteuern. Dann ist die Wettbewerbsfähigkeitdeutscher Industriebetriebe bedroht. Die Industrie würde sich daher natürlich wünschen, wenn der Staat die Zusatzkosten übernimmt. Der würde es sich vom Steuerzahler bzw. Stromkunden zurückholen. Die jetzt schon teure Energiewende – die deutschen Strompreise sind mit die höchsten der Welt – würde noch teurer.
Man könnte natürlich argumentieren, dass für den Umweltschutz kein Preis zu hoch ist. Daher sollte einmal ein Blick auf einen ganz normalen Stromtag in Deutschland geworfen werden. Und der sieht folgendermaßen aus.
Der Energiebedarf beträgt an einem ganz normalen Tag Anfang des Jahres 71,3 Gigawatt.
Dieser Bedarf wird zu 13 Prozent aus Atomkraftwerken gedeckt, die auf Hochtouren, das heißt zu 100 Prozent, laufen.
45 Prozent des Bedarfs werden durch Kohle gedeckt, das sind 71 Prozent der Leistung.
Schließlich kommen noch 17 Prozent Erdgas hinzu, das sind 42 Prozent der Leistung.
Bis hierhin folgende Zwischenbilanz: Die Atomkraftwerke, die völlig emissionsfrei sind und 2022 abgeschaltet werden, liefern zusammen mit den Kohlekraftwerken, deren Ende ebenfalls nah ist, den meisten Strom, nämlich über die Hälfte. Hinzu kommen noch die Gaskraftwerke. Insgesamt sind durch diese drei Kraftwerksarten genau drei Viertel des Bedarfs abgedeckt.
Nun zu den erneuerbaren Energien, die knapp die restlichen 25 Prozent übernehmen:
Windenergie: Drei Prozent, indem drei Prozent der möglichen Leistung genutzt werden.
Sonnenenergie: Vier Prozent, indem sechs Prozent der möglichen Leistung genutzt werden.
Biomasse: Acht Prozent durch Nutzung von 72 Prozent der möglichen Leistung.
Pumpspeicher: Drei Prozent durch Nutzung von 22 Prozent der möglichen Leistung.
Das sind 93 Prozent. Die übrigen sieben Prozent werden an diesem Beispieltag aus Nachbarländern importiert.
Der Leser darf in seinem Kopf jetzt einmal zehn Jahre vorspulen. Wir schreiben das Jahr 2029. Es ist ein ganz normaler Tag im Februar. Atomkraftwerke wurden längst abgeschaltet. Ebenso die Kohlekraftwerke. Was die Stromerzeugung aus fossilen Quellen betrifft, so ist nur noch Erdgas übrig geblieben.
Angenommen, der Strombedarf hat sich in den zehn Jahren nicht erhöht. Er liegt 2029 ebenso wie 2019 bei 71,3 Gigawatt.
Windparks und Solaranlagen können eine Leistung von104,8 Gigawatt erbringen. Aber es weht nicht überall Wind undes scheint nicht überall die Sonne. Das bedeutet, dass die Leistung nur 4,75 Gigawatt beträgt. Es müssen aber 71,3 Gi-gawatt erreicht werden.
Der Rest muss aus anderen erneuerbaren Energien kommen wie Biomasse (möglicheLeistung 7,72 Gigawatt), Pump-speicher (mögliche Leistung 9,44 Gigawatt) und Erdgas, das eigentlich keine erneuerbare Energie ist (mögliche Leistung 29,6 Gigawatt).
Alles zusammengezählt kommt man auf 51,51 Gigawatt, wobei die Pumpspeichernur bis zu dem Zeitpunkt Strom liefern, bis sie leer sind. 71,3 Gigawatt weniger 51,51 Gigawatt macht eine Lücke von knapp 20 Gigawatt.
Zu diesem Strombedarf nach heutigem Stand kämen in zehn Jahren aber noch die zwei Millionen Elektroautos, die auf Deutschlands Straßen herumfahren sollen und mit Strom „betankt“ werden wollen. Politiker reden davon, dass es 2030 keine Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor mehr gebensoll.
Die Lösung liegt auf der Hand. Es heißt nicht „Zurück in die Zukunft“, sondern „Zurück ins Mittelalter“. Da gab es Ochsen- und Eselskarren. Die haben sich Jahrhunderte lang be-währt und könnten sich aufs Neue bewähren.

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