Die Dürre ist da

Die Dürre ist da

Einwohner in Krathung Rai  im Bezirk Prathai in der Provinz Nakhon Ratchasima sind  verzweifelt. Ein 25 Rai großer  See trocknete aus. Ein alternativer Zugang zu Trinkwasser, es handelte sich um artesische Brunnen, ist offenbar ebenfalls kurz vor dem Versiegen.
„Wir flehen die Regierung um dringende Hilfe an“, sagte Sakun Suepsamran, der Vorsteher von Krathrum Rai.
Seitdem der See austrocknete, können nur noch artesische Brunnen die rund 2.000 Bewohner von drei Dörfern mit Leitungswasser versorgen. Wenn es nicht regen sollte, wird es immer schwieriger, an  das Grundwasser zu gelangen. Dann wären die Aussichten für die Einwohner alles andere als gut.
Prathai gehört zu den Bezirken in der nordöstlichen Provinz, die bislang von der Trockenheit am schwersten betroffen sind.
Der Nordosten des Landes ist ein Gebiet, das oftmals von Dürren heimgesucht wird, während auch in anderen Bezirken der Wasserspiegel in Teichen und Flüssen sinkt.
Das Wetterphänomen El Niño führt in Südostasien zu Dürren, und in diesem Jahr werde das Problem verschärft, prognostizierte die Abwasserbehörde.
Die Behörde warnte vor starker Wasserknappheit im Nordosten, zumal der Wasserpegel in Staudämmen jetzt schon sehr niedrig ist. Letztes Jahr betrugen die Pegel durchschnittlich 57 Prozent, jetzt sind es nur noch 17 Prozent.
Thongplew Kongjun, Chef der Bewässerungsbehörde (DRI), bestätigte diese durchschnittlichen Pegelstände. Im Unbonrat-Damm in Khon Kaen seien es gar nur drei Prozent und sieben Prozent im Sirindhorn-Damm in Ubon Ratchathani.
Das führte dazu, dass das Katastrophenschutzamt in den Provinzen Roi Et und Si Saket im Nordosten sowie in Trat im Süden den Notstand ausrief.
Das DRI will fast 2.000 Pumpen für Farmer bereitstellen, die dringend Wasser brauchen, und die Leute in Risikogebieten warnen, dass sie ihre Landwirtschaftsflächen wegen des Wassermangels nicht ausweiten sollen.
Mehrere Ministerien, darunter das Landwirtschafts-, das Innen- und das Umweltministerium arbeiten zusammen, um Wasservorräte aufzuspüren, Rohre zu reparieren und Tanklaster zu organisieren, die in von Dürre geplagte Gemeinden fahren und dort die Leute mit Wasser versorgen.
„In diesem Jahr ist in den Staudämmen weniger Wasser, doch wir sind sicher, dass es uns möglich ist, die Auswirkungen der Dürre zu beschränken, wenn wir gut vorbereitet sind. Jede Behörde weiß, was wir tun und wann“, sagte Thongplew.

El Niño

Wetterphänomene spielen eine große Rolle bei der diesjährigen Dürre und Wasserknappheit.
Laut Meteorologischem Institut befand sich Thailand mitten in einem El Niño, der im Januar begann und bis Ende April anhielt.
El Niño entsteht durch eine höhere Meerwassertemperatur im pazifischen Raum. In Südamerika regnet es häufiger, in Südostasien weniger. Für Thailand bedeutet dies konkret zehn bis 20 Prozent weniger Niederschläge bei gleichzeitigen höheren Lufttemperaturen um ein bis zwei Grad Celsius.
Trotz El Niño hat das DRI hervorgehoben, dass Dorfbewohner genügend Wasser hätten. Dies reiche sowohl für den Konsum als auch für die Landwirtschaft. DRI-Chef Thongplew sagte, seiner Behörde werde es gelingen, genügend Wasser bereitzustellen, damit Landwirtschaftsflächen bewässert werden können. Es sei alles unter Kontrolle. „Es gibt genug Wasser in  den Gebieten, für die wir verantwortlich sind.“
Das DRI macht sich allerdings wegen einer übermäßigen Ernte Sorgen. Es gibt ein Quotensystem durch die Regierung, mit dem sichergestellt werden soll, dass genügend Wasser bereitgestellt werden kann. Aber einige Farmer hielten sich nicht an diese Quote.
5,8 Millionen Rai Anbaufläche gibt es in der Zentralregion des Landes. 500.000 Rai liegen über der Quote. Ähnlich gibt es auch in anderen Regionen, die Fläche wird mit 1,31 Millionen Rai angegeben.

Langfristige Planung

Der Nordosten war schon immer als karges Gebiet bekannt. Trotz der vielen Plateaus gibt es nur wenige Flüsse, so den Chin und Mun River, die beide aber auch vom Mekong River abhängig sind.
Die Regierung hat einem Wasserwirtschaftssystem zugestimmt das nicht nur die Versorgung der Region mit Wasser gewährleisten, sondern auch Hochwasser eindämmen soll.
Im Zuge dieses Megaprojekts sollen16 Reservoirs entstehen, die zusammen fast 13 Millionen Rai groß sind.
Wenn diese Projekte fertig sind, können sie beinahe eine Milliarde Kubikmeter Wasser speichern. Das ist genug, um ein Jahr lang 1,3 Millionen Familien zu versorgen und 4,9 Millionen Rai Felder zu bewässern. Bislang wurde von der Regierung für diese Projekte 274 Milliarden Baht bewilligt.

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