Die Brücke am Kwai

Die Brücke am Kwai

Nicht jeder kann von sich behaupten, den River Kwai vor der Tür zu haben. Ich schon.
Der Fluss ist allerdings ein kleines Bächlein. Er fließt direkt vor meinem Gartentor die Straße entlang und mündet in einen Gully.
Der Ursprung ist ein Rohrbruch, gleich neben der Auffahrt. Diesen Rohrbruch kann man ganz gut eingrenzen, es handelt sich um ein Stück von vielleicht 50 Zentimeter Länge. Mehr wird es nicht sein.
Mein Nachbar und ich haben allerlei versucht. Nachdem das Bächlein immer weiter anschwoll, die Katzen und die Hunde gern davon tranken und sich auch allerlei Grünzeug ansiedelte, meinten wir, es sei langsam an der Zeit, die Wasserwerke zu informieren.
Gesagt, getan.
Den ersten Versuch unternahmen wir so um Neujahr. Ja, so lange ist das schon her. Die schickten auch jemanden. Anfang Januar, muss das gewesen sein, wenn ich mich recht entsinne.
Zwei junge Männer begutachteten den Schaden und fielen beinahe in Ohnmacht. Auf der Wasseruhr bei meinem Nachbarn oder mir macht sich dieser Rohrbruch nicht bemerkbar, weil das Rohr vor der Wasseruhr kaputt ist, nicht dahinter.
Wie dem auch sei, die beiden Männer versprachen jedenfalls, am Montag wiederzukommen und den Schaden zu reparieren. (Als die da waren, war es Freitag.)
Darauf warten wir heute, ein halbes Jahr später, immer noch.
Inzwischen gab es andere Kontakte mit dem Wasserwerk. Per Telefon und auch per Line. Die gehen mit der Zeit und haben Leute, die Line oder ein anderes Chat-Programm bedienen und Beschwerden und Anregungen eben nicht per E-Mail oder Telefon, sondern per Chat entgegennehmen.
Im Chat wurde sofortige Abhilfe versprochen. Es würde sofort jemand vorbeikommen. „Sofort“ dauert jetzt auch schon sechs Wochen.
Irgendwann stumpft man auch ab. Mein Nachbar und ich haben alles versucht. Wenn die nicht wollen, dann kann ich es auch nicht ändern …
Chris Mauer, Pattaya

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