Header Banner
Header Banner
Header Banner
Header Banner

Der neue Turm in Bangkok

Der neue Turm in Bangkok

Neben dem geplanten thai-chinesischen Bahnprojekt gab es eine zweite Bekanntmachung, die für viel Aufregung sorgte: der geplante Turmbau zu Bangkok.

Als die Thais eines schönen Morgens aufwachten, schien das für die meisten ein ganz normaler Tag zu werden. Am Abend aber kochten die sozialen Netzwerke, denn die Kabinettsentscheidung über den Bau eines Aussichtsturms in Bangkok war bekannt geworden.

Das 459 Meter hohe Bauwerk wird auf einem Grundstück des Schatzamtes stehen, direkt am Chao Phraya River auf der Thonburi-Seite des Flusses im Viertel Klong San.

Dort sollen neben der Aussicht viele Attraktionen zu sehen sein und, wenn man der Regierung glauben will, dann sollen pro Jahr über eine Million Touristen den Blick genießen, was in den nächsten 30 Jahren über 47 Milliarden Baht Einnahmen generiert.

Die Bauzeit für das moderne Bauwerk wird mit drei Jahren veranschlagt. Dann steht in Thailand der höchste Turm der ASEAN-Länder, der vierthöchste in Asien, was heißt, dass viele Touristen nach Bangkok strömen, um ihn sich anzusehen.

Es dürfte kein Zweifel darüber bestehen, dass das 4,6-Milliarden-Baht-Projekt ein Touristenmagnet werden könnte, und sicherlich wird es Bangkok attraktiver machen. Touristen werden vielleicht länger in der Stadt bleiben, bevor sie nach Pattaya, Phuket oder Koh Samui weiterfahren, denn bislang ist die Hauptstadt eine ganz normale Mega City, in der es außer den Tempeln nicht viel zu sehen gibt.

Der Aussichtsturm könnte etwas sein, das die Stadt gut gebrauchen könnte, und daher muss man sich wundern, weshalb diese vielen positiven Nachrichten ein Public-Relations-Desaster für die Regierung wurden. Immerhin wird das Schatzamt 70 Millionen Baht Pacht für das 4,2 Rai große Grundstück erhalten, das keine direkte Zufahrt zu einer Hauptstraße hat.

Anstatt für ihre architektonische Weitsichtigkeit gepriesen zu werden, weil ein Gebäude geschaffen wird, das weltberühmt werden könnte, ähnlich wie das Bird’s-Nest-Stadium in China oder vielleicht auch das neue Maha-Nakhon-Gebäude in Bangkok, steht die Regierung vor einem Scherbenhaufen, weil sie von der Öffentlichkeit unter Beschuss genommen wurde. Was hier falsch lief, könnte von der Regierung als Fallstudie benutzt werden, um solche Fehler in Zukunft zu vermeiden.

Der neue Turm in Bangkok
Der neue Turm in Bangkok

Ein Blick zurück zeigt, dass die Regierung im letzten Jahr eine Reihe von Fehlern gemacht hat, was das Regieren des Landes betrifft. Am problematischsten dürfte sein, dass alle angestoßenen Projekte alles außer transparent sind.

Der Kauf dreier chinesischer U-Boote für eine Milliarde US-Dollar, zehn neue chinesische Panzer für zwei Milliarden Baht, weitere 34 gepanzerte Fahrzeuge aus China für zwei Milliarden Baht, nicht zu vergessen die neue thai-chinesische Bahnstrecke für 179 Milliarden Baht, die mit Artikel 44 der Übergangsverfassung realisiert werden soll. Und jetzt der Bangkoker Aussichtsturm. Seit dem Putsch am 22. Mai 2014 werden diese Projekte alle gleich angegangen: Der Premierminister befiehlt, und was die Öffentlichkeit sagt, wird kaum berücksichtigt.

Das kümmert uns nicht“ scheint der einzige Weg zu sein, wie diese Regierung regiert, und diese Art der Einstellung gießt Öl ins Feuer.

Die Regierung sollte die Gefühle der Öffentlichkeit beachten, insbesondere zu einer Zeit, in der die Popularität der Regierung zurückgeht und die Wirtschaftsprobleme nicht von der Hand zu weisen sind, die sich auf den Privatkonsum auswirken.

Den Schwerpunkt hat die Regierung auf die Makroökonomie gelegt, aber die unteren Ebenen leiden. Der Konsum ist rückläufig, die Privathaushaltsschulden sind mit die höchsten der Welt, und die Ausgaben der Konsumenten nehmen nicht an Fahrt auf, während gleichzeitig der Einkauf mit Kreditkarten ebenfalls zurückgeht, was heißt, dass selbst die Arbeiterklasse, die sich Kreditkarten leisten kann, die Wirtschaftsprobleme zu spüren bekommt.

Die Taten der Regierung General Prayuth scheinen ein sorgloses „Ich bin der Chef“ auszudrücken, die schon Straßenproteste ausgelöst hätten, wenn es sich um eine gewählte Regierung der Phuea Thai Party oder der Demokratischen Partei handeln würde. Hätten diese Regierungen gemacht, was General Prayuth jetzt tut, wären diese Fälle vor dem Verfassungsgericht gelandet und auf unbestimmte Zeit auf Eis gelegt worden.

Was General Prayuth also tun könnte, wäre, seine Macht zu benutzen, um zwischen seiner Administration und dem Volk besser zu kommunizieren. Es wird ein gutes Public-Relations-Team in Form eines guten Spin Doctors, benötigt, der die richtigen Botschaften im korrekten Ton übermittelt.

Ähnliche Beiträge