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Der gute Tod

Der gute Tod

Der Tod. Nicht viele Leute wollen vorzeitig über ihn reden. Vielleicht bedeutet ein Gespräch über das Thema Pech und beschleunigt die Dinge, so der Aberglaube.

Doch auf einem Seminar in Bangkok haben die Teilnehmer eine offene Debatte darüber geführt, ob Patienten das Recht haben sollen, auf natürliche Weise, das heißt im Kreis der Familie, zu sterben und wie man Verwandte dazu ermuntern kann, todkranke Patienten nach Hause zu holen, damit sie ihre letzte Zeit dort bei der Familie verbringen können und nicht im Krankenhaus sterben müssen.

Mit den Fortschritten der Technik in der Medizin tendieren Angehörige dazu, die Ärzte darum zu bitten, das Leben von Patienten so lange wie möglich zu verlängern – sie seien auch gewillt, die anfallenden Kosten hierfür zu übernehmen. Aber Gesundheitsexperten schlugen auf dem Seminar vor, dass eine verstärkte palliative Pflege die Schmerzen von Patienten und ihre Not lindert, gleichzeitig aber auch die finanzielle Last, die das Gesundheitssystem des Landes zu schultern hat.

Als Teil des Forschungsprojekts „Ruhe in Frieden“, den Vorsitz auf dem Seminar hatte Pavika Sriratanaban, Soziologin und Anthropoligin an der Chulalongkorn University, konzentrierte sich die Tagung auf passenden medizinischen Service in den letzten Momenten des Lebens von Patienten und die richtige palliative Pflege in Thailands Gesellschaft.

Chanchai Sitthipan, stellvertretender Dekan an der Fakultät Medizin der Chulalongkorn University, sagte, er gehe konform mit der wachsenden Rolle der palliativen Pflege, da sich die Lebensqualität des Patienten verbessere und Menschen nicht um jeden Preis am Leben erhalten werden.

Patienten, die chronisch krank sind, sollten die meiste Zeit ihres ihnen verbleibenden Lebens zu Hause oder in Gesellschaft verbringen und nicht in Hospitälern“, sagte der Arzt. „Gut zu sterben ist ein Tod, der den Schmerz und das Leid minimiert. Wenn eine Krankheit nicht geheilt werden kann, dann müssen wir wissen, wie wir die medizinische Behandlung einstellen können. Wenn wir die Behandlung hinziehen, werden Ressourcen falsch genutzt.

Er sagte, alle Ärzte wollten ihre Patienten so lange behandeln, bis es ihnen besser gehe, aber die jetzige Strukturen des Gesundheitssystems und die Ressourcen ließen das in Fällen, in denen Patienten tödlich erkrankt seien, nicht zu.

Chanchai sagte, es mangele an medizinischem Personal und Geräten, und es bedeute für das Gesundheitssystem eine große Last, wenn Angehörige tödlich erkrankter Patienten darauf bestehen, das Leben dieser Patienten zu verlängern und die Patienten im Krankenhaus bleiben anstatt sie nach Hause zu bringen.
Wanna Jarusomboon sowie das Netzwerk Buddhismus und Gesellschaft führen seit bald 20 Jahren eine Kampagne für das Recht, in Frieden zu sterben.

Medizinisches Personal in Thailand sei professionell dahingehend ausgebildet, das Leben von Patienten zu retten, aber nicht, wie man mit unheilbar kranken Patienten umgehe, sagte Wanna. Wenn diese Leute dann mit sterbenden Patienten konfrontiert werden, wüssten sie nicht, wie sie ihnen helfen sollen, damit sie friedlich sterben können, meinte Wanna.

Wir sehen den Tod als Feind, der besiegt werden muss, aber mein Netzwerk führt eine Kampagne für einen anderen Standpunkt. Wir sehen den Tod nicht als medizinisches Versagen an, sondern wollen den Patienten zu einem ‚guten Tod‘ verhelfen“, sagte sie.

Ihr Netzwerk will die palliative Pflege beliebter machen mit dem Ziel, die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit darauf zu lenken, dass der Tod auch nur ein Teil des Lebens ist. In den letzten zehn Jahren hat sich bei den Patienten ein wenig geändert.

So berichtete Wanna , dass einige todkranke Patienten nach Hause wollten, doch dort sei niemand gewesen, der sich um sie hätte kümmern können.

Das bedeute, dass die Gesellschaft ihre Haltung gegenüber dem Sterben ändern müsse, sagte Wanna. Sie bevorzugt ein Modell der „barmherzigen Gemeinschaft“, das die Leute dazu ermuntert, Hilfsnetzwerke aufzubauen, damit man Leuten helfen kann, einen guten Tod zu sterben.

Wir sollten die Last des Todes in eine Chance umwandeln, dass Freiwillige helfen können. Wir sollten uns nicht ausschließlich auf medizinisches Personal verlassen, weil das Land sonst wegen der hohen medizinischen Kosten bankrott gehen könnte“, sagte sie.

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