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Der dritte chinesische Fluch

Der dritte chinesische Fluch

Es ist unklar, warum Seh Pete so aggressiv, gar exzessiv Pai Dao Din jagte, meint Alan Dawson in der Bangkok Post.

Seh Pete, bei ihm handelt es sich um Oberst Pitakpol Chusri, hochrangiger Offizier der 23. Armee in Khon Kaen, hat offiziell entdeckt, dass Jatupat „Pai Dao Din“ Boonyapatrakasa ein BBC-Artikel über die Monarchie gefiel. Daher erstattete Seh Pete Strafanzeige.

Zuvor war Seh Pete ein Begriff geworden, weil er in Khon Kaen den Mittraphap Highway für seine Hochzeitskarawane schließen ließ. Seh Pete versammelte dann seine Soldaten und Polizisten und organisierte eine Razzia in Pais Haus, wo er mit Freunden lebte – während der Dissident schon hinter Schloss und Riegel saß.

Ohne diese Maßnahmen vom Oberst wäre Pai heute frei, so wie 3.000 andere Leute, die bezüglich des fraglichen Facebook-Artikels auf „Gefällt mir“ klickten. Anstatt seine Freiheit zu genießen, genießt er jetzt zweieinhalb Jahre Vollpension im Gefängnis in Khon Kaen – wegen des kontroversesten aller Verbrechen in Thailand: Artikel 112, auch bekannt als Majestätsbeleidigung.

Zwei Vorfälle. Pai Dao Din begrüßte General Prayuth Chan-ocha bei einer Rede mit dem verbotenen Drei-Finger-Gruß. Pai Dao Din mochte ein Facebook-Posting und wurde verurteilt. Gibt es eine Verbindung?
Da 3.000 Personen nicht im Gefängnis sitzen, ist ein Zusammenhang unter Umständen nicht von der Hand zu weisen. Erinnern wir uns an Lawrenti Beria, Stalins Chef der Geheimpolizei, der sagte: „Zeigen Sie mir den Mann, und ich finde sein Verbrechen.

Ein weiteres Beispiel dieses Nachgeschmacks der Selektion, unabhängig von Pai:
Patnaree Chankij, eine 41 Jahre alte Frau, schrieb „dscha“ (ja) unter ein Facebook-Posting, das eine Diskussion über die Monarchie zum Inhalt hatte. Nachdem die Polizei den Fall nicht weiter bearbeiten wollte, nahm sich ein Militärstaatsanwalt liebend gern der Angelegenheit an und suchte Patnaree aus Dutzenden Postern auf dieser Facebook-Seite aus.
Es gibt Leute, die derartig blind sind, dass sie nicht sehen wollen, dass Patnaree aus allen anderen Kandidaten ausgewählt wurde, weil sie zufällig die Mutter von Sirawit „Ja New“ Serithiwat ist. Ja New wird von Sympathisanten der Militärregierung als absolute Nervensäge angesehen, weil er sich immer wieder gegen Putsch und Regierung und für Demokratie ausspricht.
Es gab zwei Vorfälle. Ja New folgte nicht der Empfehlung des Militärs, nicht mehr gegen den Putsch zu demonstrieren. Patnaree, seine Mutter, wurde verhaftet, weil sie „ja“ geschrieben hatte. Man kann natürlich öffentlich behaupten, dass beide Fälle nichts miteinander zu tun haben, sofern man nichts dagegen hat, dass Leute mit dem Finger auf einen zeigen und lachen.

Der verstorbene König Bhumibol hat sich öffentlich mehrmals gegen das Majestätsbeleidigungsgesetz ausgesprochen. Er hatte sogar gesagt, dass die Durchsetzung des Gesetzes und Bestrafungen aufgrund dieses Gesetzes sich gegen den König selbst wenden. Er forderte vor zwölf Jahren, dass entsprechende Anklagen fallen gelassen werden. „Wer wegen Majestätsbeleidigung im Gefängnis ist, sollte entlassen werden. Die Benutzung des Majestätsbeleidigungsgesetzes schadet der Monarchie.

Der jetzige König hat seine eigenen Gedanken zu Artikel 112 und über die Obsession der Regierung zu diesem Strafrechtsparagraphen bekundet. Bei der Amnestie im letzten Dezember hatte er deutlich gemacht, dass Gefangene, die wegen Majestätsbeleidigung einsitzen, ebenfalls in den Rahmen dieser Amnestie fallen. Ein Schlag gegen die Obsession der Regierung.
Der Premierminister sagte kürzlich, Seine Majestät habe deutlich gemacht, dass er nicht wünsche, dass jemand wegen Majestätsbeleidigung bestraft wird. Das war nicht der Schock. Der Schock war die Reaktion des Premierministers. Der sagte, Artikel 112 existiere, um die Monarchie zu schützen.

Der Monarch will nicht, dass dieser Schutz benutzt wird, um jemanden zu bestrafen. Das Militär will die Leute dennoch weiterhin bestrafen.
Der nächste Fall liegt auch schon auf dem Tisch. Diesmal ist auch ein Kind betroffen. Ein 14 Jahre alter Junge wurde mit acht anderen Personen verhaftet, weil die Gruppe in Khon Kaen einen Torbogen anzündete. An dem Torbogen hingen Fotos des Königs und seines verstorbenen Vaters, demnach ist das Majestätsbeleidigung. Die Behörden gaben zu, ein Kind verhaftet zu haben, aber Einzelheiten über diesen merkwürdigen Fall gibt es nicht, weil die Mitteilung von Einzelheiten womöglich auch schon den Tatbestand der Majestätsbeleidigung erfüllen könnte.

Da gibt es die Legende über die drei alten chinesischen Flüche, die auf den ersten Blick so aussehen, als handele es sich um Segnungen. Diese Flüche sind wohl weder alt noch chinesisch, aber die Flüche sind mit Sicherheit besonders gemein.
Mögest du in interessanten Zeiten leben.
Mögest du von Volk und höher Gestellten anerkannt werden.
Mögen deine Wüsche in Erfüllung gehen.

Es besteht kein Zweifel darüber, dass wir alle in interessanten Zeiten leben. Und Pais Fall zeigt uns, dass Fluch Nummer zwei schlimmer ist als Fluch Nummer eins.
Man kann zweifellos argumentieren, dass Fluch drei der schlimmste in dieser Kollektion ist. Überlegen Sie einmal. Besorgte Bürger und Monarchen haben sich wichtige Änderungen bei der Durchsetzung des Majestätsbeleidigungsgesetzes gewünscht. Dieser Wunsch ist jetzt in Erfüllung gegangen.

Beitragsquelle : http://www.bangkokpost.com/news/general/1309507/the-third-chinese-curse

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