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Der Airbnb-Alptraum

Der Airbnb-Alptraum

Kürzlich erhielt ich ein Schreiben von einem Leser namens Chaley, der sich über die negativen Auswirkungen von Airbnb in seiner Nachbarschaft beschwerte. Er sprach von der Misere der neuen Geschäftsidee, schreibt die Journalistin Ploenpote Atthakor.

Sein Schreiben ist sehr lang, er weist auf die vielen Probleme hin, die er seit längerer Zeit hat. Sein Brief ist für die Leserbriefabteilung viel zu lang, aber es gibt hier schon wichtige Punkte, die meiner Meinung nach den Lesern näher gebracht werden sollten.

Kurz gesagt, Chaley und seine Familie haben in ihrem Haus in Strandnähe in Pattaya ein sorgenfreies und ruhiges Leben geführt – bis seine Nachbarn, ein nettes und freundliches Ehepaar nach zehn Jahren auszogen und das Haus mittels Airbnb vermietet wurde.

Chaley sagte, das vom ersten Tag der Airbnb-Vermietung an „die Hölle über ihn hereinbrach.“ Seine Familie musste sich mit Rowdy-Mietern aller möglichen Nationalitäten auseinandersetzen, die sehr oft laut waren und viel Müll produzierten. Er beschrieb das als einen 18 Monate andauernden Alptraum, bei dem kein Ende in sicht ist.

Mein Mitgefühl hat er. Aber das bedeutet noch lange nicht, und darauf muss ich bestehen, dass alle Airbnb-Plattformen schlecht sind. Chaleys „Alptraum“ hat nichts damit zu tun, ob das Haus alt ist oder der Geschäftszweig neu. Er hatte versucht, mich zu überzeugen, indem ich mir die andere Seite der Medaille bzw. der Vermietungsplattform ansehe und wies darauf hin, dass ein Gericht in Hua Hin untersagte, dass Leute ihre Wohnungen oder Häuser an täglich wechselnde Mieter mittels Airbnb vermieten.

Offen gesagt hat mich das Urteil überrascht. Das Gericht begründete es damit, dass die Leute keine Hotellizenz haben, denn nur Hotels dürften per Hotelgesetz von 2004 Räume auf täglicher Basis vermieten. Es ist schön, dass das Gericht nach geltendem Gesetz geurteilt hat. Aber da weder Vermieter noch Mieter, die via Airbnb ins Geschäft kommen, staatlich kontrolliert werden, werden sie ihre Geschäfte weiterführen, auch wenn diese als „illegal“ gebrandmarkt wurden.

Interessant an dem Urteil ist, dass das Gericht die Legalität an der Mietdauer festmachte. Im Urteil steht, dass „nur eine Vermietung von mehr als 30 Tagen legal wäre.

Ich frage mich, was das Urteil von Hua Hin für die Betreiber von Homestays in Thailand bedeutet. Diese Leute öffnen ihre Häuser und Grundstücke für Touristen, die meist ein oder zwei Nächte bleiben. Gibt es hier auch ein juristisches Problem?

An dieser Stelle sollen aber nicht die rechtlichen Aspekte des neuen Geschäftszweiges bzw. der neuen Geschäftsplattform diskutiert werden. Ich denke, dass diese moderne Art von Plattform, genau wie Uber oder Grab, eine Herausforderung für den Gesetzgeber und die Regierung darstellen, zumal letztere immer wieder über sogenannte „Startups“ redet, also neu gegründete Firmen. Die juristischen Grauzonen müssen ausgelotet werden, dazu gehören Registrierung und Steuerzahlungen. Der Gesetzgeber wird vor einem Dilemma stehen. Auf der einen Seite hat er Vorstellungen, die noch aus einer anderen Zeit stammen, auf der anderen Seite kann er nicht zulassen, dass zu viele Regelungen und Beschränkungen die neuen Wirtschaftszweige behindern.

Dabei sollte man aber nicht vergessen, dass sogar eine konservative Gesellschaft wie beispielsweise Japan neuen Geschäftszweigen offen gegenüber steht. Es wird eine große Nachfrage nach Übernachtungsmöglichkeiten geben, denn 2020 finden dort die Olympischen Spiele statt. Ich bin sicher, dass Japan, auch mit jetzt schon geltenden Gesetzen, wenn sie durchgesetzt werden, Probleme verhindern kann.

Nach diesen Ausführungen denke ich immer noch an Chaleys Alptraum, dessen Grund aber wohl eher der ist, dass die Gesetze von den Behörden vor Ort nicht durchgesetzt werden. Ich bin nicht sicher, ob er sich beschwert hat, aber ich wäre nicht überrascht, wenn es so wäre, ohne dass sich jemand für sein Problem interessiert. Die Lokalbehörden haben kein Problem damit, nicht zu reagieren, wenn es um Dinge wie Müll und Geräuschentwicklung geht.

Chaleys Alptraum hätte innerhalb einer halben Stunde beendet werden können, wenn die Behörden vor Ort ihre Arbeit erledigt hätten, anstatt eine Mai-Pen-Rai-Haltung an den Tag zu legen, weil sie einigen Leuten gestatten, ihren Nachbarn auf den Wecker zu gehen. Hier scheint ein Fall von Pflichtverletzung vorzuliegen.

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