Depressionen im Harbor

Depressionen im Harbor

Aufgrund des Berichts von Axel Schönberger in der letzten HALLO-Ausgabe ging ich ins Harbor-Einkaufszentrum, um mir selbst einen Eindruck zu verschaffen.

Ich weiß nicht, was ich erwartet habe, aber ganz sicher nicht das. Herr Schönbeger schrieb glaube ich von einer Bowlingkugel, die man auf dem Gang entlang rollen könnte, ohne dass jemand im Weg steht. Genauso ist es auch.

Es ist aber auch so, dass grob geschätzt die Hälfte der Geschäfte geschlossen oder verwaist sind. Ich war gegen Mittag da. Also zur Essenszeit. Eigentlich sollte Hochbetrieb herrschen. Es wäre übertrieben zu sagen, ich sei der einzige gewesen, aber viele Besucher gab es im Harbor nicht.

Ein paar Restaurants liefen ganz gut, wie gesagt, es war Essenszeit, aber in den meisten anderen war überhaupt nichts los. Die meisten Angestellten saßen irgendwo an den leeren Tischen, machten ein Nickerchen oder spielten mit ihren Handys. Die Geschäfte: Gähnende Leere.

Viele Läden sind mit bunt angemalten oder beklebten Pappwänden zugestellt. Da geht man also diese ewig langen Gänge entlang und bekommt nur diese Pappwände zu sehen. Oder die Geschäfte sind leer. Einige sehen aus, als ob sie fluchtartig verlassen worden wären. Da stehen noch die Namen der Geschäfte über der Tür, es hängt Werbung an den Wänden. Aber es gibt außer Wand-regalen keine Einrichtung mehr. Es ist unheimlich, fast gruselig.

Ganz unten war doch mal ein Supermarkt? Ich hatte gehört, der wurde verkleinert? Wie auch immer, er ist ganz weg. Da stehen ein paar Karussells. Aber niemand ist dort, um Karussell zu fahren. Das erinnerte mich an diesen Spielplatz in der Geisterstadt nahe Tschernobyl.

Dieses Erlebnis war derartig depressiv, dass ich ganz traurig wurde und schnell den nächsten Ausgang suchte.

Beitragsquelle : Christian Bacher, Pattaya

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