Das Pestizid-Verbot

Das Pestizid-Verbot

In einem scheinbar letzten Versuch, ein Verbot von drei extrem giftigen Chemikalien, nämlich Paraquat, Glyphosat und Chlorpyrifos, zu verhindern, hat das Landwirtschaftsministerium ein Online-Anhörungsverfahren eingeleitet, in dem die Mitglieder der Öffentlichkeit gefragt werden, ob sie dem Verbot zustimmen oder nicht.

Hier soll oder sollte wohl mit allen Mitteln versucht werden, das Verbot zu verhindern oder rückgängig zu machen. Die Online-Anhörung begann zwei Tage nachdem das Nationale Komitee für Gefahrstoffe unter dem Vorsitz des ständigen Sekretärs des Industrieministeriums nach öffentlichem Druck ein Verbot der drei Chemikalien verhängt hatte.

Farmer, die sich für die weitere Verwendung der Chemikalien einsetzen, haben an der Online-Anhörung teilgenommen in der Hoffnung, dass das Verbot aufgehoben wird. Als das Ministerium vor einigen Monaten die Registrierung der Verwendung landwirtschaftlicher Chemikalien veranlasste und die Farmer mit deren „angemessenen Anwendung“ ausbildete, wurde berichtet, dass sich mehr als eine halbe Million Farmer dem Programm anschlossen, das vom Landwirtschaftsministerium finanziert wurde. Dafür hagelte es Kritik.

Die Öffentlichkeit stellte die Frage, warum der Staat Steuergelder für ein Programm einsetzt, das den Einsatz dieser landwirtschaftlichen Chemikalien in irgendeiner Form förderte, wenn diese Pestizide doch gleichzeitig verboten werden sollen.

Zuvor hatte das Komitee, das aus verschiedenen staatlichen Stellen einschließlich der Ministerien für Landwirtschaft, Industrie und Gesundheit bestand, für die Chemikalien gestimmt, bis die stellvertretende Landwirtschaftsministerin Mananya Thaiset eine Kampagne für ein Verbot begann.

Dies löste ein öffentliches Bewusstsein für die Gefahren dieser Chemikalien aus, und der Ausschuss stimmte anschließend dafür, die giftigen Stoffe neu zu klassifizieren. Sie gehören jetzt nicht mehr zu Typ 3, sondern zu Typ 4. Das bedeutet, dass deren Herstellung und Einsatz, Einfuhr und Ausfuhr und sogar deren Besitz verboten sind.

Befürworter von Chemikalien in landwirtschaftlichen Betrieben forderten das Verwaltungsgericht auf, das Verbot auszusetzen. Sie sagten, dies würde ihre Pflanzenproduktion erheblich beeinträchtigen, da andere Chemikalien mit dem gleichen Effekt „teurer“ seien. Sie waren enttäuscht, als das Gericht ihre Petition am 1. November zurückwies.

Während die Online-Anhörung es der Öffentlichkeit auch ermöglicht, das Verbot zu befürworten, wird spekuliert, dass das Hauptziel darin besteht, Stimmen bei den Verbotsgegnern zu sammeln.

Es wird berichtet, dass die Ergebnisse an die NCHS weitergeleitet werden, wenn es mehr Leute gibt, die gegen ein Verbot stimmen. So könnte eine mögliche Kehrtwende in die Wege geleitet werden.

Einem Medienbericht zufolge sagte Industrieminister Suriya Jungrungreangkit, er könne eine Überprüfung der Entscheidung vom 22. Oktober beantragen, insbesondere in Bezug auf das Herbizid Glyphosat.

Er zitierte ein Schreiben aus Washington vom 18. Oktober, das über die US-Botschaft eingegangen war und Premierminister Prayuth Chan-ocha und seine Kabinettsminister aufforderte, das Verbot, insbesondere von Glyphosat, das von US-Landwirten häufig verwendet wird, zu verschieben.

Das Schreiben wurde von Ted McKinney, dem Unterstaatssekretär für Handel und Außenbeziehungen im Agrarbereich, unterzeichnet. Er behauptet, das Verbot von Glyphosat würde „die Einfuhr von Agrarrohstoffen wie Soja und Weizen nach Thailand erheblich beeinträchtigen“. Der Import hat ein Volumen von mehr als 73,2 Milliarden Baht.

Suriya milderte seine Haltung und sagte: „Wir könnten erwägen, das Verbot von Paraquat beizubehalten, aber die Verwendung von Glyphosat zuzulassen.“

Suriya, der NCHS-Vorsitzende, sagte, er plane, die vorgeschlagene Überprüfung bei seiner nächsten Sitzung einzureichen. Er nannte keinen Termin für das Treffen.

Die Annahme einer OnlineAnhörung bzw. Online-Meinungsumfrage zur Entscheidung über eine solche Angelegenheit darf in Frage gestellt werden.

Es ist wahr, dass die Chemikalien bei Farmern beliebt sind, da das Land jedes Jahr große Mengen dieser giftigen Stoffe importiert. Es ist durchaus möglich, dass das Verbot tatsächlich zumindest verschoben wird – auch wegen der Lobbyarbeit von ChemieGiganten, die das Verbot sicherlich nicht widerstandslos über sich ergehen lassen werden.

Laut Gesetz dürfen die drei Chemikalien bei sechs Pflanzensorten eingesetzt werden: Zuckerrohr, Maniok, Ölpalmen, Mais, Kautschuk und Obst. In der Praxis setzen die Landwirte sie jedoch viel häufiger ein, da die staatlichen Behörden das Gesetz nicht strikt durchsetzen. Trotz Einschränkungen werden die Chemikalien auf andere Pflanzenarten und auch in Wassereinzugsgebieten angewendet.

Eine solche wahllose Verwendung führt zu dem Risiko der Kontaminierung von Trinkwasser. Aktivisten für Lebensmittelsicherheit haben sich über chemische Rückstände in Gemüseproben beschwert, während Wissenschaftler und Gesundheitsbehörden berichteten, dass Spuren dieser Chemikalien in die Nahrungskette gelangt sind und in bestimmten Fällen von Müttern mittels Muttermilch auf Babys übertragen wurden.

Alle Versuche, das Verbot aufzuheben, sind ungerechtfertigt, da die Kontamination inzwischen ein Krisenniveau erreicht hat. Es wird von zahlreichen Fällen berichtet, bei denen Farmer wegen der Verwendung von Chemikalien erkrankten. Diese Fälle sind so zahlreich, dass sie das Gesundheitsbudget des Landes belasten.

Suriya sollte sich als NCHS-Vorsitzender an das Verbot halten und eine Zusammenarbeit staatlicher Stellen anstreben, damit sich die Farmer an sicherere Produktionsmethoden anpassen können. Eine längere Verwendung dieser giftigen Chemikalien gefährdet jedenfalls die Gesundheit der Farmer und Verbrauchern und schadet auch der Umwelt.

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