Das Brechen der Elefanten

Das Brechen der Elefanten

Elefanten sind wie Hunde in Ban Ta Klang. Sie sind überall, jung und alt, an Bäume und Pfosten gekettet. Jeder Einwohner scheint mindestens einen Dickhäuter in seinem Garten zu haben.

In der Morgendämmerung kümmern sich die Einwohner um ihre Tiere und füttern sie. Einige Elefanten üben das, was sie gerade gelernt haben. So wie diejenigen, die auf Papier malen, das auf Staffeleien steht, wobei die Elefanten die Pinsel in ihren Rüsseln führen.

Sie sind begehrte Besitztümer talentierte Darsteller oder Jungtiere in der Ausbildung, die für ein Leben bestimmt ist, das Touristen unterhalten soll.

Das hier ist „Elephant Village“, das Epizentrum der heimischen Elefantenindustrie in Thailand ein Ort, an dem Erinnerungen an eine Mensch Tier Beziehung wachgerufen werden, die sich über Generationen hinweg entwickelt hat.

Tausende von thailändischen Elefanten sind in der Provinz Surin, etwa 450 Kilometer von Bangkok entfernt, in die Obhut der lokalen Volksgruppe der Gui gekommen. Es gibt einen gemeinsamen Stolz in der spirituellen Verbindung, die sie mit Elefanten haben.

„Wir und die Elefanten verlassen uns jeden Tag aufeinander. Sie arbeiten und essen mit uns und kommen mit uns, wo immer wir arbeiten. So ist es seit unseren Urgroßeltern“, sagte Hern Jongjaingam, ein 81 jähriger Elefantenbändiger und Dorfältester von Ban Ta Klang.

Er spricht über seinen Vorfahren, die in den Dschungel von Kambodscha und Laos aufbrachen und wilde Elefanten aufspürten wertvolle Belohnungen für Krieg und Arbeit in jenen Tagen.

Und von den im Laufe der Zeit überlieferten speziellen Trainingstechniken. Hern selbst hat seit seinem zwölften Lebensjahr Elefanten trainiert.

Aber die Aufgabe, Elefanten zu zähmen, ist eine finstere Kunst. Die Gui sind vielleicht spezialisiert, aber nicht die einzigen, die das geheime Handwerk vollziehen, Tiere für die menschliche Interaktion vorzubereiten, Befehle zu befolgen und sich dem Willen ihrer Meister zu ergeben.

Viele Elefanten in Ban Ta Klang werden an Zoos, Zirkusse und Elefanten-Camps im ganzen Land verkauft. Zunächst müssen sie jedoch gebrochen werden.

Geschlagen, gehakt, gestochen „Elefanten werden in freier Wildbahn geboren, und ihr Instinkt ist wie der eines wilden Tieres“, erklärte Sangdeaun „Lek“ Chailert, Gründerin des Elephant Nature Park und eine der bekanntesten Stimmen Thailands für das Wohlergehen der Tiere im Land.

„Sie verlassen doch nicht die Mutter auf eigenen Wunsch und fangen an, Bilder zu malen. Sie kommen doch nicht einfach raus und machen einen Kopfstand. Sie machen normalerweise nicht Männchen. Jeder einzelne Elefant, der in Thailand auftritt oder geritten wird, hat Training und Grausamkeit durchgemacht“, sagte sie.

Es ist kein Geheimnis, dass in Gemeinden wie Ban Ta Klang und anderen vor den Augen von Touristen und Beamten schmerzhafte Riten an jungen Elefanten durchgeführt werden.

„Wir suchen nach einer günstigen Zeit, um den Schmerz zu lehren. Wir nennen dieses Ritual Pasa. Wir verwunden das Tier, um Schmerz zu lehren. Wir verwunden es, damit es den Haken kennen lernt“, sagte Somphong „Gäo“ Salangam, seit mehr als 20 Jahren ein erfahrener Mahout.

„Sie müssen wissen, was Schmerz ist, weil sie große Tiere sind. Wenn sie nicht wissen, was Schmerz ist, können wir sie nicht kontrollieren.“

Hern hielt einen scharfen Haken in der Hand, während er erklärte, wie Elefanten aus Angst vor Verletzungen lernen, auf Mahout-Befehle zu reagieren. „Wir bilden Elefanten so aus, wie wir Schülern das Lesen beibringen“, sagte er. „Sie bluten oft. Wenn es kein Blut gibt, haben sie keine Angst.“

In Nordthailand ist das Pajaan-Ritual, das bedeutet „auseinander brechen“ noch unnachgiebiger und berüchtigter. Im Alter von zwei Jahren werden Elefantenbabys von ihren Müttern getrennt. Dies ist der erste Schritt in einer Reihe von Maßnahmen, die den Willen zerstören, um das Tier für den Rest seines Lebens zu kontrollieren.

„Das Pajaan-Ritual gibt es schon lange. Seitdem die Karen Elefanten fangen, sind die Tiere alle durch Pajaan gegangen“, sagte Sadudee „Sam“ Sericheevee, ein ethnischer Karen, dessen Familie eine lange Geschichte mit Elefanten im Bezirk Mae Wang in der Nähe von Chiang Mai hat.

Beim Pajaan wird ein kleiner Käfig aus Holz aufgebaut. Die Menschen bringen einen Elefanten in diesen Käfig, binden seine Beine und seinen Hals zusammen, um Bewegungen zu unterbinden, und beginnen mit dem Training, indem sie das Tier schlagen. Sie schlagen es mit einem Haken und einem Messer, um es zu zähmen.

„Das Training ist sehr schwer. Einige Elefanten sind nicht stark genug und fallen tot um“, sagte er. „Der Elefant wird geschlagen, gehakt und gestochen. Er schreit Tag und Nacht. Karen behandeln die Wunden mit Kräutermedizin, aber die Narben gehen nie weg.“

Pajaan ist in Thailand illegal. Das Ritual wird tief im Verborgenen durchgeführt, und selbst Aktivisten-Netzwerke zögern, Informationen darüber auszutauschen, wo und wie oft es vorkommt. Aber Sadudee sagte, er wisse, dass es immer noch im Verborgenen passiere, meistens entlang der Grenze zwischen Thailand und Burma. Gebiete, die er jedes Jahr besucht. Die Tourismusbranche fordert es.

Absoluter Unsinn Sadudees Gemeinde generiert seit Generationen ihr Einkommen mit Elefanten. In den letzten Jahrzehnten haben sie Elefanten ausgebildet, um sie an Elefanten-Camps in der Umgebung von Chiang Mai zu vermieten. Den Lebensunterhalt auf diese Art zu verdienen, ist in den Bewohnern tief verwurzelt.

Aktivisten wie der Tierschützer Edwin Wiek glauben jedoch, dass diese Elefantenfabriken keinen besonderen Platz in der thailändischen Kultur einnehmen. Er akzeptiert keinen fest verwurzelten kulturellen Wert als Entschuldigung für die Misshandlung von Tieren.

„Aufgrund ihrer Kultur fühlen sie sich berechtigt, Elefanten so zu halten, wie sie es in den letzten 100 Jahren getan haben. Ich denke, das ist ein falscher Ansatz“, sagte er. „Wenn sie sagen, Elefanten in Gefangenschaft zu züchten, sei Teil der thailändischen Kultur, ist das absoluter Unsinn.“

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