Das Bienensterben

Das Bienensterben

Immer wieder hört man, dass ein großes Bienensterben eingesetzt hat. Ursachen sind Pestizide, Krankheiten, genveränderte Pflanzen. Bienen sind nicht nur wegen der Honigproduktion wichtig, sondern vor allem dafür, dass sie es sind, die die Pflanzen bestäuben. Tote Bienenvölker haben demnach Blumen- und Pflanzensterben zur Folge. Elendig geht dann die Welt zugrunde. Und das nur wegen der toten Bienen.

Ende der Märchenstunde.

Die Wahrheit ist, dass man über Wildbienen nicht viel weiß, dass Honigbienen aber gezüchtet werden, weil es sich um Nutztiere handelt. Die Imker sorgen natürlich dafür, dass es genügend Bienen gibt, weil es ja um ihr Geschäft, um ihr Geld geht. Die Zahl der Bienen ist im letzten Jahrzehnt sogar deutlich gestiegen.

Über das Bienensterben gibt es Dokumentationen, auch in Spielfilmlänge, es gibt immer wieder Sendungen im Fernsehen. So wurde den deutschen Zuschauern beispielsweise 2015 in einem gebührenfinanzierten Sender weiß gemacht, dass die Zahl der Bienenvölker in Deutschland in den letzten 15 Jahren um 40 Prozent gesunken sei.

2012 wurde in einer öffentlich-rechtlichen Nachrichtensendung berichtet, dass jedes Jahr 30 Prozent der Bienenvölker sterben. Wer das geglaubt hat, wundert sich, dass es 2019 immer noch Bienen gibt.

Traurig sieht die Welt nicht aus, weil die Anzahl der Imker stieg, und damit auch die der Bienenvölker: in Deutschland innerhalb von zehn Jahren von 670.000 auf 820.000. Die Population wächst trotz Pestiziden und Krankheitserregern wie Milben. Genveränderte Pflanzen können Bienen überhaupt nichts anhaben.

Das erste Mal wurde Anfang der 2000er-Jahre über das Sterben der Bienen mit entsprechend reißerischen Schlagzeilen berichtet. Die Biene befinde sich im Todeskampf, hieß es damals. Über zehn Jahre später merkten die Medien, dass da wohl etwas nicht stimmt. Der Todeskampf währt bald 15 Jahre, und es gibt immer mehr Bienen.

Bienenforscher mochten den Begriff „Bienensterben“ noch nie. Parallelen gibt es zum Waldsterben, nicht nur, was die Wortschöpfung betrifft. Der Wald starb, und er ist trotzdem immer noch da. Die Bienen starben und sind auch noch da. Wie kann etwas sterben oder gar aussterben und gleichzeitig am Leben sein? Wie passt das zusammen?

Als sich Nichtregierungsorganisationen wie Greenpeace oder Politik, Medien und auch die Wissenschaft ertappt fühlten, weil Falsches verkündet wurde – heute würde man „Fake News“ sagen –, wurde schnell hinterher geschoben, dass doch eigentlich die Wildbienen gemeint waren, gar nicht die Honigbienen.

Darauf sprangen die Medien sofort an, die wohl froh waren, nicht kleinlaut auf Seite sieben in einem klitzekleinen Dreizeiler einen Fehler zugeben zu müssen.

In der Tat sind Naturschützer über die Zuchtbienen eher nicht begeistert, weil sie den Wildbienen die Nahrung streitig machen. Sie leben hauptsächlich in Monokulturen, und wenn diese nicht blühen, gibt es nichts. Aus diesem Grund sind Honigbienen in Naturschutzgebieten häufig verboten.

Wie eingangs erwähnt, weiß man über Wildbienen sehr wenig. Verlässliche Zahlen gibt es keine. Die Zählung der Sandkörner am verbreiterten Strand von Pattaya ist einfacher als die Zählung von Wildbienen. Seriös ist hier nichts. Wenn man sagt, es gebe genügend Wildbienen, ist das eine Aussage, die nicht widerlegt werden kann. Wenn jemand sagt, sie seien vom Aussterben bedroht, dann kann das Gegenteil kaum bewiesen werden.

Problematisch für die Wildbienen ist vor allem, dass ihr Lebensraum eingeschränkt wird. Sie brauchen Boden ohne Bewuchs. Falsch verstandener Naturschutz steht ihnen eigentlich im Wege, denn die Bienen würden sich über einen Truppenübungsplatz freuen, der ein hervorragender Lebensraum für sie darstellt.

Am 20. Mai letzten Jahres gab es zum ersten Mal den Weltbienentag. Der Naturschutzbund NABU teilte anlässlich dieses Tages mit, dass jede dritte Wildbienenart in Deutschland gefährdet oder sogar vom Aussterben bedroht sei.

2016 hatte die damalige Umweltministerin Beate Jessel gesagt, dass die Hälfte der 561 Wildbienenarten bedroht sei.

2015 hatte die Bundesregierung gemeldet, knapp 41 Prozent der Wildbienenarten seien gefährdet.

Man darf sich hier aussuchen, was einem gefällt: Ein Drittel, über 40 Prozent oder gar die Hälfte der Wildbienenvölker seien gefährdet. Was stimmt denn jetzt?

Das Bienensterben
Das Bienensterben

Seit den 80er Jahren ist eine Wildbienenart ausgestorben. Allerdings wurden ebenfalls seit den 80er Jahren vier neue Wildbienenarten entdeckt. Demnach gibt es kein Artensterben, sondern eine Zunahme der Wildbienenarten.

Wer bestreitet, dass sich das Klima ändert und – schlimmer – bestreitet, dass der Mensch daran Schuld hat, wird als „Klimaleugner“ bezeichnet. Wie kann jemand das Klima verleugnen, fragen sich da die Linguisten.

Wer in Frage stellt, dass es ein Bienensterben gibt, wird wohl als „Artensterbenverleugner“ bezeichnet. Und das ist in dieser Zeit nicht sehr populär. Aus diesem Grunde springen Politiker jeder Couleur auf diesen Zug auf, nicht nur die Grünen. Dasselbe gilt für Forscher, die sich zum Thema entweder nicht äußern oder nur das sagen, was Umweltschützer hören wollen.

Es geht eben nicht mehr um Wissenschaft, sondern nur noch um die „richtige“ Meinung.

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