Brunei führt Scharia ein

Brunei führt Scharia ein

Die Welt ist auf dem Weg ins Mittelalter: Im islamischen Brunei wurde das drakonische Gesetz der Scharia eingeführt mit allen grausamen Barbareien, die man sich nur vorstellen kann.
Die Scharia trat am 3. April in Kraft und kann auch auf Kinder angewendet werden, teilte „Amnesty International“ mit. Zu den Strafen gehört beispielsweise, dass einem bei Diebstahl die Hand abgehackt wird. Schwule werden zu Tode gesteinigt.
Damit stellt sich das ASEAN-Mitglied Brunei auf eine Stufe mit dem Iran, in dem Homosexuelle am Baukran aufgehängt werden bzw. mit dem Islamischen Staat. Dort wurden sie von Dächern geworfen.
Mit dem neuen sogenannten Brunei Sharia Penal Code steht auch unter Strafe, wenn eine Frau ein uneheliches Kind zur Welt bringt oder wenn man freitags nicht in der Moschee beten geht.
„Es ist schrecklich, solche unmenschlichen Bestrafungen zu legalisieren“, sagte Rachel Chhoa-Howard, die sich bei „Amnesty International“ mit Brunei beschäftigt.
Sie sagte, dass gleichgeschlechtlicher Sex zwischen Erwachsenen doch kein Verbrechen sein sollte. Bei den Moslems ist das aber der Fall. Bei den Christen im Übrigen auch, aber da es im Christentum eine Zeit der Reformation und Aufklärung gab, werden solche archaischen „Sünden“, wie sie in der Bibel beschrieben sind, nicht mehr ernst genommen. Anders bei den Moslems, die im 21. Jahrhundert Homosexuelle auf grausame Weise hinrichten.
„Brunei muss sofort seine Pläne aufgeben, diese bösartigen Strafen einzuführen und das Strafgesetzbuch mit Menschenrechten vereinbaren“, forderte Chhoa-Howard vor Einführung der Scharia in Brunei. „Die internationale Gemeinschaft muss dringend Bruneis Vorhaben unterbinden, diese Strafen in Kraft treten zu lassen“.
Das durch Erdölvorkommen reich gewordenen Land wird seit 1967 von Sultan Hassanal Bolkiah regiert.
Kurz nach Inkrafttreten der neuen Strafgesetze wurde berichtet, dass der Sultan von Brunei Träger des Bundesverdienstkreuzes ist. Auch wenn Leute in seinem Sultanat gesteinigt werden, nur weil sie schwul sind, darf er das Bundesverdienstkreuz als frommer Moslem selbstverständlich behalten.
Die Änderungen des Strafrechts betreffen aber nicht nur Homosexualität. Sie sind viel weitreichender.
Das deutsche Auswärtige Amt informiert darüber in seinen Reisehinweisen: „Das Sultanat Brunei Darussalam ist eine islamisch-malaiische Monarchie, seine Gesetze entsprechen einer zunehmend konservativen islamischen Wertevorstellung.
Seit dem 3. April 2019 werden Verschärfungen im Scharia-Strafrecht umgesetzt, die parallel zum Common Law gelten.
Diese drastische Verschärfung sieht u.a. harte Körperstrafen vor, bis hin zur Amputation von Gliedmaßen und der Todesstrafe durch Steinigung. Zahlreiche Straftatbestände im bruneiischen Scharia-Recht betreffen auch Nicht-Muslime.
Unabhängig von Nationalität oder Religionszugehörigkeit der Person kann seit dem 3. April 2019 für die folgenden, im Sharia Penal Code (SPC) benannten Straftatbestände, die Todesstrafe durch Steinigung verhängt werden:
Homosexuelles Verhalten, auch im Privatleben, wenn einer der Beteiligten Muslim oder Muslima ist. Ehebruch. Vergewaltigung und Mord. Missachtung des Koran, des Propheten Mohammed oder der Worte des Propheten Mohammed.
Diebstahl kann mit der Amputation von Gliedmaßen bestraft werden.
In diesem Zusammenhang lohnt es sich vielleicht der Frage nachzugehen, in welchen Ländern Homosexualität ebenfalls mit der Todesstrafe geahndet wird. Außer Brunei und neben dem bereits oben erwähnten Iran sind das noch sechs weitere Länder. Im Einzelnen handelt es sich um Jemen, Mauretanien, Nigeria, Saudi-Arabien, Sudan und Vereinigte Arabische Emirate. Diese Länder haben eines gemeinsam: Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung gehört dem Islam an. Bis auf Brunei ist der Islam in diesen Ländern Staatsreligion.

Brunei führt Scharia ein
Brunei führt Scharia ein

Könnte die Hinrichtung von Homosexuellen womöglich etwas mit dem Islam zu tun haben?
Es gibt aber auch christliche und buddhistische Länder, in denen Homosexualität hart bestraft wird, wenn auch nicht gleich mit der Todesstrafe. Wer homosexuell ist, muss in folgenden Ländern lebenslänglich ins Gefängnis: Bangladesch (überwiegend Islam), Barbados (überwiegend Christentum), Burma (überwiegend Buddhismus), Guayana (überwiegend Christentum), Pakistan (überwiegend Islam), Sierra Leone (überwiegend Islam) und Singapur (überwiegend Buddhismus).
15 bis 25 Jahre Haft (je nach Land) gibt es in Afghanistan (Islam) Antigua und Barbuda (überwiegend Christentum), Sansibar (überwiegend Islam), Malaysia (Islam), Trinidad und Tobago (überwiegend Christentum) und Uganda (überwiegend Christentum).
In keinem einzigen europäischen Land wird Homosexualität mit Gefängnis oder anderweitig bestraft.

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