Aus 7-Eleven wird 7-Five

Aus 7-Eleven wird 7-Five

Die Supermarktkette 7-Eleven scheint es überall in der Welt zu geben, nur nicht in Deutschland. Das könnte mit dem Ladenschlussgesetz zusammenhängen. So einen Unfug kann es wohl nur in Deutschland geben.

Ein 7-Eleven ist ansonsten das beliebte Ziel für Kunden, die spät abends oder nachts noch einkaufen wollen. Entweder haben sie Hunger oder Appetit, sie wollen etwas trinken oder noch schnell eine Packung Zigaretten kaufen.

Doch nun hat es den Anschein, als ob 7-Eleven angezählt ist, wenn nicht in Asien, dann aber in Japan. Hier bahnte sich letzten Monat ein Konflikt zwischen der Supermarktkette und einer ihrer Lizenznehmer an.
7-Eleven wirft dem Lizenznehmer vor, den Laden ohne Erlaubnis über Nacht geschlossen zu haben. Daher verlangt 7-Eleven wegen Vertragsverletzung 17 Millionen Yen, etwa 153.000 Dollar. Der Lizenznehmer beschwerte sich darüber, er könne keine Mitarbeiter finden, die die Nachtschicht übernehmen wollen. Außerdem sei seine Frau ein paar Monate zuvor gestorben, und er überarbeitete sich, nur damit der Laden 24 Stunden pro Tag geöffnet haben kann.

Das zugrunde liegende Problem ist ein signifikanter Mangel an Arbeitskräften, denen Ladenbesitzer gegenüberstehen. Preise und Löhne werden vom Hauptsitz bestimmt und Lizenznehmer, vor allem in ländlichen Gebieten, haben Probleme damit, Leute für die wenig beliebte Nachtschicht zu finden. Der Kampf der Lizenznehmer von 7-Eleven zeigt auf, dass der Mangel an Arbeitskräften die Charakteristik der Supermärkte bedroht.

Das Problem ist sicherlich nicht nur auf Japan begrenzt, sondern spielt in ganz Asien eine Rolle. Eine Anstellung in einem Supermarkt war für viele der erste Schritt auf der Karriereleiter, doch halten heutzutage viele junge Leute nach attraktiveren Anstellungsverhältnissen Ausschau. Die 7-Eleven-Kette, die dafür bekannt ist, dass die Filialen die ganze Nacht über geöffnet haben, gibt es zum Beispiel in Taiwan, Südkorea, China und vielen südostasiatischen Ländern wie Thailand.

Die in japanischem Besitz befindliche Seven-Eleven Japan Co. Ltd. mit Hauptsitz in Dallas, Texas, betreibt 67.480 Geschäfte in 17 Ländern. Allein in Japan sind es 40.000.

7-Eleven steht nicht allein da. Es gibt Zehntausende solcher Geschäfte in der ganzen Region. Ihre Allgegenwart hat eine neue soziale Norm geprägt, nämlich spät abends oder nachts noch ein paar Snacks einkaufen zu können, ein Sechserpack Bier oder eine Schachtel Zigaretten und vieles mehr.

Diese Läden bieten aber auch Schutz. Laut einer Studie von 2007 suchten ein Jahr zuvor mehr als 13.000 Frauen Schutz in einem Supermarkt. Die Hälfte von ihnen wurde von Stalkern oder Kriminellen verfolgt. Tagsüber wandten sich etwa 6.000 Kindern an einen der Supermärkte, weil sie ihre Eltern nicht mehr fanden.

Es sei für den Verkauf wichtig, dass die Läden zu jeder Zeit geöffnet sind, sagte der Präsident von 7-Eleven. Das stimmt zumindest in den Ländern, in denen die Supermärkte beliebt sind.

Langfristig könnten vielleicht Maschinen die Menschen in der Nachtschicht ersetzen, bislang ist das aber noch Science Fiction. Daher muss kurzfristig die Frage gelöst werden, wie man die Nachtschicht für Mitarbeiter attraktiver gestalten könnte.

Ein Blick auf Taxifahrer könnte hier zur Inspiration verhelfen. Wie Supermärkte auch, so unterliegen Taxis einer festen Preispolitik. Doch die Arbeitgeber von Taxifahrern erlauben den Fahrern, in der Nachtschicht, eine „Nachtgebühr“ zu erheben. Die Fahrer der Nachtschicht haben ein höheres Einkommen ohne dass die Taxiunternehmen geschädigt werden, weil sie sich nicht an Vereinbarungen halten.

Auf Supermärkte übertragen könnte man hier zwei Preise einführen: Einen für tagsüber und einen etwas höheren für die Nacht. Die Mehreinnahmen könnten an kompetente Angestellte fließen, die sich nachts in den Laden stellen.

Die nächtliche Zusatzgebühr hat etwas mit Bequemlichkeit zu tun. Wer der Meinung ist, zur Nachtzeit etwas kaufen zu müssen, wenn die meisten Leute tief und fest schlafen, der muss damit rechnen, etwas mehr zu bezahlen als tagsüber. Hinter dieser nächtlichen Sondergebühr steckt der Gedanke, dass der Kunde dafür bezahlt, zur nächtlichen Stunde überhaupt einkaufen zu können.

Beitragsquelle : https://www.asiasentinel.com/econ-business/could-7-eleven-become-7-five-japan/

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