5G und die Gier

5G und die Gier

Die Telekommunikationsanbieter wurden davon überrascht, dass die Regulierungsbehörde NBTC die Verfügbarkeit der 5G-Ultrahochgeschwindigkeitstechnologie so schnell wie möglich vorantreiben will. Denn der Schritt kam früher als erwartet.

Anfang November kündigte die NBTC die erste Auktion des 5G-Spektrums für vier Bänder 700 MHz, 1.800 MHz, 2.600 MHz und 26 GHz für den 16. Februar 2020 an. Hier sollen 56 Lizenzen versteigert werden. Die Preise werden zwischen 8,1 und 35,3 Milliarden Baht liegen.

Ohne die Festlegung geeigneter Auktionskriterien kann der Verkauf jedoch dazu führen, dass die Preise überhöht sind. Die NBTC sollte aus den Fehlern der Vergangenheit bei der Abwicklung der Auktionen für digitales Fernsehen und 4G-Lizenzen lernen. Hier mussten die Bieter derartig viel Geld auf den Tisch legen, dass sie sich die Lizenzen nicht leisten konnten. Das führte zu staatlichen Rettungsaktionen.

Im April nutzte der inzwischen aufgelöste Nationale Rat für Ruhe und Ordnung (NCPO) seine Sonderbefugnisse gemäß Artikel 44 der Übergangsverfassung, um Digitalfernsehbetreiber von ihren finanziellen Verpflichtungen zu befreien. Außerdem wurde die Zahlungsverpflichtung für drei 4G-Lizenzbetreiber für fünf Jahre gestundet, weil die Unternehmen nicht genügend Geld haben.

Im Jahr 2013 führten Auktionen für digitales Fernsehen zu übermäßig hohen Geboten bis zu 39,65 Milliarden Baht für 24 digitale Kanäle.

Beobachter sahen diese Preise als zu unrealistisch für den Markt an. Darüber hinaus hat die NBTC auch diktiert, anstatt die Betreiber entscheiden zu lassen, welche Senderformate für bestimmte Lizenzen wie Nachrichten, Dokumentationen oder Unterhaltung gelten sollen. Infolgedessen konnten viele Betreiber ihr Geschäft nicht rentabel betreiben.

Bei den 4G-Auktionen im Jahr 2015 hatte die NBTC ein Maximum an Rendite angestrebt, indem sie den Bietern erlaubte, astronomische Preise zu zahlen. Für 76,3 Milliarden Baht gewann True Move Lizenzen für 10 MHz und 900 MHz, während Jasmine International, neu auf dem Martk, eine weitere 10-MHz-Lizenz für 75,7 Milliarden Baht bekam.

Beide Gewinner zahlten für 4G fast sechsmal mehr als den für die Auktionen festgelegten Mindestpreis von 12,8 Milliarden Baht. Tatsächlich war der kombinierte Preis der zweithöchste der Welt.
Natürlich wäre es ein großer Erfolg für die NBTC, wenn die überhöhten Preise zu einer tatsächlichen Geschäftsfähigkeit der Betreiber führen würden.

Leider hat Jasmine die Lizenz verwirkt, nachdem die Frist für eine erste Zahlung in Höhe von 2,1 Milliarden Baht verstrichen war. Dies führte dazu, dass Advanced Info Service (AIS) die Lizenz von Jasmine zum gleichen Preis übernahm.

Die NBTC erklärte, die fünfjährige Verzögerung der endgültigen Zahlungen der drei Telekommunikationsbetreiber in Höhe von insgesamt 150 Milliarden Baht sollte ihnen helfen, Gebote für 5G-Lizenzen abzugeben.

Die NBTC sollte aber aus ihren bisherigen Erfahrungen lernen und eine 5G-Auktion anstreben, die nicht nur die höchsten Renditen anstrebt.

Stattdessen sollte sich die Regulierungsbehörde darauf konzentrieren, welche Angebotsmodelle für alle wichtigen Interessengruppen Staat, Unternehmer und Verbraucher den optimalen Nutzen bringen können.

Bei der Einführung der 5G-Technologie in Thailand bestehen nach wie vor viele wirtschaftliche Risiken. Unrealistische und überhöhte Gebotspreise werden nur die Etablierung der Technologie behindern und eine finanzielle Belastung für die Betreiber darstellen, die letztendlich die Kosten an die Verbraucher weitergeben.

Während eine hohe Anzahl von 5G-Lizenzen die Betreiber davon abhalten kann, überhöhte Preise zu nennen, ist der wichtigste Faktor für die NBTC, angemessene Auktionskriterien zu berücksichtigen, um übermäßig hohe Gebotspreise zu verhindern, um ein positives Umfeld für die Einführung der 5G-Technologie zu fördern.

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