Filmcrew lässt Bewaffneten durch Ortschaft laufen

Filmcrew lässt Bewaffneten durch Ortschaft laufen

Großeinsatz für die Polizei in der kleinen Ortschaft Jatznick im Landkreis Vorpommern-Greifswald. Man kann es fast nicht glauben, aber der Grund dafür war, dass ein Filmteam mit mehreren Mitarbeitern eine Szene drehen wollte, in dem auch ein Mann mit Stahlhelm und Gewehr durch das Dorf im Osten Mecklenburg-Vorpommerns lief. Und dies auch nur wenige Tage nach dem rechtsextremistischen Anschlag in Halle mit zwei Toten.

Verängstigte Dorfbewohner alarmierten am frühen Abend die Polizei und meldeten, dass in der Ortsmitte an der Bundesstraße 109 ein Szenario ablaufe, das doch sehr „an das Attentat von Halle“ erinnere. Wegen der unklaren Sicherheitslage kamen die Einsatzkräfte mit mehreren Streifenwagen und umfangreicher Ausrüstung kurze Zeit später zum Ort des Geschehens.

Nach der Befragung durch die Polizei kam dann schließlich heraus, dass das Produktionsteam eigentlich nur einen Dokumentarfilm drehen wollte. Die Polizei aber darüber nicht informierte, was natürlich zwingend nötig gewesen wäre. Es wäre auch nicht verkehrt gewesen, wenn die Filmcrew einfach auch die Dorfbewohner über ihre Absichten informiert hätten.

Die Polizei in Anklam ermittelt nun in dem Fall wegen Störung des öffentlichen Friedens und Verstoßes gegen das Waffengesetz, so eine Polizeisprecherin.

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