Die Tauben-Erschrecker

Die Tauben-Erschrecker

Es gibt in Thailand einen neuen Beruf. Es handelt sich um den Tauben-Erschrecker. Das ist jemand, der von Touristen bezahlt wird, um Tauben zu erschrecken, damit Touristen die perfekte Instagram Aufnahme bekommen.

Wenn man auf Instagram durch Bilder vom Tha Phae Gate, dem antiken Stadttor in der Stadtmauer von Chiang Mai blättert, stößt man auf unzählige Fotos mit flatternden Tauben.

Leute springen, wirbeln und hüpfen herum, während Taubenschwärme um sie herum sind wie ein sich bewegender, federleichter Bilderrahmen.

Abgesehen davon, dass diese Bilder möglicherweise nicht so spontan sind, wie sie erscheinen, haben sie durchaus etwas Magisches.

Bei einem Blick hinter die Kulissen von Instagram-Fotos stößt man darauf, dass es in Thailand Leute gibt, die das zu ihrem Beruf gemacht haben. Sie „verhelfen“ den Vögeln zum Fliegen, damit sie um Touristen herumflattern, die gerade für Fotos posieren.

Das Stadttor Tha Phae Gate ist ein beliebtes Touristenziel und zieht diejenigen an, die nach einem guten Foto für soziale Medien suchen, beispielsweise nach einer alten Mauer.

Die Tauben davor bleiben aber gern am Boden und wollen nicht um die Köpfe der Touristen herumfliegen. Was also tun?

Jetzt tritt der Tauben-Erschrecker auf den Plan. Bei dieser neuen Arbeitsstelle in Chiang Mai müssen sie mit den Füßen stampfen und mit Fahnen wedeln, um die Tauben für etwa 20 Baht pro Versuch zu einer fotogeneren Bewegung zu animieren.

Einerseits zahlt man dafür, Hunderte von Tauben um sich herum zu haben (kann dies etwas anderes als traumatisierend sein?) und andererseits ist es ein günstiger Preis für den süßen, köstlichen Geschmack der Beachtung auf Plattformen wie Instagram.

Natürlich spricht niemand über die wahren Opfer bei all dem: die Tauben. Die arme, geflügelte Bevölkerung kümmert sich im Grunde nur um ihre eigenen Angelegenheiten. Jetzt erschrickt sie ständig, damit Touristen eine Gelegenheit zum Fotografieren bekommen.

Wie soll man ein weggeworfenes Sandwich aufpicken, wenn immer jemand mit schlagenden Armen kommt, um einen in die Flucht zu schlagen?

Ganz zu schweigen davon, dass die Behörde in Chiang Mai wohl kaum auf der Seite der Tauben steht.

Die Stadtbeamten von Chiang Mai gehen möglicherweise gegen die Vogel Erschrecker vor, aber all dies ist Teil eines größeren Plans zur Verringerung der Taubenzahlen in der Region.

Die Anziehungskraft der Instagrammer, die für Taubenfotos bezahlen, ist so groß, dass die Anbieter Futter streuen, um eine größere Anzahl von Vögeln in die Fotoshoot-Bereiche zu locken. Eine grausame List.

Dies hat wiederum zu Bedenken geführt unter anderem, dass Tauben Krankheitsüberträger sind. Nicht umsonst nennt man sie die „Ratten der Lüfte“. Das hat Auswirkungen, denn die Stadtmauern leiden unter den Ausscheidungen des Federviehs.

Angesichts des Fahnenterrors ist es natürlich schwieriger, in Ruhe ihrem Vogelfrühstück nachzugehen. Aber Zeit, auf dem alten Gemäuer ein Häufchen zu hinterlassen, gibt es allemal.

Händler wurden gewarnt, denn es nicht gestattet ist, Vogelfutter zu verkaufen. Da das hier Thailand ist, interessierte diese Warnung nicht wirklich. So wurden einige Händler auf frischer Tat ertappt, die inzwischen erhebliche Geldstrafen zu erwarten haben: 20.000 Baht.

Vielleicht sollten Händler kein Vogelfutter mehr verkaufen, sondern sich ernsthaft überlegen, ob sie nicht den Beruf des Tauben-Erschreckers ergreifen wollen.

Beitragsquelle : https://www.msn.com/en-nz/travel/news/tourists-in-thailand-are-paying-people-to-scare-off-pigeons-to-get-the-perfect-instagram-shot/ar-AAIUKN7

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