Notaufnahme auf der Insel

Notaufnahme auf der Insel

Ein kleines Krankenhaus auf der vor Si Racha liegenden Insel Koh Sichang dient als Vorbild für den Rettungsdienst.

Das Krankenhaus von Koh Sichang hat nur 30 Betten, versorgt aber 4.000 Einwohner sowie die zahlreichen Touristen, die jedes Jahr auf die Insel strömen.

Trotz seiner geringen Größe und seines ebenso geringen Budgets wurde das Krankenhaus auf der von Si Racha 14 Kilometer entfernten Insel in der Provinz Chonburi für seine medizinische Notfallversorgung gelobt.

Bewundernswert ist auch, dass es gelungen ist, kritische Fälle innerhalb von 20 Minuten an größere Krankenhäuser an Land zu überweisen – ein allgemein anerkannter Maßstab für derartige Transfers.

In etwa 15 Fällen pro Monat sind Einrichtungen erforderlich, die nur in größeren Krankenhäusern verfügbar sind. Von diesen Patienten, die überwiesen werden müssen, sind 90 Prozent Einheimische.

„Wir haben nicht nur positive Rückmeldungen von Einheimischen erhalten, sondern auch von ausländischen Patienten, die rechtzeitig in ein Krankenhaus auf dem Festland gebracht wurden. Trotz unseres kleinen Teams geben wir in oft schwierigen Umständen unser Bestes. Wir wissen, dass in kritischen Situationen jede Minute wichtig ist“, sagte die 30 Jahre alte Ärztin Napavinee Yotiphai, die seit vier Jahren in dem Krankenhaus arbeitet.

Während eine Entfernung von 14 Kilometern für einen Krankenwagen eine relativ unkomplizierte Fahrt ist, birgt der Seetransport, der durch die Monsunzeit stark beeinträchtigt werden kann, ein weitaus größeres Risiko.

Das kleine staatliche Krankenhaus verfügt nicht über ein eigenes Hydro-Ambulanzboot, weshalb es die Hilfe von privaten Schnellbooten in Anspruch nimmt, um Patienten an Land zu bringen.
Die meisten Transfers erfolgen ins Chonburi Hospital und ins Laem Chabang Hospital, sagte Napavinee.

Während des Transports sorgen Rettungssanitäter für die Notfallversorgung, und die Boote müssen über genügend Strom verfügen, um medizinische Geräte wie Reanimationsgeräte zu versorgen, falls das nötig wird.

Trotz der guten Ergebnisse überleben Patienten leider nicht immer. Der jüngste Todesfall nach der Reise an Land betraf einen Chinesen, der bei einem Motorradunfall schwere Herz- und Lungenschäden davongetragen hatte.

Das Krankenhaus arrangierte einen Transport in ein Privatkrankenhaus auf dem Festland. Obwohl er dies nach einer Transferzeit von weniger als 20 Minuten erreichte, starb der Patient bei der Ankunft.

Das Personal, das ihn während der Reise betreut hatte, ist der Ansicht, dass der hohe Wellengang die Funktionen wichtiger Geräte an Bord einschränkte.

Krankenhausdirektor Anasith Salyapong sagte, dass der Notdienst der Einrichtung noch Raum für Verbesserungen biete. Er erörterte mit der örtlichen Verwaltung, wie man die vor Ort erbrachten Leistungen verbessern und die Risiken für Patienten während des gelegentlich mühsamen Bootstransfers an Land minimieren könnte.

Eine Idee, über die diskutiert wird, ist die Anschaffung eines Ponton Stegs, von dem aus Patienten einfacher auf Boote und von diesen gebracht werden können.

In diesem Sinne wird auch die Erweiterung der Zufahrtswege in die Stadt angestrebt, damit Mediziner ihre Patienten noch effizienter von und zur Einrichtung transportieren können.

Paranee Wasusatein, eine Inspektorin des Gesundheitsministe-riums, sagte während eines Besuchs im Krankenhaus, dass das Ministerium eine neue Richtlinie zur Verbesserung der medizinischen Notfalldienste für Krankenhäuser im Eastern Economic Corridor (EEC) hat.

Ein besonderer Aspekt dieses Ansatzes sei ein besser integriertes System für den Austausch wichtiger Patientendaten zwischen Krankenhäusern und Notaufnahmen, sagte sie.

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