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Amoklauf ein Alarmsignal

Amoklauf ein Alarmsignal

Der 6. Oktober war ein schwarzer Tag für Thailand.

Ein 34 Jahre alter Ex-Polizist massakrierte 37 Menschen, unter ihnen 24 Kinder, bevor er sich selbst tötete.

Die ganze Nation ist schockiert über den abscheulichen Amoklauf in einem Kindergarten in der Provinz Nong Bua Lam Phu. Die Art des Verbrechens, das an Vorschulkindern, Erzieherinnen, Passanten und der Familie des Täters verübt wurde, erscheint unerklärlich und besonders herzlos.

Nach der entsetzlichen Bluttat im Kindergarten fuhr der Mann nach Hause. Auf dem Weg dorthin tötete er zwei Passanten. Zu Hause angekommen brachte er seine Ehefrau und seinen dreijährigen Sohn um bevor er Selbstmord beging.

Das verübte Blutbad ist jedoch mehr als nur ein abscheuliches Verbrechen. Es ist ein weiteres Warnsignal dafür, dass die Gefahr von Amokläufen – von denen man früher glaubte, sie beschränkten sich auf andere Länder – näher an Thailand ist als man glauben wollte.

Das mit einem Messer und Schusswaffen verübte Massaker im Nordosten Thailands weckt Erinnerungen an das Blutbad, das vor zwei Jahren in Nakhon Ratchasima von einem Soldaten angerichtet wurde. 27 Menschen starben damals.

In der Tat weisen die beiden Massenmorde Ähnlichkeiten auf. Abgesehen davon, dass beide Täter schockierend kaltblütig waren, handelte es sich bei beiden um rangniedrige Angehörige der staatlichen Sicherheitskräfte, die mit dem Umgang mit Schusswaffen vertraut waren.

Beide Männer hatten auch ernsthafte psychologische und emotionale Probleme. Der erste war ein einfacher Soldat, der sich in einer finanziellen Notlage befand und sich gerade mit einem seiner Vorgesetzten gestritten hatte.

Der ehemalige Polizist, der für das Massaker im Kindergarten verantwortlich ist, hatte ebenfalls einen niedrigen Rang inne und war gerade wegen Drogenkonsums aus dem Polizeidienst entlassen worden. Ihm drohte eine Anklage wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz.

Beide Fälle werfen Fragen über das Rekrutierungsverfahren der Armee und der Polizei auf. Was die Streitkräfte betrifft, steht diese Frage seit 2020 im Raum. Beantwortet wurde sie indes nicht.

Es wird Tage dauern, bis die Ermittler den jüngsten Fall abschließen und die wahren Beweggründe des Mannes herausfinden, wenn überhaupt.

Zum jetzigen Zeitpunkt ist die Polizei zu dem Schluss gekommen, dass Drogenmissbrauch und psychischer Stress wahrscheinlich die Hauptfaktoren waren, die den Täter dazu brachten, zahlreiche Vorschulkinder und Passanten wahllos zu töten, bevor er die Waffe auf seine Frau, seinen kleinen Sohn und schließlich auf sich selbst richtete.

Die Polizei wird natürlich auch seine Drogenvergangenheit überprüfen müssen.

Alles wird teurer, aber Drogen werden billiger: Yaba-Pillen sind jetzt für unter 20 Baht pro Stück erhältlich. Es ist an der Zeit, dass die Regierung dieses Problem löst.

Ein weiterer Punkt ist der leichte Zugang zu Schusswaffen. Das ist ebenfalls eine dringende Angelegenheit, um die man sich kümmern muss. Bei einer Einwohnerzahl von 70 Millionen Menschen gibt es in Thailand etwa zehn Millionen Schusswaffen in Privatbesitz. Im Jahr 2016 waren etwa vier Millionen dieser Schusswaffen illegal und unregistriert.

Die Öffentlichkeit wird wissen wollen, warum der Täter sich ausgerechnet einen Kindergarten ausgesucht hat.

Vor allem aber wird man wissen wollen, wie die Polizei diesen Mann einstellen konnte, der gegenüber seinem Vorgesetzten zugegeben haben soll, dass er seit seiner Jugendzeit Drogen genommen hat.

Die Gesellschaft muss wissen, wie die Polizei mit den psychischen Problemen ihrer Mitarbeiter umgeht.

Post source : https://www.bangkokpost.com/opinion/opinion/2409053/killing-spree-a-red-flag

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