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Thailand sollte Prostitution legalisieren

Thailand sollte Prostitution legalisieren

Dank des erfolgreichen indischen Films „Gangubai Kathiawadi“ auf Netflix sind die Notlage der thailändischen Prostituierten und ihr Bedürfnis nach rechtlichem Schutz wieder ins Rampenlicht gerückt.

Ihre Forderungen sind einfach: Hört auf, uns als Kriminelle zu behandeln. Sexarbeiterinnen sind Arbeiterinnen, gebt uns unsere Arbeitsrechte wie bei anderen Berufen auch. Wir sind gleichwertige menschliche Wesen. Gebt uns unsere Menschenwürde zurück.

In der Tat ist ein Wandel längst überfällig.

Der Film „Gangubai Kathiawadi“, der auf einer wahren Geschichte beruht, schildert die Geschichte eines temperamentvollen jungen Mädchens, das ein höllisches Leben führte, nachdem ihr Freund sie in Mumbai, Indien, in die Prostitution verkauft hatte. Trotz ihrer schmerzhaften Erfahrungen und der gesellschaftlichen Stigmatisierung wurde Gangubai zu einer einflussreichen Bordellbesitzerin und sozialen Aktivistin, die sich für die Rechte von Sexarbeiterinnen und die Menschenwürde einsetzt.

Das Gangubai-Fieber hat die sozialen Medien in Thailand im Sturm erobert. Inspiriert von ihrer Furchtlosigkeit und Tapferkeit posierten Frauen aus dem gesamten sozialen Spektrum in weißen Saris und mit roten Punkten auf der Stirn wie Gangubai im Film, um die Macht der Frauen zu feiern.

Es ist unbestreitbar, dass die Popularität von Gangubai Kathiawadi eine offenere gesellschaftliche Haltung gegenüber Prostituierten widerspiegelt. Die sozialen Werte in Thailand haben sich geändert. Doch die Gesetze für Prostituierte stecken noch immer im finsteren Mittelalter fest.

Obwohl es sich um eine Milliarden-Baht-Industrie handelt, bleibt das Sexgewerbe ein Untergrundgeschäft. Sexarbeiterinnen werden als Kriminelle behandelt, obwohl viele von ihnen in den Sexhandel gelockt werden und dort Ausbeutung und Gewalt ausgesetzt sind. Sie leiden nicht nur unter der sozialen Stigmatisierung, sondern ihnen bleibt auch der Zugang zu Arbeitsrechten und Sozialleistungen verwehrt.

Thailand ist weltweit für seine riesige Sexindustrie bekannt. Dennoch gibt es keine offiziellen Statistiken über Prostituierte, damit Politik angemessen gestaltet werden kann.

Laut einer Studie von Havocscope, einem Forschungsunternehmen, das Schwarzmärkte untersucht, gab es 2015 weltweit etwa 13,8 Millionen Prostituierte. In Thailand waren es rund 250.000, was Platz acht in der weltweiten Sexindustrie bedeutet.

Das Forschungsunternehmen schätzt den Wert der thailändischen Sexindustrie auf etwa 231,3 Milliarden Baht pro Jahr. Dies entspricht etwa drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts des Landes, ein enormer wirtschaftlicher Beitrag, der jedoch im thailändischen Wirtschaftssystem nicht berücksichtigt und anerkannt wird.

Da Prostitution in Thailand illegal ist, werden die Hauptarbeitskräfte in diesem Wirtschaftszweig – die Sexarbeiterinnen – als Kriminelle behandelt und zu Geld- und Haftstrafen verurteilt.

Der Kern des Problems ist das Gesetz zur Verhinderung und Unterdrückung der Prostitution von 1996.

Nach diesem Gesetz werden Prostituierte mit Geldstrafen belegt, wenn sie sich auf öffentlichen Plätzen aufhalten. Wenn sie für ihre Dienste werben oder sich in einer Prostitutionseinrichtung versammeln, um Sex zu verkaufen, drohen ihnen ebenfalls Geld- und sogar Haftstrafen.

Angesichts der riesigen Sexindustrie des Landes müsste die Polizei eigentlich fleißig Sexarbeiterinnen verhaften. Von Januar bis Juni 2021 wurden jedoch nur vier Prostituierte festgenommen. Dies ist ein Beweis dafür, dass das Gesetz zur Kriminalisierung der Sexarbeit nicht funktioniert bzw. nicht durchgesetzt wird und daher unnötig ist.

Die Aufrechterhaltung dieses nutzlosen Gesetzes kommt uns teuer zu stehen. Sexarbeit zu einem Verbrechen zu machen, kostet Steuergelder, um Polizei und Gerichte für die Durchsetzung eines Gesetzes zu bezahlen, das unnötig ist. Vor allem aber schafft die Beibehaltung der Sexindustrie im Untergrund viele Möglichkeiten für Korruption.

In der Zwischenzeit werden die Frauen, die im Sexhandel tätig sind, des Zugangs zu Rechtsschutz, Arbeitsrechten und Möglichkeiten zur Verbesserung ihrer Lebensqualität beraubt.

Wir sollten von anderen Ländern lernen, wie sie den kommerziellen Sex regeln.

In Indien, der Heimat von Gangubai, ist die Regierung bestrebt, die Prostitution zu unterbinden. Dennoch ist die private Sexarbeit nicht illegal. Das öffentliche Anbieten von Sex oder der Besitz eines Bordells hingegen schon. Die Regierung unterstützt auch die Berufsausbildung von Prostituierten, damit sie ein neues Leben beginnen können.

In Singapur ist Prostitution legal, doch müssen kommerzielle Sexgeschäfte in speziell ausgewiesenen Zonen stattfinden. Die Regierung verbietet es Prostituierten, ohne Genehmigung ein Bordell zu betreiben.

Thailand sollte bei der Entkriminalisierung der Prostitution vorankommen.

Post source : https://www.bangkokpost.com/opinion/opinion/2349673/thailand-should-legalise-prostitution

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