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Wie Cannabis legalisiert werden soll

Wie Cannabis legalisiert werden soll

Amsterdam könnte bald einen Rivalen als europäische Cannabis-Hochburg bekommen, da Deutschlands neue Regierung plant, den Konsum der Droge zu legalisieren.

Die SPD, die Grünen sowie die ehemals liberale FDP, die ihre Pläne für die nächste Regierungskoalition in Deutschland vorstellten, haben sich darauf geeinigt, die Vorschriften für den persönlichen Gebrauch von Cannabis zu lockern.

„Wir werden die kontrollierte Abgabe von Cannabis an Erwachsene zu Konsumzwecken in lizenzierten Geschäften einführen“, steht im Koalitionsvertrag der Parteien.

„Damit werden wir die Qualität kontrollieren, die Verbreitung verunreinigter Substanzen verhindern und den Jugendschutz sicherstellen“, heißt es in dem Dokument weiter.

Nach geltendem deutschem Recht ist es erlaubt, Cannabispflanzen anzubauen, zu verkaufen, zu besitzen, zu im- oder zu exportieren, Menschen mit bestimmten medizinischen Problemen können Medikamente auf Cannabisbasis verschrieben werden.

Der private Freizeitkonsum der Droge ist verboten – obwohl die Polizei beim Besitz kleiner Mengen oft ein Auge zudrückt.

Die Grünen und die FDP setzen sich seit langem für die Legalisierung von Cannabis ein, während die SPD vorgeschlagen hat, die regulierte Abgabe der Droge in Pilotprojekten zu testen.

Positive Effekte

Es ist noch nicht klar, ob Cannabis in Deutschland in Tabakläden, in „Coffeeshops“ nach Amsterdamer Vorbild oder in Apotheken verkauft werden wird, aber das Ziel ist es, die Kontrolle darüber zu erleichtern, wer es kaufen kann – und was er dann bekommt.

Nach Angaben des Deutschen Cannabis-Verbandes können Substanzen wie Sand, Haarspray, Talkumpuder, Gewürze oder sogar Glas und Blei in das auf dem Schwarzmarkt angebotene Marihuana gelangen.

Experten sagen auch, dass Marihuana mit Heroin oder synthetischen Cannabinoiden verunreinigt sein kann, die bis zu 100 Mal stärker sind als natürliche psychoaktive Cannabinoide.

Laut einer aktuellen Studie der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf könnte die Legalisierung der Droge jährlich rund 4,7 Milliarden Euro in die öffentlichen Kassen spülen.

Die Studie sagt außerdem voraus, dass durch die Legalisierung von Cannabis rund 27.000 Arbeitsplätze geschaffen würden.

Das Verbot von Cannabis kostet den Steuerzahler jedes Jahr Milliardenbeträge durch „sinnlose Strafverfolgung“, so Georg Wurth, Geschäftsführer des Deutschen Cannabis-Verbandes.

Wurth behauptete auch, dass das Verbot „die organisierte Kriminalität fördert, indem ihr exklusiver Zugang zu einem milliardenschweren Markt verschafft wird.“

Er argumentierte, dass eine Legalisierung „vielfältige positive Auswirkungen für die Konsumenten, aber auch für die Gesellschaft insgesamt haben würde.“

Gesundheitliche Risiken

Auf der Mary Jane Berlin Cannabis Expo im Oktober sagte eine Besucherin, dass sie die Legalisierung befürworte, weil sie dazu beitragen würde, die Qualität der Droge zu kontrollieren.

„Bei illegal gekauften Substanzen weiß man nie wirklich, was drin ist, und das finde ich einfach sehr gefährlich“, sagte sie.

„Es raucht sowieso jeder, der rauchen will, also glaube ich nicht, dass der Konsum dadurch steigen würde“, sagte ein anderer Besucher.

Wurth vertritt die gleiche Meinung: Es sei unwahrscheinlich, dass eine Legalisierung die mit der Droge verbundenen Gesundheitsprobleme verschlimmere. „Da ein signifikanter Anstieg des Konsums nicht zu erwarten ist, ist auch keine Zunahme der verschiedenen durch den Konsum verursachten Probleme zu erwarten“, sagte er.

Die CDU/CSU warnt davor, dass ein regelmäßiger Konsum der Droge für manche Menschen ein Gesundheitsrisiko darstellen kann.

Der drogenpolitische Sprecher der CDU, Stephan Pilsinger, warf den Koalitionsparteien vor, ein „Experiment auf Kosten der Gesundheit unserer Gesellschaft und unserer Jugend“ durchzuführen. „Soll der Staat wirklich Geld verdienen, indem er seine Bürger in die Gefahr von Sucht, Dauerpsychosen und körperlichem und seelischem Leid stürzt? Ich denke, das ist unmoralisch.“

Menschen die Entwicklung des zentralen Nervensystems beeinträchtigen kann, was zu einem erhöhten Risiko für die Entwicklung von Psychosen und Schizophrenie führt. Eine weitere Nebenwirkung ist lebenslange Antriebslosigkeit. Dauerhafter Konsum wurde neben Hodenkrebs auch mit Atemwegserkrankungen in Verbindung gebracht. Diesen Atemwegserkrankungen sollte in Zeiten von Corona vielleicht mehr Aufmerksamkeit zuteil werden.

Daniela Ludwig, die Drogenbeauftragte der scheidenden Regierung, warf den Koalitionsparteien vor, „die Gesundheit der Bevölkerung für einen vermeintlichen Zeitgeist“ aufs Spiel zu setzen. Die Legalisierung von Cannabis würde „die Gefährlichkeit dieser Droge bagatellisieren“, sagte sie.

Post source : https://www.thelocal.de/20211124/controlled-distribution-germany-to-legalise-recreational-cannabis

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