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Khaosan Road wie ein Friedhof

Khaosan Road wie ein Friedhof

Während ausländische Touristen wieder nach Thailand kommen, müssen die Orte und Viertel, die auf das Nachtleben angewiesen sind, weiterhin auf bessere Zeiten hoffen.

Der McDonald’s-Clown starrt ausdruckslos auf die leere Straße vor dem Restaurant. Sein breites rotes Grinsen und seine großen leblosen Augen sind durch das Glasfenster zu sehen.

„24 Stunden geöffnet“ steht auf einem blauen Schild an der Tür. Doch im Inneren des Burgerladens ist niemand zu sehen. Das Schnellrestaurant hat aufgrund von Corona geschlossen, ein düsteres Schicksal, das viele andere Geschäfte entlang der bekannten und beliebten Bangkoker Khaosan Road teilen.

Die 400 Meter lange Straße wird von Besuchern aus der ganzen Welt beehrt, die einst von dem regen Nachtleben, dem billigen Straßenessen, den Geschäften und günstigen Hotels und Pensionen angezogen wurden.

Früher war sie als die Straße, die niemals schläft, bekannt. Doch heute wirkt die Khaosan Road wie ausgestorben.

„Es ist wie auf dem Friedhof“, sagt die Street-Food-Verkäuferin Supaporn Promto. Ihr nordostthailändischer Imbissstand am oberen Ende der Straße ist völlig leer. Die erstklassige Lage wird bedeutungslos, da sich kaum Besucher in der Gegend aufhalten.

„Früher war hier so viel los mit den ganzen Touristen. Abends mussten die Leute fast drängeln“, fügt sie hinzu. „Das ist jetzt ganz anders.“

Anfang November hat Thailand seine Grenzen weiter geöffnet, ausländische Reisende dürfen wieder ins Land. Die meisten von ihnen kommen aus den Vereinigten Staaten, gefolgt von Deutschland, Großbritannien, Japan und Südkorea.

Die thailändische Tourismusbehörde prognostiziert, dass der Tourismussektor 2022 1,58 Billionen Baht erwirtschaften wird, davon 818 Milliarden Baht durch internationale Besucher.

Mit der Lockerung der Corona-Maßnahmen haben verschiedene Unternehmen den erhofften Aufschwung begrüßt und ihren Betrieb nach langer Unterbrechung wieder aufgenommen.

Viele Geschäfte entlang der berühmten Khaosan Road bleiben jedoch geschlossen. Die Bars und Nachtclubs, die die Straße säumen, dürfen noch nicht wieder öffnen. Sie gelten als nächtliche Vergnügungsstätten, bei denen nach Ansicht der Regierung die Gefahr der Verbreitung von Corona besteht.

Seit März letzten Jahres wurden Kneipen, Bars und Nachtclubs in Thailand wiederholt zur Schließung aufgefordert. Die Regierung befürchtet, dass ihr Betrieb zu sozialen Zusammenkünften und damit zu neuen Infektionsherden führen könnte.

Für die Geschäftsleute in der Khaosan Road waren die letzten 18 Monate ein verzweifelter Kampf mit sehr wenigen oder gar keinen Kunden, nahezu null Einnahmen und begrenzter Hilfe von Seiten der Regierung, wenn überhaupt.

„Ich habe nichts getan, außer Miete zu zahlen. Uns gehört das hier nicht, also müssen wir weiter Miete zahlen. Es ist, als würden wir unsere Zukunft kaufen für den Fall, dass sie gut wird“, sagt Phudit Jiradamangmun, Besitzer der Sky 999 Bierbar.

Um zu überleben, ist er auf den Verkauf von Milchtee und Kaffee umgestiegen. Aber das reicht nicht aus, um die Gehälter seiner Mitarbeiter, die Nebenkosten und die Miete zu bezahlen. Seine Ersparnisse waren bereits 2020 aufgebraucht. Phudit sagt, er müsse sich Geld leihen, um sein Geschäft aufrechtzuerhalten, da es kaum Hilfe von der Regierung gebe.

Die einzige finanzielle Unterstützung, die er vom Sozialversicherungsfonds erhielt, belief sich auf 10.000 Baht.

„Das ist nicht genug“, sagt er. „Es sind schon fast zwei Jahre vergangen, und wir müssen die Last weiter tragen.“

Die Corona-Situation in Thailand mag sich vergleichsweise verbessert haben, aber die täglichen positiven Testergebnisse gehen immer noch in die Tausende.

Zur Förderung des Tourismussektors hat die Regierung mehrere Corona-Maßnahmen in bestimmten Provinzen gelockert, die von ausländischen Touristen besucht werden.

In Bangkok wurde das Verbot des Alkoholverkaufs und -konsums in Restaurants am 1. November aufgehoben, allerdings gilt dies nur für Restaurants, die für die erforderlichen Sicherheits- und Hygienestandards zur Bekämpfung von Corona zertifiziert wurden. Außerdem müssen der Verkauf und der Konsum am späten Abend eingestellt werden.

Für Geschäftsviertel, die auf nächtliche Unterhaltung angewiesen sind, wie die Khaosan Road, hat die allmähliche Rückkehr der internationalen Besucher nicht dazu beigetragen, dass sie sich von den wirtschaftlichen Problemen erholen, so lange sie nicht wie früher voll arbeiten können.

„Die Einnahmen sind seit mehr als einem Jahr gleich null. Wenn nur ein paar Geschäfte geöffnet sind, kommt niemand, denn in der Khaosan Road dreht sich alles um das Nachtleben. Wenn man wieder öffnen, aber keinen Alkohol verkaufen darf, ist das so, als könnten man nicht wirklich öffnen“, sagt der Vizepräsident des Geschäftsverbandes Khaosan Road, Prasit Chiaranaisakul.

„Das Ziel ausländischer und thailändischer Besucher der Khaosan Road ist es, zu essen und zu trinken. Wenn die Khaosan Road wiedereröffnet werden soll, muss sie ihren Betrieb in vollem Umfang wieder aufnehmen, damit dies auch funktioniert.“

Ende November beauftragte Premierminister General Prayuth Chan-ocha den Regierungssprecher, seine Botschaft über die Corona-Präventivmaßnahmen auf einer Pressekonferenz im Regierungsgebäude zu übermitteln.

„Niemand darf nachlässig sein. Der Wirtschaftssektor und die Unterhaltungsbranche dürfen nicht egoistisch sein und nur an höhere Einnahmen denken, ohne Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. Damit Thailand vorankommt, müssen wir mit Corona vorsichtig umgehen“, sagte Regierungssprecher Thanakorn Wangboonkongchana. „Die Regierung möchte keinen weiteren Lockdown verhängen, wenn dies nicht notwendig ist.“

Für Prasit vom Geschäftsverband Khaosan Road ist die schrittweise Lockerung der Corona-Beschränkungen „das Richtige“, da viele Menschen in Thailand immer noch besorgt über die Situation seien. „Was die Regeln und Vorschriften angeht, so sind wir bereit, sie zu befolgen, damit sich die Regierung sicher fühlen kann“, sagt er.

Ihm zufolge gibt es Vorbereitungen, um sicherzustellen, dass alle Geschäftsbetreiber und Mitarbeiter in der Khaosan Road vollständig gegen Corona geimpft sind, bevor sie ihre Arbeit wieder aufnehmen, was, wie er hofft, schon bald geschehen könnte.

„Wenn wir wieder öffnen, hoffe ich, dass es keine weiteren Zwischenfälle gibt, denn wir können es nicht mehr ertragen“, sagt er und bezog sich dabei auf Ansteckungen und die angeordnete Schließung. „Wenn sich das wiederholt, haben wir keine Kraft mehr, damit umzugehen.“

Der nächste Schlag kam, als das Zentrum für Covid-19-Situationsverwaltung (CCSA) bekannt gab, dass man den Plan, die Wiedereröffnung von Nachtlokalen im Dezember zu genehmigen, verschoben hat.

Unter Berufung auf Bedenken hinsichtlich der Belüftung und der Übertragung des Virus sagte CCSA-Sprecher Taweesin Visanuyothin, der Betrieb könne je nach Lage am 15. Januar 2022 wieder aufgenommen werden.

Das ist noch längst nicht alles. Für die Khaosan Road gilt die 1G-Plus-Regel. Leider steht das „G“ nicht für „gesund“, sondern für „geimpft“. Nur Geimpfte haben Zutritt. Wenn diese die Straße betreten wollen, müssen sie sich vor Einlass einem Schnelltest unterziehen. Fällt dieser positiv aus, wird man sogleich mit einem Krankenwagen abtransportiert.

Wer das Risiko liebt, ist hier genau richtig.

Post source : https://www.channelnewsasia.com/asia/thailand-khaosan-road-covid-19-nightlife-businesses-struggling-2307656

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