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„Das Wunder von Afrika“

„Das Wunder von Afrika“

So ähnlich betitelte ein deutsches Nachrichtenmagazin einen Bericht über den schwarzen Kontinent, auf dem eine Corona-Katastrophe ausblieb.

Auf einem belebten Markt in einem armen Township außerhalb von Harare in Simbabwe behielt Nyasha Ndou seine Maske in der Tasche, während sich Hunderte von meist unmaskierten Menschen drängelten, um Obst und Gemüse zu kaufen und zu verkaufen, das auf Holztischen und Plastikplanen ausgestellt war. Wie in weiten Teilen Simbabwes gehörte Corona auch hier schnell der Vergangenheit an, denn es gibt wieder politische Kundgebungen, Konzerte und Versammlungen.

„Corona ist verschwunden, wann haben Sie zuletzt von jemandem gehört, der an Covid-19 gestorben ist?“, sagte Ndou. „Die Maske dient dazu, meine Tasche zu schützen“, sagte er. „Die Polizei verlangt Bestechungsgelder, also müsste ich bezahlen, falls ich ohne Maske unterwegs bin.“

Seit Juli gehen die Todesfälle in Simbabwe zurück, hoch waren sie nie. Zuletzt waren es um die 30 positiv Getestete pro Woche.

Als Corona 2020 erstmals auftauchte, befürchteten die Gesundheitsbehörden, dass die Pandemie über Afrika hinwegfegen und Millionen von Menschen töten würde. Dieses Katastrophenszenario ist weder in Simbabwe noch sonst wo auf dem Kontinent eingetreten.

In Nigeria, dem bevölkerungsreichsten Land Afrikas, hat die Regierung bisher fast 3000 Todesfälle unter den 200 Millionen Einwohnern registriert. In den USA werden alle zwei oder drei Tage so viele Todesfälle gemeldet.

Da staunen die Medien, die entgegen ihren Gewohnheiten, gar keine Panikmeldungen verbreiten können.

Wissenschaftler betonen, dass es äußerst schwierig sei, genaue Corona-Daten zu erhalten, insbesondere in afrikanischen Ländern mit lückenhafter Überwachung. Sie warnen daher, dass sich der rückläufige Trend bei Corona leicht umkehren könnte. Wenn jedoch Tausende an Covid-19 sterben würden, bekäme man das auch in Afrika sicher sehr schnell mit.

Aber es gibt etwas „Geheimnisvolles“ in Afrika, das die Wissenschaftler vor ein Rätsel stellt, so Wafaa El-Sadr, Lehrstuhlinhaberin für globale Gesundheit an der Columbia University.

„Afrika verfügt nicht über die Impfstoffe und Ressourcen zur Bekämpfung von Corona, die in Europa und den USA zur Verfügung stehen, aber irgendwie scheint es dort besser zu laufen“, sagte sie.

Mit diesen Worten erklärt sie im Grunde, was da vor sich geht. Die Frage ist nur, warum das niemand erkennen oder nicht darüber sprechen will.

In Europa gibt es genügend Impfstoff, doch die Zahlen der positiv Getesteten und der Kranken steigt. In Afrika gibt es kaum Impfstoff und die Zahlen sinken. Was könnte das eine mit dem anderen zu tun haben? Steht da vielleicht ein Elefant im Raum, den weder Politiker noch Medien sehen?

„Weniger als sechs Prozent der Menschen in Afrika sind geimpft“, berichtete El-Sadr. „Seit Monaten beschreibt die WHO in ihren wöchentlichen Pandemieberichten Afrika als eine der am wenigsten betroffenen Regionen der Welt.“

Einige Forscher sind der Meinung, dass die jüngere Bevölkerung des Kontinents – das Durchschnittsalter liegt bei 20 Jahren im Vergleich zu 43 Jahren in Westeuropa – sowie die geringere Verstädterung und die Tendenz, sich im Freien aufzuhalten, die tödlicheren Auswirkungen des Virus verhindern. Mehrere Studien gehen der Frage nach, ob es noch andere Erklärungen geben könnte, darunter genetische Gründe, die häufige Blutgruppe 0 bei Afrikanern oder frühere Infektionen mit parasitären Krankheiten.

Auch diese Begründungen sind interessant. Tatsächlich ist das Durchschnittsalter der Afrikaner wegen der Bevölkerungsexplosion weitaus geringer als in Europa oder auf anderen Kontinenten. Wenn dies ein Erklärungsansatz ist, stellt sich die Frage, weshalb dann woanders junge Menschen – und jetzt sogar Kinder – gegen Corona geimpft werden sollen, wenn denn Corona für Jüngere so gut wie keine Gefahr darstellt.

Am Freitag erklärten Forscher in Uganda, sie hätten festgestellt, dass Covid-19-Patienten, die häufig mit Malaria in Berührung kamen, seltener schwer erkrankten oder starben als Menschen, die kaum mit der Krankheit in Berührung kamen.

Bei dieser Feststellung bleibt festzuhalten, dass die Afrikaner Erfahrung damit haben, mit Krankheiten zu leben. Außerdem haben Menschen mit einem gestärkten Immunsystem bessere Aussichten, eine Erkrankung zu überstehen als solche mit einem geschwächten. Daher ist es unbedingt notwendig, das Immunsystem zu trainieren, indem man aus dem Haus geht, etwas für seine Gesundheit tut und andere Menschen trifft. Zu Hause eingesperrt sein stärkt das Immunsystem jedenfalls nicht. Ebenso wenig die von den Medien geschürte Angst vor Omicron.

Post source : https://apnews.com/article/coronavirus-pandemic-science-health-pandemics-united-nations-fcf28a83c9352a67e50aa2172eb01a2f

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