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Paulette (FRA 2012)

Paulette (FRA 2012)

Gedreht wurde „Paulette“ (Frankreich, 2012) von Jérôme Enrico, Sohn von Robert Enrico, der sehr viele Filme machte, unter anderem „Die Abenteurer“.

Worum geht es in „Paulette“? Die Titelheldin lebt allein in einer Wohnsiedlung in einem Pariser Vorort. Mit ihrer mageren Rente kommt sie nicht über die Runden. Als sie eines Abends einen kuriosen Vorfall beobachtet, sieht Paulette diesen als Wink des Schicksals an. Sie beschließt, Haschisch zu verkaufen. Paulette, früher Konditormeisterin, kommen ihr handwerkliches Geschick und ihre Kochkünste auf der Suche nach originellen Lösungen für ihr neues Geschäft zugute.

In dem Film ist die französische Schauspielerin Bernadette Lafont in einer ihrer letzten Rollen zu sehen. Sie glänzt mit ihrer Darstellung einer verbitterten (und schamlosen) Rentnerin, die nur 600 Euro im Monat zum Leben hat. Das ist kein unbedeutendes Detail: viele Rentner haben in Frankreich nicht genug zum Leben – ähnlich wie in Deutschland.

Paulette ist stolz. Sie hat kaum Geld, mag aber nicht betteln. Sie streitet sich mit allem und jedem und kann niemanden leiden. Vielleicht ist das so, weil sie ihr ganzes Leben in ihrem Restaurant gearbeitet, es aber verloren hat. Sie mag keine Ausländer und sie mag keine Schwarzen. Ihre Tochter hat einen Schwarzen geheiratet, fortan streitet sie sich ständig mit ihrer Tochter, spricht nicht mit ihrem Schwiegersohn und kann ihren Enkel nicht leiden. Ihre beste Freundin nennt sie „Alzheimer“ und schlägt ihr vor, sich einschläfern zu lassen.

Durch Zufall entdeckt Paulette, dass man mit Drogen eine Menge Geld verdienen kann. Warum also sollte sie nicht mit dem Dealen beginnen? Als arme, ehrliche Frau ist sie böse und hasserfüllt. Doch je illegaler ihre Geschäfte werden, desto menschlicher wird sie und ihr Rassismus verschwindet. Der Film ist daher eine Erlösungsgeschichte, moralisch und körperlich: die hässliche alte Hexe verwandelt sich in eine kokette, immer noch gut aussehende und liebenswerte Frau.

Gleichzeitig ist „Paulette“ der Abgesang auf Bernadette Lafont. Sie ist etwa ein Jahr nach der Fertigstellung des Werks im Alter von 74 Jahren in den Ruhestand gegangen. Lafont ist wohl eine der wichtigsten französischen Schauspielerinnen der 1960er, 1970er Jahre. Sie verkörperte den Geist des Punk, bevor das Wort überhaupt die Bedeutung hatte, die es schließlich bekam. Es gibt Fotos von ihr aus den frühen 1960er Jahren, auf denen sie mit kurzen Haaren und schwarzem Nagellack zu sehen ist. Sie war immer antagonistisch und respektlos gegenüber dem Status quo und Bürgertum, aus dem sie kam.

Post source : JC

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